In Kinos können Filme ihre Kraft entfalten, sie sind Orte der Kreativität, des kulturellen Erlebnisses und des Austauschs. Der Hessische Film- und Kinopreis ehrt im Jahr 2026 herausragende Kinos mit insgesamt 215.000 Euro. Hier finden Sie die prämierten Kinos mit Jurybegründung. Alle Infos zum Hessischen Film- und Kinopreis 2026 gib es hierÖffnet sich in einem neuen Fenster.

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Filmladen Kassel

Die Jury würdigt das inhaltlich ambitionierte Programm des Filmladen Kassel, das durch thematische Vielfalt und cineastischen Anspruch überzeugt. Die regelmäßigen filmbezogenen Veranstaltungen mit Gästen bereichern das kulturelle Angebot und ermöglichen direkte Begegnungen zwischen Publikum und Filmschaffenden. Ergänzt wird das Programm durch eigene Kinderfilmtage, die gezielt junge Zuschauer*innen ansprechen und damit das Profil des Hauses sinnvoll erweitern. Erfreulich ist zudem ein leichtes Besucherplus, das die positive Entwicklung des Kinos im vergangenen Jahr unterstreicht und das anhaltende Engagement des Teams bestätigt.

Preisgeld: 15.000 Euro

Mal Seh'n Kino, Frankfurt

Die Jury würdigt das Mal Seh'n Kino für sein konstant hochwertiges Programmprofil, seine jahrelange kulturelle Kontinuität und seine klare filmkünstlerische Haltung. Mit einer Vielzahl an Filmgästen, der regelmäßigen Einbindung von Kurzfilmen und einem sorgfältig kuratierten Programm setzt das Kino kontinuierlich Maßstäbe im Arthouse-Bereich. Dem Team gelingt es dabei, cineastischen Anspruch mit Nähe zum Publikum zu verbinden. Das Mal Seh'n Kino versteht sich als lebendiger Ort im Stadtteil – zugänglich, diskursfreudig und atmosphärisch offen. Es ist damit nicht nur Spielstätte, sondern auch ein Ort kultureller Begegnung und Auseinandersetzung, der filmische Qualität, kulturelle Teilhabe und gesellschaftliches Engagement in beispielgebender Weise miteinander verbindet.

Preisgeld: 20.000 Euro

Filmforum Höchst

Das Filmforum Höchst überzeugt die Jury durch ein vielseitiges Programm mit klar erkennbaren Themenschwerpunkten, das von der gemeinschaftlichen Kuration durch das Team getragen wird und damit unterschiedliche Perspektiven in die Programmgestaltung einbringt. Besonders hervorzuheben ist das gute Kinder- und Schulprogramm, das auch publikumswirksame Mainstreamfilme einbindet und damit eine wichtige Versorgerfunktion für junge Zielgruppen übernimmt. Die erfreuliche Steigerung der Zuschauerzahlen bestätigt diesen Kurs und unterstreicht die wachsende Resonanz des Filmforums Höchst als lebendiger Ort der lokalen Kinokultur.

Preisgeld: 5.500 Euro

Marburger Filmkunsttheater CAPITOL

Die Jury würdigt das Capitol als wichtigen Bestandteil der Marburger Kinolandschaft mit stabiler kultureller Ausrichtung. Hervorzuheben ist das ausgesprochen engagierte Wirken der Kinobetreiberin, das dem Haus seine besondere Prägung verleiht und maßgeblich zur kontinuierlichen Weiterentwicklung beiträgt. Die enge Kooperation mit Stadt und Universität stärkt zudem die lokale Verankerung und Vernetzung des Kinos. Mit einem Open-Air-Angebot erreicht das Capitol darüber hinaus ein breiteres Publikum jenseits des regulären Spielbetriebs. Der erfreuliche Besucherzuwachs bestätigt den eingeschlagenen Kurs des Hauses.

