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WELTDOKUMENTENERBE SEIT 2017

Papyrusdokument der „Constitutio Antoniniana“

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Papyrusdokument der „Constitutio Antoniniana“
© Universitätsbibliothek Gießen / Barbara Zimmermann

Das Papyrusdokument der „Constitutio Antoniniana“, das in der Uni-Bibliothek in Gießen aufbewahrt wird, wurde 2017 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen. Es ist das einzige erhaltene Exemplar des Dokuments, mit dem Kaiser Marcus Aurelius Severus Antoninus Schätzungen zufolge zwischen 212 bis 213 nach Christus sämtlichen freien Bewohnern des Römischen Reichs das Bürgerrecht verlieh. Das Resultat: Erstmals wurde ein einheitlicher Bürgerstatus für Millionen von Menschen unterschiedlicher Kulturen auf drei Kontinenten geschaffen.

Vorläufer des Subsidiaritätsprinzips

Dabei wurden bestehende Bürgerrechte und lokale Rechtstraditionen nicht abgeschafft, sondern weiterhin garantiert. Auch gewachsene juristische und administrative Strukturen wurden nicht zerschlagen, sondern in das römische Imperium integriert. Ein Großteil der öffentlichen Aufgaben stand somit in lokaler oder regionaler Verantwortung. Vor über 1800 Jahren gab es also bereits Vorläufer des heutigen Subsidiaritätsprinzips im föderalen Deutschland oder der Europäischen Union.