Hessenschau-Interview vom 28.01.2014

"Es ist ein tolles Amt"

Wissenschaftsminister Boris Rhein war am 28. Januar 2014 in der "Hessenschau" zu Gast und stand HR-Moderatorin Constanze Angermann Rede und Antwort. Hier können Sie das Interview im Wortlaut nachlesen.

Constanze Angermann: Boris Rhein, guten Abend und herzlichen Glückwunsch Herr Wissenschaftsminister, muss man ja jetzt sagen.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: Dankeschön, herzlichen Dank, Frau Angermann.

Angermann: Aber es ist offenbar nicht Ihr Wunschjob, wieso eigentlich?

Rhein: Es war bestimmt bis zu dem Zeitpunkt, als der Ministerpräsident mir eröffnet hat, dass ich Wissenschafts- und Kunstminister werde, nicht mein Wunschjob, aber ich würde aus heutiger Sicht sagen, eine gute Entscheidung von Volker Bouffier. Die Chancen und die Herausforderungen in diesem Ressort sind enorm, nicht umsonst hat er gesagt, es ist ein Zukunftsministerium. Und wenn man sich anschaut, was dort zu verantworten ist, Wissenschaft und Kunst, Forschung, die Universitäten, dann kann man das so unterstreichen, und deswegen ist das – das kann ich schon jetzt nach wenigen Tagen im Ressort sagen – ein tolles Amt.

Angermann: Aber sicher nicht nur ein Spaßjob, denn da gibt es ja wirklich Herausforderungen, nicht nur intellektuelle, sondern die Unis platzen aus allen Nähten, die wollen von Ihnen Geld, aber die wollen vor allen Dingen auch eine Strategie für die Zukunft, und eben nicht nur für die Elite Förderung.

Rhein: Das stimmt, wir müssen uns natürlich auch in der Breite aufstellen, das ist überhaupt keine Frage. Das heißt aber nicht, dass man Eliteförderung nicht macht. Das werden wir insbesondere - das Aufstellen - machen, mit dem Aushandeln des Hochschulpaktes ab 2016, das wird eine der ganz großen Aufgaben sein in der nächsten Zeit im Dialog mit den Präsidenten, mit den Hochschulen, mit den Studierenden, aber wir werden insbesondere auch die Infrastruktur der Hochschulen weiter instand halten und ausbauen, beispielsweise durch die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, weitere eine Milliarde Euro bei Heureka draufzulegen.

Angermann: Der Job bietet auch die Chance Ihr Image als Hardliner etwas zu soften. Werden Sie diese Chance nutzen?

Rhein: Nun, ich werde insbesondere die Chance nutzen, im Kunstbereich, im Kulturbereich mich zu engagieren, das ist ein Bereich, der mich ganz besonders interessiert.

Angermann: Wie kunstsinnig sind Sie denn?

Rhein: Ich selbst habe im Orchester gespielt. Ich bin sehr aufgeschlossen für moderne Kunst. Ich bin ein Fan – das will ich ganz offen gestehen – der Museen, die wir haben, der Landesmuseen Darmstadt, Wiesbaden, aber beispielsweise auch der Museen in Frankfurt, Frau Genzheimer führt ein tolles Haus, Herr Hollein. Also ich freue mich darauf, war vor Kurzem im Konzert in der Alten Oper, habe mir in diesen Minuten, als ich da saß, gedacht, Mensch, das ist ein tolles Ressort, mit tollen Aufgaben, die du da zu verantworten hast. Es war Justus Frantz und die Philharmonie der Nationen mit der 9. Sinfonie, also ein tolles Erlebnis.

Angermann: Es ist ein Anfang, aber es ist auch ein Abschied. Rückblickend, als Innenminister, würden Sie alles noch mal so machen?

Rhein: Ja, eindeutig, ich glaube, dass wir eine gute Bilanz vorzuweisen haben. Ein eindeutiges „Ja“ kann man immer auch ein bisschen einschränken, bei einigen Entscheidungen hätte ich vielleicht noch mal anders – (Frage: Welche?) – das behalte ich für mich, aber das können Sie sich denken. Aber wenn Sie sich heute anschauen, die Situation in den Stadien, da sind wir meilenweit weiter als andere Bundesländer. Wenn Sie sich hier die Situation in der Organisierten Kriminalität anschauen, Stichwort Hells Angels, auch da sind wir Schrittmacher gewesen. Und insbesondere, wenn Sie sich anschauen, dass wir es gewesen sind in Hessen, die das Thema Salafismus - aus meiner Sicht die größte sicherheitspolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts - ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt haben, das waren richtige Entscheidungen, und deswegen: gute Bilanz. Aber ich bin, wenn ich zurückblicke, nicht wehmütig, und im Übrigen bin ich auch einer der immer nach vorne schaut.

Angermann: Alles Gute für Ihren neuen Job, und danke, dass Sie da waren.

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