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Goldene Bulle

Die Goldene Bulle von 1356 war das wichtigste Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches bis im Jahr 1806. Es legte das Verfahren der deutschen Königswahl fest und war auf Initiative des römisch-deutschen Kaisers Karl IV. entstanden.

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Goldene Bulle, das prächtige Siegel verlieh der Urkunde ihren Namen.
Goldene Bulle, das prächtige Siegel verlieh der Urkunde ihren Namen.
© Institut für Stadtgeschichte / Uwe Dettmar

Der Erlass der Goldenen Bulle war ein bedeutender Akt aus einer Zeit, in der viele verschiedene Kulturen und Völker in Europa im Heiligen Römischen Reich zusammengefasst waren. Nachdem es immer wieder zu Streitigkeiten und Kriegen um die Königsthronfolge gekommen war, wurde mit der Goldenen Bulle eine gesetzliche Vorgabe für die Wahl und Krönung eines neuen Königs geschaffen.

Insgesamt wurden sieben Ausfertigungen der Goldenen Bulle hergestellt, das "Reichsexemplar" in Frankfurt am Main war das berühmteste: Es lag am Wahlort und wurde bei jeder Wahl wieder eingesehen.

Der Name „Goldene Bulle“ bezieht sich auf das goldene Siegel der Urkunde.

Alle sieben Originalexemplare befinden sich in deutschen und österreichischen Archiven, je eines davon in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt sowie eines im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt.

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