Preisgeld: 8.000 Euro

Murnau-Filmtheater, Wiesbaden

Das Murnau-Filmtheater überzeugt die Jury durch ein Programm, das filmhistorisches Bewusstsein mit gesellschaftlicher Vermittlungsarbeit verbindet. Hervorzuheben ist die Pflege der analogen Projektion, die dem Haus eine eigene filmkulturelle Note verleiht und Kinoerlebnisse jenseits des digitalen Standards ermöglicht. Die Jury anerkennt die Reihen zur nationalsozialistischen Vergangenheit, die auch in Kooperation mit Schulen umgesetzt werden und damit Filmvermittlung gezielt mit historisch politischer Bildung verknüpfen – ein Beitrag von besonderer gesellschaftlicher Relevanz. Die Jury merkt an, dass dem Haus eine umfangreiche öffentliche Förderung zugutekommt, was bei der Würdigung der eigenständigen programmatischen Leistung mitzudenken ist.

Preisgeld: 5.000 Euro

Bambi & Camera, Bad Schwalbach

Bambi & Camera ist in diesem Jahr erstmals mit einer Einreichung vertreten und wird von der Jury als interessante Bereicherung der Kinolandschaft wahrgenommen. Das Programm bewegt sich im Bereich eines mainstreamorientierten Arthouse-Kinos und wird durch ein wöchentliches Kinderprogramm ergänzt, das gezielt junge Zielgruppen anspricht. Positiv aufgefallen ist der Jury zudem die regelmäßige Einbindung von Kurzfilmen und ein gutes Marketing des Hauses.

Preisgeld: 3.000 Euro

Kronberger Lichtspiele

Die Kronberger Lichtspiele verfolgen weiterhin ein Konzept, das über das reine Kinoerlebnis hinausweist, etwa mit dem besonderen Format eines Whiskey-Tastings, das dem Haus ein eigenständiges Profil verleiht. Das Programm selbst bewegt sich solide im Arthouse-Bereich.

Preisgeld: 4.500 Euro

Kommunales Kino Weiterstadt

Das Kommunale Kino Weiterstadt überzeugt weiterhin durch ein vielfältiges Programm, das neben klassischen Filmreihen auch Festivals, Seniorenkino sowie Dokumentar- und Kurzfilme umfasst. Besondere Strahlkraft entfaltet dabei das mittlerweile bekannte Open-Air-Festival des Hauses, das weit über die regionale Kinolandschaft hinaus wahrgenommen wird. Die Jury würdigt das sichtbare Engagement des Teams, merkt jedoch einen leichten Rückgang der Besucherzahlen an, der angesichts des insgesamt soliden Standings des Hauses jedoch nicht ins Gewicht fällt.

Preisgeld: 6.000 Euro

Harmonie Arthouse Kino Frankfurt

Die Jury würdigt das Harmonie Arthouse Kino für seine herausragende Programmarbeit und das junge, engagierte Team, das mit spürbarem Einsatz und klarem kulturpolitischem Bewusstsein an der Weiterentwicklung des Hauses arbeitet. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der aktiven Publikumsansprache: Durch vielfältige kommunikative Formate, eine präzise Ausrichtung der Programminhalte und sichtbare Offenheit für Rückmeldungen gelingt es dem Team, auch ein jüngeres und diverseres Publikum zu erreichen und dauerhaft zu binden. Das Programm selbst ist herausragend kuratiert, bietet regelmäßig Originalfassungen sowie thematisch profilierte Filmreihen und positioniert das Kino damit klar und überzeugend im Arthouse-Bereich. Die kontinuierliche Steigerung der Publikumszahlen bestätigt den Erfolg dieser strategischen Ausrichtung. Die Jury spricht ihre besondere Anerkennung für die herausragende programmatische Leistung sowie das professionelle Selbstverständnis des Teams aus.

Preisgeld: 17.500 Euro

Es wurde ein Sonderpreis festgelegt, den das Kino Harmonie für sein herausragendes Engagement in der Publikumsansprache erhält. Dieser Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.