Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Investitionsprogramm

Aufwertung der hessischen Welterbestätten

Im Rahmen des Investitionsprogramms für nationale UNESCO-Welterbestätten des Bundes werden vier hessische Welterbestätten – Kloster Lorsch, Grube Messel, Oberes Mittelrheintal und der Limes – mit insgesamt 15,5 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommen rund 13,56 Millionen Euro aus Landesmitteln.

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Bauhelm
© Gina Sanders/Fotolia

Durch die weitere Aufwertung der Welterbestätten werden gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Regionen unterstützt und damit auch Arbeitsplätze gesichert.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellte 2009 150 Millionen Euro zur Verfügung, um dringend notwendige Investitionen in den Erhalt der historischen Stätten von Weltrang zu ermöglichen. Die Kommunen Lorch am Rhein (Hilchenhaus), Lorsch/Bergstraße (Kloster Lorsch), Messel (Grube Messel) sowie Bad Homburg, Bad Nauheim, Hungen, Limeshain, Neuberg Ober-Mörlen und Pohlheim (Limes) haben entsprechende Anträge gestellt, die nach fachlicher Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen dem Bundesbauministerium zur Förderung vorgeschlagen wurden.

Eine Expertenkommission hat 2009 über 281 Anträge aus ganz Deutschland entschieden, von denen 119 als besonders empfehlenswert eingestuft wurden. Zu den zehn Mitgliedern des Gremiums gehörten neben anderen Prof. Dr. Michael Petzet (ehemaliger Präsident des Internationalen Rats für Denkmalpflege ICOMOS) und Prof. Dr. Gottfried Kiesow (Vorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und ehemaliger Landeskonservator von Hessen).

Dieses Programm wurde vom Bund im Jahr 2010 um 70 Millionen Euro aufgestockt, so dass weitere Anträge für die hessischen Welterbestätten gestellt werden konnten. Die Expertenkommission hat entschieden, dass in die hessischen Welterbestätten weitere 2,8 Millionen Euro aus Bundesmitteln investiert werden. Hinzu kommen ca. 5,7 Millionen Euro aus Landesmitteln. Damit werden insgesamt weitere 8,5 Millionen Euro für diese Welterbestätten in Hessen zur Verfügung gestellt. Die größte Summe von 7,5 Millionen Euro wird in das Obere Mittelrheintal und der Osteinscher Park in Rüdesheim, investiert. Die restlichen Mittel verteilen sich auf die Saalburg bei Bad Homburg (Limes) und das Kloster Lorsch.

Kloster Lorsch

Beim Kloster Lorsch geht es darum, die einstige Bedeutung der Anlage besser erkennbar werden zu lassen: durch die behutsame Rückführung des Klostergeländes zu seiner ursprünglichen Topographie, durch Vermittlung des klösterlichen Lebens, Denkens und der Klostergeschichte sowie durch Kenntlichmachung der einstigen Bebauung beim Kloster. Hier liegen die Gesamtkosten bei 12,1 Millionen Euro, von denen 4,8 Millionen vom Bund und 4,57 Millionen vom Land finanziert werden. Die Stadt Lorsch beteiligt sich mit 2,73 Millionen Euro.

Grube Messel (erstes Weltnaturerbe in Deutschland)

In Messel soll die Zugangsstraße zur Grube Messel saniert werden, um die einzige Weltnaturerbestätte in Deutschland einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Von den Gesamtkosten in Höhe von knapp 3,37 Millionen Euro übernimmt der Bund 1,12 Millionen und das Land 2,25 Millionen.

Obergermanisch-Raetischer-Limes

Auf der Saalburg bei Bad Homburg besteht die dringende Notwendigkeit, die historische Bausubstanz der unter Kaiser Wilhelm II. rekonstruierten Anlage weiter zu sanieren und zu konservieren. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2,61 Millionen Euro; der Bund trägt davon rund 886.000 Euro, das Land 1,73 Millionen.

Oberes Mittelrheintal von Rüdesheim/Bingen bis Koblenz (als Kulturlandschaft)

Der an den Hängen des Rheingaus gelegene Niederwald mit seinem berühmten Denkmal markiert den südlichen Auftakt zum UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Dort soll der Osteinsche Park als herausragendes kultur- und landesgeschichtliches Zeugnis der Gartenkunst des 18. Jahrhunderts wieder erlebbar werden. Darüber hinaus sollen Besucherlenkung und Serviceeinrichtungen verbessert werden. Das Projekt soll 2014 - zum 250. Jahrestag des Osteinschen Parks - abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 7,5 Millionen Euro, der Bund fördert das Vorhaben mit 2,5 Millionen Euro, das Land mit rund fünf Millionen Euro.

Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Hilchenhaus in Lorch, das beim Hessischen Wirtschaftsministerium ressortiert, soll für insgesamt 6,6 Millionen Euro wiederhergestellt werden. Der Bund fördert das Projekt nun mit 5,2 Millionen Euro, das Land gibt 600.000 Euro. Hinzu kommen 656.000 Euro von der Kommune und 100.000 Euro vom Rheingau-Taunus-Kreis.