Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein

2,95 Milliarden Euro investiert Hessen 2017 in Wissenschaft und Kultur

Thema: 
Kunst und Kultur, Wissenschaft, Hochschulen
14.10.2016Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

150 zusätzliche Stellen für wissenschaftlichen Nachwuchs – Studentenwerke erhalten 1,2 Millionen Euro mehr – Zuschüsse für Filmförderung um zwei Millionen Euro erhöht

Wiesbaden. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein hat heute die wesentlichsten Punkte des Wissenschafts- und Kunsthaushalts für das Jahr 2017 vorgestellt. Demnach investiert die Landesregierung mit dem Haushalt 2017 insgesamt 2,684 Milliarden Euro in Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie 232,3 Millionen Euro in Kunst und Kultur.

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein: „Die Landesregierung setzt auch im kommenden Jahr einen besonderen Schwerpunkt bei Forschung und Bildung, denn die Wissenschaft ist der Motor für Innovation und damit für den Wohlstand in Hessen. Die Gelder sind eine gute Investition in die Zukunft unseres Landes, genau wie die Millionen Euro, mit denen wir unser reichhaltiges kulturelles Erbe fördern und bewahren sowie Impulse für die Kultur in der Zukunft setzen.“

Wissenschaft und Forschung

Der Haushaltsplan sieht demnach 100 neue Professorenplanstellen, 50 Professorenstellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie mehr Geld für die Studentenwerke vor. Zudem steigt das Hochschulbudget um insgesamt rund 18,6 Millionen Euro. Insgesamt stärkt das Land Wissenschaft und Forschung mit über 2,684 Milliarden Euro.

100 Professorenstellen
Zwei Akzente im Wissenschaftshaushalt 2017 kommen insbesondere dem wissenschaftlichen Nachwuchs zugute und sorgen für mehr dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse: Zum einen stellt die hessische Landesregierung 100 zusätzliche Professorenstellen zur Verfügung und reagiert damit auf die dauerhaft höheren Studierendenzahlen. Mittlerweile nimmt fast die Hälfte eines jeden Jahrgangs ein Studium auf. Die Auswirkungen der Zuwanderung der vergangenen Jahre lassen sich noch nicht genauer abschätzen; offensichtlich wird dadurch aber die Nachfrage nach Studienplätzen ebenfalls steigen.

50 Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs
Hinzu kommen 50 Professorenstellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, die die hessische Landesregierung in einem zentralen „Stellenpool“ zusammenfasst. Ab kommendem Jahr kann das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst denjenigen Hochschulen Professuren zuweisen, die sich erfolgreich für das neue Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beworben haben. Mit dem Programm sollen bundesweit insgesamt 1.000 sogenannte Tenure-Track-Professuren zusätzlich eingerichtet werden. Diese Professuren, die in Hessen „Qualifikationsprofessuren mit Entwicklungszusage“ heißen, ermöglichen es, den berufenen Nachwuchskräften im Fall der nachgewiesenen Bewährung eine Dauerprofessur ohne weitere Bedingungen zu übertragen.

„Die zusätzlichen Planstellen schaffen bessere und verlässlichere Chancen für alle Beteiligten: Die Studierenden werden intensiver betreut, die Professorinnen und Professoren können mit dauerhaften und hochwertigen Beschäftigungsverhältnissen rechnen. Besonders freue ich mich für den wissenschaftlichen Nachwuchs: Ihm bieten wir sicherere Zukunftsperspektiven“, so Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Steigerung des Hochschulbudgets um 18,6 Millionen Euro
Auch finanziell können Hessens Hochschulen mit mehr rechnen: Für ihre Grundfinanzierung stellt das Land Hessen den Hochschulen planmäßig 18,6 Millionen Euro mehr zur Verfügung – damit steigt die Summe auf 1,6 Milliarden Euro. Hinzu kommen 302 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt 2020, den das Land Hessen zur Hälfte finanziert und aus dem anteilig auch Baumaßnahmen realisiert werden. Mit dem Geld können die Hochschulen vor allem auf die gewachsene Zahl von Studienanfängern reagieren.

Leistungen für Studentenwerke werden um 1,2 Millionen aufgestockt
Die hessischen Studentenwerke erhalten von der Landesregierung nach Erhöhungen in den Landeshaushalten 2015 und 2016 eine weitere zusätzliche Förderung in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Damit erhöht sich die Landesförderung auf rund 21,1 Millionen Euro pro Jahr –  das sind rund 20 Prozent mehr als noch 2014. Mit den zusätzlichen Mitteln können die Studentenwerke einen Teil der durch anhaltend hohe Studierendenzahlen gestiegenen Kosten decken. Dazu zählen vor allem die Ausgaben für Mensen und Cafeterien sowie für das Personal der Ämter für Ausbildungsförderung.  

„Mit dieser Steigerung der Landesförderung stellt die Landesregierung einmal mehr unter Beweis, dass wir neben leistungsfähigen Hochschulen auch auf eine hervorragend ausgestattete soziale Infrastruktur für die Studierenden Wert legen“, ergänzt Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Kunst und Kultur

Neben den Aktivitäten im Bereich Hochschulen, Wissenschaft und Forschung setzt die Landesregierung im Bereich Kunst und Kultur weitere Akzente.

