Neues Welterbe in Kassel

Bergpark Wilhelmshöhe

Das Welterbekomitee der UNESCO hat den Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel bei seiner Sitzung am 23. Juni 2013 in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. Damit ist er die 38. Welterbestätte in Deutschland und gehört nun zum universellen Kulturerbe der Menscheit.

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Der Ausblick vom Herkules über den Bergpark Wilhelmshöhe.
Auch der Bergpark Wilhelmshöhe gehört zu den hessischen UNESCO-Welterbestätten.
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Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel ist mit seinen beeindruckenden Wasserkünsten etwas Einzigartiges. Der Reiz der am steilen Hang gelegenen Parklandschaft mit seinen monumentalen Wasserbauwerken lockt seit Jahrhunderten Neugierige aus ganz Europa und auch weltweit an.

Nirgendwo sonst hat ein Bauherr gewagt, einen am steilen Hang gelegenen Park mit einer ähnlich aufwändigen Wasserarchitektur auszustatten, die an fünf zentralen Stationen mit einer Wassermenge von 750.000 Litern regelmäßig „bespielt“ wird. Die ungeheuren Wassermassen werden scheinbar auf der Spitze eines Berges entfesselt und kunstvoll in Bahnen gelenkt. Mit ihrer Idee monumentaler Wasserkünste am Berg unterscheiden sich die Kasseler Fürsten von den Standesgenossen ihrer Zeit grundsätzlich – sie ist einzigartig!

Wassertheater und barocke Kaskaden

Über eine Distanz von rund zwei Kilometern hinweg zeigen sich auf fünf zentralen Stationen völlig unterschiedliche „Bühnenbilder“, mit denen ein monumentales Wassertheater inszeniert wird: die barocken Kaskaden, der Steinhöfer Wasserfall, die Teufelsbrücke, das Aquädukt mit den Peneus-Kaskaden und schließlich der Fontänenteich mit der 50 Meter hohen Großen Fontäne.

Diese faszinierende Anlage wird von der riesigen Statue des Herkules überragt, zu dessen Füßen das Wasser entspringt. Unwillkürlich werden die Besucher an eine der Heldentaten des Heroen erinnert, der kurzerhand zwei Flüsse umleitete, um mit der ungebändigten Kraft des Wassers die Ställe des Augias zu reinigen. Die Statue selbst wurde vor 300 Jahren aus qualitätsvollstem Kupfer getrieben und zählt zu den Groß-Skulpturen der Erde.

Projekt mehrerer Generationen

Bedeutend ist auch die Tatsache, dass die Wasserspiele im Bergpark nicht etwa nur von einem einzigen Bauherrn realisiert wurden. Landgraf Carl hatte sie zum Ende des 17. Jahrhunderts begonnen, vollendet wurden sie aber erst rund 130 Jahre später unter Kurfürst Wilhelm II. mit dem Bau des Neuen Wasserfalls. Der Bergpark Wilhelmshöhe mit seinen Wasserkünsten ist somit das zentrale Repräsentationsprojekt mehrerer Generationen.

So lag es nahe, bei der UNESCO einen Antrag auf Aufnahme des Bergparks in die Reihe der wichtigsten Kulturstätten der Erde zu stellen. Der Welterbe-Antrag, den Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann 2010 in Schloss Wilhelmshöhe in Kassel vorgestellt hat, wurde nach der Vorprüfung durch die Kultusministerkonferenz ins Englische übersetzt und vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst dem Welterbezentrum in Paris übergeben.

Der Internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS („International Council on Monuments and Sites“) nahm als beratendes Fachgremium der UNESCO eine sorgfältige Evaluierung des Antrags vor. Auf dieser Grundlage entschied schließlich das Welterbekomitee im Juni 2013 während seiner Jahrestagung in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh, den Bergpark Wilhelmshöhe in die Liste der Welterbestätten aufzunehmen.

 

Das Riesenkopfbecken mit der Fontäne
  • Das Riesenkopfbecken mit der Fontäne
  • Blick vom Herkules über die Kaskaden und das Schloss bis zur Stadt Kassel
  • Die Teufelsbrücke
Wasserkünste und Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe