Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Hochschulen und Studium

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Diese Informationen finden Sie hier

Am 7. Mai 2020 hat das Hessische Kabinett weitere Öffnungen in den Bereichen Wissenschaft und Kunst beschlossen.

Grundsätzlich gilt, dass die Öffnungen in der nachfolgend dargestellten Form nur denkbar sind, wenn die geforderten Hygienekonzepte und Abstandsregeln eingehalten werden, und so die Anzahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner die Zahl von 50 Infizierten in einer Woche in einem Landkreis / einer kreisfreien Stadt nicht übersteigt. In einem ungünstigeren Verlauf sind erneute Einschränkungen unumgänglich. Die tragenden Säulen sind Abstand, Hygiene und Nachverfolgung. Rechtstechnisch stehen die Schließung oder Teilschließung von Institutionen und das Kontaktverbot nicht mehr nebeneinander. Durch die Zusammenführung in der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung wird verdeutlicht, dass die Schließung von Institutionen Folge des Kontaktverbots ist und die (Teil-)Öffnung eine Ausnahme darstellt. 

Die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung ersetzt ab dem 9. Mai 2020 die Dritte und die Vierte Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus. Auslegungshinweise finden Sie auf der Website des Wirtschaftsministeriums.

Forschungs- und Lehrbetrieb

Für den Forschungs- und Lehrbetrieb an Hochschulen, Berufs- und Musikakademien und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gilt § 1 Abs. 2 Nr. 1 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung. Demnach ist von der Hochschule oder Forschungseinrichtung für den Präsenzbetrieb ein umfassendes Abstands- und Hygienekonzept notwendig. Für die Beschäftigten, die Präsenzlehre und für Externe sollte dies ebenfalls bereits bestehen. Online-Lehre soll vorrangig vor Präsenzlehre umgesetzt werden. Begründete Abweichungen sind möglich, z.B. aufgrund der Besonderheiten der Lehrinhalte (Labore, Musikstudium, Sportpraxis, keine Online-Kapazität). Es gibt weiterhin kein Wahlrecht der Lehrenden zwischen Online- und Präsenzlehre, sondern eine Orientierung an Notwendigkeiten. Fällt die Entscheidung zu Gunsten der Präsenzlehre, gilt die bisherige Beschränkung der Personenanzahl von 15 nicht mehr. Vielmehr ist die Personenhöchstzahl nach der Raumgröße unter Beachtung des Abstandsgebots von mindestens 1,5 m in alle Richtungen zu bestimmen. 

Berufungskommissionen und Gremiensitzungen

Für Berufungskommissionen und Gremiensitzungen gilt nun ohne spezielle Einschränkung die Regelung des § 1 Abs. 2 Nr. 1 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung. Das Abstandsgebot von mindestens 1,5 m in alle Richtungen und die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Hygiene und die dringende Empfehlung zum Mund-Nasen-Schutz sind zu beachten. 

Sportpraktische Studienanteile 

Für sportpraktische Studienanteile gilt nicht die Sonderregelung in § 2 Abs. 5 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung. Diese Regelung ermöglicht Studierenden vielmehr das Training zur Prüfungsvorbereitung und der Hochschule die Abnahme von sportpraktischen Prüfungsleistungen sowie Studieneignungsfeststellungstests für das Sportstudium. 

Kunsthochschulen

Atelierarbeit an Kunsthochschulen kann als Teil der Lehre gesehen werden. Konzerte, die als Prüfung gewertet werden, sind eine solche und keine Kulturveranstaltung. 

Informationen zum anstehenden Sommersemester 2020

Das gemeinsame Vorgehen haben HMWK und Hochschulen in einem gemeinsamen Schreiben skizziert.

Wir gehen neue Wege 

Hochschule lebt vom Austausch zwischen Menschen. Da die aktuelle Lage genau diesen Kern betrifft, wird das kommende Semester kein gewöhnliches. Wir setzen gemeinsam auf Flexibilität bei der Gestaltung des Lehr-, Studien- und Prüfungsbetriebs. Lehre und Forschung werden in Formen geschehen, die den epidemiologischen Anforderungen genügen. Das heißt vor allem: mit vorläufig eingeschränktem Präsenzbetrieb und neuen Formaten. Unser gemeinsames Ziel ist, dass möglichst alle, die das Semester absolvieren wollen, dies soweit wie möglich auch können. 

Wir legen gemeinsam los 

Am 20. April startet der Lehrbetrieb an den Hochschulen des Landes Hessen zunächst mit digitalen Angeboten. Auch in vielen anderen Bundesländern ist das der Startpunkt. Wir sind begeistert, wie viele neue digitale Angebote und zusätzliche Lösungen in den letzten Wochen innerhalb der Hochschulen erarbeitet wurden. Je nach behördlichen Anordnungen werden im Laufe des Semesters voraussichtlich auch wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden. Wir haben in Hessen gemeinsam entschieden, innerhalb des Sommersemesters das Ende der Vorlesungszeit flexibel nach hinten zu verschieben. Dabei wollen wir auch auf eine Erholungszeit und die familiäre Situation in den hessischen Sommerferien Rücksicht nehmen. Konkrete Daten wollen wir bald je nach individuellen Gegebenheiten miteinander entscheiden. 

Niemand soll zurückbleiben 

Studierende, die keine oder nicht alle vorgesehenen Leistungen aufgrund der Folgen der Covid-19-Pandemie erbringen können, sollen grundsätzlich keine Nachteile erfahren. Dies gilt insbesondere hinsichtlich Regelungen, welche z.B. die Regelstudienzeiten aufgreifen. Die Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder werden sich beim Bund dafür einsetzen, dass beim BAföG, dem Kindergeld, der Krankenversicherung u.ä. flexible Regelungen gefunden werden, die den Lebenswirklichkeiten der Studierenden in Zeiten der Covid-19-Pandemie gerecht werden.