Zuschüsse für die Filmförderung werden um zwei Millionen Euro erhöht
So verfügt die HessenFilm und Medien GmbH insgesamt über eine Landesförderung von 8,2 Millionen Euro. Hinzu kommen die Mittel des Hessischen Rundfunks, so dass ab 2017 knapp neun Millionen Euro für die Filmförderung durch die Film GmbH zur Verfügung stehen werden. Gegenüber 2016 konnten diese Fördermittel um eine Million Euro erhöht werden. Daneben fand in Höhe einer weiteren Million Euro eine Umwandlung der Fördermittel von einer Darlehens- in eine Zuschussförderung statt, wodurch eine größere Gestaltungsmöglichkeit in der Filmförderung erreicht wird. Da für sonstige Fördermaßnahmen weiterhin rund 0,8 Millionen Euro unmittelbar durch das Ministerium zur Verfügung gestellt werden, beläuft sich die Filmförderung in Hessen nun auf fast zehn Millionen Euro.

„Ich freue mich außerordentlich, dass nach der erfolgreichen Gründung der HessenFilm und MedienGmbH in 2016 nun auch die Fördersituation in Hessen nachhaltig verbessert werden kann und wir den Filmschaffenden in Hessen noch attraktivere Arbeitsbedingungen bieten können“, erläuterte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Ein herausragendes Restaurierungsprojekt: Die Kaiserwohnung im Schloss Bad Homburg
Zusätzlich zur laufenden Sanierungsmaßnahme am Königsflügel (rund sieben Millionen Euro) werden im Haushalt 2017 erstmals Mittel in Höhe von 450.000 Euro für die Ausstattung der Kaiserwohnung im Schloss Bad Homburg bereitgestellt. Dabei handelt es um die einzigen noch original erhaltenen kaiserlichen Wohnräume in Deutschland. Insgesamt werden in den kommenden zwei bis drei Jahren hierfür rund 1,5 Millionen Euro benötigt, die teilweise zusätzlich zur Verfügung gestellt, teilweise aus dem Budget der Hessischen Schlösserverwaltung getragen werden.

„Mit der Restaurierung der Kaiserwohnung wird es gelingen, das Bad Homburger Schloss wieder als wichtigen Besuchermagnet weit über Bad Homburg und die Region hinaus sichtbar zu machen“, führte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein aus.      

Zwei zusätzliche Stellen für die Umsetzung des Kulturgutschutzgesetzes
Mit dem Inkrafttreten des Kulturgutschutzgesetzes am 6. August 2016 sollen Raubgrabungen und illegaler Handel bekämpft und der Schutz von Kulturgut gesichert werden. Durch das Gesetz wird aber auch der notwendige Verwaltungsaufwand erhöht, um zum Beispiel das neue Ausfuhrkontrollverfahren in EU-Mitgliedsstaaten umzusetzen. Hierfür werden dem Ressort 2017 zwei zusätzliche Stellen zur Verfügung stehen.

500.000 Euro mehr für die Kulturelle Bildung
Der Begriff Kulturelle Bildung hat Hochkonjunktur. In Hessen wird mit den aus dem „Kulturkoffer“ finanzierten Projekten insbesondere Kindern und Jugendlichen der einfache Zugang zu Museen und Malerei, Film, Tanz und Theater, Musik und anderen kreativen und künstlerischen Ausdrucksformen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Wohnort oder Umfeld ermöglicht. Standen im ersten Jahr 2015 noch rund 490.000 Euro zur Verfügung, sind es in diesem Jahr bereits 930.000 Euro. 2017 kann dieser Betrag noch einmal um 500.000 Euro erhöht werden, so dass dann 1,3 Millionen Euro für Projektförderungen und 140.000 Euro für die Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung (LKB) zur Verfügung stehen.

Neue Broschüre zur Halbzeitbilanz
Passend zu den Neuigkeiten für das kommende Haushaltsjahr hat Wissenschaftsminister Boris Rhein die jüngste Broschüre seines Hauses vorgestellt: Die Halbzeitbilanz „2 ½“ gibt einen Einblick in die Arbeit und die vielfältigen Aufgaben des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst aus den vergangenen 30 Monaten. Die Erfolgsgeschichte des bundesweit einmaligen Forschungsförderprogramms LOEWE ist darin genauso ein Thema wie die Neubauten des Hochschulbau-Programms HEUREKA oder die Entwicklung der hessischen Hochschulen. Auch Hessens Kulturschätze kommen nicht zu kurz: „2 ½“ zeigt zum Beispiel das Konzept der „Route der Romantik“, in das die Landesregierung mehr als zehn Millionen Euro investiert.

Die neue Broschüre „2 1/2“ können Sie unter https://wissenschaft.hessen.de/presse/unsere-aktuellen-broschueren downloaden oder über die Pressestelle des HMWK kostenlos per Post anfordern.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Frau Sissi Hajtmanek
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