Erhaltung der Kultur

Kulturinvestitionsprogramm

Mit dem neuen Kulturinvestitionsprogramm stellt die Hessische Landesregierung zehn Millionen Euro für Sanierungen und Restaurierungen von Baudenkmälern wie Schlösser, Gärten und Burgen bereit.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein schaut sich eine Putte auf Schloss Wilhemsthal an
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Auf seiner Reise zu kulturellen Schätzen in Nord- und Mittelhessen machte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein auch auf Schloss Wilhelmsthal Halt. Zu den Höhepunkten des Parks gehört die von Putten geschmückte Grotte.
© kunst.hessen.de

Im Jahr 2015 hat die hessische Landesregierung ein neues Kulturinvestitionsprogramm gestartet. Mit dem Programm sichert sie Sanierungen und Restaurierung der Kulturschätze. Bis zum Jahr 2019 stehen zehn Millionen Euro für Sanierungen und Restaurierungen von Baudenkmälern wie Schlösser, Gärten und Burgen zur Verfügung.

Burgen, Schlösser und Gärten noch attraktiver machen

Die zehn Millionen Euro tragen dazu bei, der besonderen Bedeutung der Denkmalpflege Rechnung zu tragen. Ziel des neuen Kulturinvestitionsprogramms ist, die kulturellen Schätze zu erhalten sowie Burgen, Schlösser und Gärten noch attraktiver für die Besucher zu gestalten. Zudem bietet das Kulturinvestitionsprogramm die einmalige Möglichkeit, ungenutzte denkmalgeschützte Gebäude in neuem Licht erstrahlen zu lassen, um sie dann wieder für die Menschen zugänglich zu machen. Ein weiteres Ziel des Kulturinvestitionsprogramms ist die Verbesserung der Barrierefreiheit. 

Von dem neuen Kulturinvestitionsprogramm profitiert ganz Hessen. Insgesamt sind derzeit 28 einzelne Maßnahmen an 21 Standorten im Land geplant. So trägt das Sonderprogramm maßgeblich dazu bei, wertvolles kulturelles Erbe zu erhalten und für die nachfolgenden Generationen erlebbar zu machen.

Unter anderem sind folgende Projekte geplant:

Bauvorhaben im Kulturbereich: Theater und Museen

Die Landesregierung kommt ihrer Verpflichtung nach, die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und Kultur sowie die Landschaft zu schützen und zu pflegen. Sie will das Kulturerbe bewahren, den Denkmalschutz nachhaltig unterstützen und die kulturelle Vielfalt in Hessen entwickeln.

Die großen Kultureinrichtungen des Landes werden auf diesem Wege saniert und internationalen Standards angepasst. So wurde die Sanierung der Staatstheater Darmstadt, Kassel und Wiesbaden mit insgesamt rund 165 Millionen Euro, die Land und die Sitz-Städte  übernommen haben, möglich.

Ebenso wurde und wird das Museum Wiesbaden in mehreren Bauabschnitten für rund 42 Millionen Euro umgebaut und saniert. Im Mai 2013 feierte das Museum mit der Neupräsentation der Naturhistorischen Sammlungen und der Alten Meister die Wiedereröffnung der sanierten Nord- und Südflügel. Als nächster Bauabschnitt steht u.a. die Neugestaltung des Vorplatzes an.

Auch beim Landesmuseum Darmstadt wurde gebaut: Der „Messelbau" wurde grundlegend saniert und der so genannte Kargelbau für Ausstellungen hergerichtet. Das Landesmuseum öffnete am 13. September 2014 wieder seine Türen.

4,65 Millionen für Vorhaben Dritter

Die Landesregierung hatte auch Vorhaben Dritter, die nicht in Landesträgerschaft sind und an deren Förderung ein besonderes landeskulturpolitisches Interesse besteht, mit einem Volumen von rund 4,65 Millionen Euro gefördert. Zu den 13 geförderten Projekten gehörte unter anderem die Sanierung des Zeughauses des Jagdschlosses Kranichstein, die Einrichtung des Mathematikums in Gießen, die Herrichtung des Marstalls in Bad Arolsen als „Christian Daniel Rauch-Museum“ und die Sanierung der Russisch Orthodoxen Kapelle in Darmstadt.

Auch das Deutsche Filmhaus Wiesbaden hat einen Zuschuss bekommen. Das Filmmuseum Frankfurt hat  2,5 Millionen Euro und das Städelmuseum eine Million Euro Förderung erhalten.

Projekte der hessischen Welterbestätten

Im Jahr 1995 nahm die UNESCO die Fossilienfundstätte Grube Messel in das Welterbe auf. Die Grube Messel war das erste Weltnaturerbe in Deutschland. Das Land Hessen ist damit die Verpflichtung eingegangen, die Stätte in angemessener Weise der Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein wichtiger Schritt dafür war die Eröffnung des Besucher- und Informationszentrums am Rand der Grube. Hier vermitteln eine Ausstellung und verschiedene Veranstaltungen in unmittelbarer Nähe des Welterbes die Bedeutung des Welterbes. Das Land stellte hierfür rund zehn Millionen Euro (inkl. Ausstattung) zur Verfügung.

Die Idee für den weiteren Ausbaus des Römerkastells Saalburg wurde 1995 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Damals zeichnete es sich ab, dass mit dem vorhandenen Gebäudebestand eine zeitgemäße Museumsarbeit und Forschungstätigkeit nicht zu gewährleisten war. Daher wurde das Römerkastell Saalburg als Museum, Forschungsstätte und außerschulischer Lernort weiterentwickelt und die Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission dort untergebracht. In diesem Zusammenhang wurde die Saalburg zum Archäologischen Park ausgebaut, das Institutsgebäudes (Praetorium) erweitert, ein Museumsgebäude (Fabrica) sowie zwei römische Streifenhäuser errichtet, der Bauhof umgebaut und das Außengelände neu gestaltet. Das Land stellte hierfür rund 7,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Der an den Hängen des Rheingaus gelegene Niederwald mit seinem berühmten Denkmal markiert den südlichen Auftakt zum UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Dort sollen die Besucher den Osteinschen Park als herausragendes kultur- und landesgeschichtliches Zeugnis der Gartenkunst des 18. Jahrhunderts erleben – auch mit besseren Serviceeinrichtungen wie dem neuen Informationszentrum am Niederwalddenkmal. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 7,5 Millionen Euro, wovon das Land rund fünf Millionen Euro trägt.

Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten

Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten konnte auch mit Hilfe des Kulturinvestitionsprogramms viele Projekte angehen. Dazu gehören

Landesamt für Denkmalpflege

Das Keltenmuseum am Glauberg beeindruckt nicht nur mit seiner unverwechselbaren Architektur als Teil des dezentralen Archäologischen Landesmuseums. Auch die Ausstellung stellt das Haus in eine Reihe mit den bedeutenden Keltenmuseen in Europa. Das Museum präsentiert dauerhaft wissenschaftlichen Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen und beachtlichen Forschungsaktivitäten am Glauberg und die bei den Ausgrabungen geborgenen, sensationellen keltischen Originalfunde vor Ort. Die Kosten beliefen sich auf rund neun Millionen Euro.

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