Wir strengen uns an 

Gemeinsam wollen wir möglichst viele und hochwertige Angebote trotz der Einschränkungen ermöglichen. Die ungewohnten Formate verlangen von allen große Anpassungsleistungen. Deswegen sind insbesondere die Lehrenden, aber auch die administrativ-technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleichermaßen gefordert, ihren Beitrag in diesen neuen Formaten zu erbringen. Auch von den Studierenden verlangt es die Bereitschaft, sich vertrauensvoll und engagiert auf diese neuen Formate einzulassen. Für die großen Anstrengungen, die dabei schon geleistet werden, danken wir sehr. Wir werden Sie dabei weiter unterstützen. Auch jenseits der Lehre gibt es Veränderungen: Bei der wichtigen Frage der Bibliotheken etwa sollen Anpassungen den Ausleihbetrieb sicherstellen und digitale Angebote ausgebaut werden. Da es mehr freie Räume in den Hochschulen gibt, können einige der in den letzten Wochen ausgefallenen Prüfungen auf großer Fläche mit dem nötigen physischen Abstand im Verlauf des Sommersemesters nachgeholt werden. Auch die Forschung wird im Rahmen des Möglichen mit aller Kraft fortgeführt. Wir unterstützen dabei insbesondere den wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchs und setzen uns dafür ein, dass auch dieser Gruppe keine Nachteile aus der gegenwärtigen Situation entstehen. Wir setzen uns dementsprechend auf Bundesebene für eine Anpassung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes sowie entsprechende Ausnahmeregelungen bei Drittmittelgebern ein. 

Wir behalten die nächste Etappe im Blick 

Die Verschiebungen an den Hochschulen im Sommersemester und bei den Abiturprüfungen in mehreren Bundesländern werden auch Auswirkungen auf das kommende Wintersemester 2020/2021 haben. Wir haben uns auf Bundesebene darauf verständigt, dass wir einheitliche Lösungen finden. Sie sollen sowohl den Studierenden gerecht werden, die vorlesungsfreie Zeiten für Erholung, Arbeit oder Praxiseinheiten brauchen, als auch den neuen Erstsemestern, die ein verlässliches Zulassungsverfahren bzw. Eignungsprüfungen an den Kunsthochschulen, einen Studienplatz und einen reibungslosen Studienstart erwarten. Wir gehen derzeit davon aus, dass die Vorlesungen des Wintersemesters am 1.11.2020 beginnen. 

Informationen zu Prüfungen

Die allgemeine Regelung für Prüfungen findet sich in § 1 Abs. 1 Nr. 5 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung. Diese Regelung umfasst auch alle Prüfungen im Studium oder zur Feststellung der Studieneignung, inklusive des TMS. Für diese gibt es keine spezifischen Hygieneregelungen. Es gibt auch keine Beschränkung in der Teilnehmerhöchstzahl. Die Personenhöchstzahl ist nach der Raumgröße unter Beachtung des Abstandsgebots von mindestens 1,5 m in alle Richtungen zu bestimmen. Wie bei allen Präsenzaktivitäten sind auch hier die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Hygiene und die dringende Empfehlung zum Mund-Nasen-Schutz nach § 1 Abs. 5 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung zu beachten. 

Für die Prüfungen zu Staatsexamen sind die Ministerien für Gesundheit (Medizin und Zahnmedizin, Pharmazie, Psychotherapie), Umwelt (Veterinärmedizin), Recht (Jura) und Kultus (Lehramt) zuständig. Hier gelten unterschiedliche Regelungen. Über den aktuellen Stand Auskunft geben können die Prüfungsämter: 

Betrieb der Mensen

Betriebskantinen sind ab dem 15. Mai 2020 nicht mehr privilegiert. Ab dann gilt § 4 Abs. 2 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung. Dieser gilt auch für Mensen der Studentenwerke. 

Kleinere Veranstaltungen

Kleinere allgemeinen Veranstaltungen, wie Erstsemestermessen, Examensfeiern, Bürger- oder Kindervorlesungen, wissenschaftliche Kongresse, etc. sind möglich; hier gilt § 1 Abs. 2 Nr. 4 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung.

Informationen zu Einkommensausfällen bei Studierenden

Grundsätzlich trennt der Bundesgesetzgeber zwischen Studierenden und Nichtstudierenden. Die Möglichkeit, dass Jobcenter Studierenden in besonderen Härtefällen Leistungen in Höhe des Arbeitslosengeld II gewähren, wird sehr restriktiv gehandhabt. Eine Änderung ist auf Landesebene nicht möglich; sie müsste durch die Bundesregierung erfolgen.

Generell haben sich Studierendenwerke und Studierendenverbände an die Bundesregierung gewandt, um die Einrichtung eines Notfonds für in wirtschaftliche Not geratene Studierende zu erreichen. Mit Fragen zu bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten können sich Studierende an die Sozialberatung des Studierendenwerks wenden, das für ihre Hochschule zuständig ist.

Das Deutsche Studentenwerk hat ebenfalls Antworten zu vielen möglichen Fragen Studierender zusammengetragen. 

Auswirkungen von Corona auf BAföG und AFBG

Zu Fragen rund um das Thema Corona und BAföG/AFBG haben wir eine gesondere FAQ-Liste angelegt.

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