Weltdokumentenerbe seit 2013

Internationaler Suchdienst (ITS)

Die UNESCO hat die Originaldokumente und die Zentrale Namenkartei im Archiv des International Tracing Service (ITS) im nordhessischen Bad Arolsen in das Register des Weltdokumentenerbes «Memory of the World» aufgenommen.

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Der Gesamtbestand umfasst rund 26.000 laufende Meter an Dokumenten aus der Zeit des Nationalsozialismus und der unmittelbaren Nachrkriegszeit.
Im nordhessischen Bad Arolsen liegt das Archiv des International Tracing Service. Hier lagern rund 30 Millionen Dokumente über die nationalsozialistische Verfolgung und den Holocaust. Die Originaldokumente und die Zentrale Namenkartei hat die UNESCO 2013 in das Register des Weltdokumentenerbes "Memory of the World" aufgenommen.
© Internationaler Suchdienst (ITS) / Alfredo Cillari

Das Zentrum dokumentiert und erforscht die nationalsozialistische Verfolgung, die Zwangsarbeit und den Holocaust anhand von rund 30 Millionen Dokumenten. Zu den bekanntesten zählt die Liste des Fabrikanten Oskar Schindler, mit deren Hilfe er etwa 1.200 Juden vor dem Tod rettete.

Die Zentrale Namenkartei mit über 50 Millionen Hinweiskarten zum Schicksal von 17,5 Millionen Menschen wurde vom International Tracing Service über Jahrzehnte aufgebaut. Darunter befinden sich Zeugnisse der Verfolgung von Minderheiten, politischen Gegnern und Opfern des Nationalsozialismus. Der Gesamtbestand der Originaldokumente beträgt 26 Kilometer (!). Monatlich gehen mehr als 1.000 Anfragen von Opfern und deren Angehörigen sowie von Forschern beim Suchdienst ein.

Die Aufgaben des ITS

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand die Hauptaufgabe des Internationalen Suchdienstes in der Suche nach Überlebenden der NS-Verfolgung und ihren Familienangehörigen. Heute stellt diese humanitäre Tätigkeit einen geringeren, wenn auch weiterhin beachtlichen Teil der Arbeit dar, da sich die Tätigkeitsschwerpunkte im Laufe der Zeit gewandelt haben.

Im Wesentlichen umfassen die Aufgaben des Suchdienstes heute:

  • Schicksale von Verfolgten des NS-Regimes klären,
  • Auskünfte an Opfer und ihre Familienangehörigen erteilen,
  • Dokumente aufbewahren und konservieren,
  • das Archiv für die Forschung erschließen sowie
  • den Internationalen Suchdienst perspektivisch in ein Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung umzuwandeln.

Die Digitalisierung der Dokumente ist wichtig, um den Zugang zu den Unterlagen zu erleichtern. Der Suchdienst stellt Archiven und Museen, wie beispielsweise dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington und der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Unterlagen zur Verfügung. Dazu zählen Dokumente zu Konzentrationslagern und Gefängnissen, die Zentrale Namenkartei, sowie Dokumente zur Zwangsarbeit.

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