Startseite Presse Pressemitteilungen Acht neue Forschungsprojekte haben Vorauswahl für LOEWE-Förderung bestanden
Wissenschaftsminister Boris Rhein

Acht neue Forschungsprojekte haben Vorauswahl für LOEWE-Förderung bestanden

Thema: 
Wissenschaft, Hochschulen, LOEWE
22.06.2018Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

LOEWE-Gremien fordern Forschungsverbünde auf, Vollanträge in der 12. Auswahlrunde des LOEWE-Programms einzureichen

Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute bekanntgegeben, dass acht der 17 Forschungsvorhaben, die sich für eine Förderung in der 12. Auswahlrunde des LOEWE-Programms beworben haben, eine Chance auf Förderung erhalten. Die in Frage kommenden Projekte sind jetzt aufgefordert, bis zum 1. Dezember 2018 einen Vollantrag einzureichen.

Prinzip der Bestenauslese

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Mit dem bundesweit einmaligen Forschungsförderungsprogramm LOEWE unterstützt die Landesregierung hervorragende wissenschaftliche Forschungsprojekte, die sich im wettbewerblichen Auswahlverfahren im Sinne der Bestenauslese durchsetzen. Diese Bestenauslese stellen die Mitglieder des LOEWE-Programmbeirats und die externen Gutachtenden sicher. Ihnen gilt daher mein ausdrücklicher Dank, denn sie gewährleisten mit ihrer sachkundigen und kritischen Prüfung die Qualitätssicherung im LOEWE-Programm.“

LOEWE-Budget beträgt in diesem Jahr 68 Millionen Euro

LOEWE steht für Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz und ist das zentrale Forschungsförderprogramm des Landes Hessen. Insgesamt hat das Land von 2008 bis 2017 rund 729 Millionen Euro für das themenoffene LOEWE-Programm und damit für die Förderung herausragender Forschungsvorhaben bereitgestellt. In diesem Jahr beträgt das LOEWE-Budget rund 68 Millionen Euro.

Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, der Vorsitzende des LOEWE-Programmbeirats ergänzte: „Der LOEWE-Programmbeirat begrüßt die Einreichung von Antragsskizzen aus den unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen ausdrücklich: Im LOEWE-Programm zeigt sich die Vielfalt hessischer Forschungskompetenz. Die eingereichten, insgesamt sehr guten Skizzen machen uns die Auswahl schwer und zeigen, dass die Potenziale der hessischen Forschenden auch nach zehn Jahren LOEWE lange nicht ausgeschöpft sind.“

Arbeit an drängenden Fragen unserer Zeit

„In den Projekten arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen gemeinsam an drängenden Fragen unserer Zeit. Die bewilligten LOEWE-Projekte repräsentieren dabei nicht nur die exzellente Forschung hessischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sondern auch die enge Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft im Land. Deshalb setzen wir die Erfolgsgeschichte des Forschungsförderungsprogramms LOEWE konsequent fort“, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Folgende Vorhaben der 12. Förderstaffel wurden zur Vollantragstellung aufgefordert

Förderlinie 1 – LOEWE-Zentren

emergenCITY - The Emergency Responsive Digital City – Die Resiliente Digitale Stadt

Antrag gestellt von: Technische Universität Darmstadt (Federführung), Universität Kassel, Philipps-Universität Marburg

Wie kann die Funktionsfähigkeit digitaler Städte in Extremsituationen, Krisen und Katastrophen verbessert werden?

Digitale Städte der Zukunft nutzen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), um Energie, Verkehr, Gesundheit, Staat und Verwaltung zu organisieren. Diese Systeme müssen jedoch auch in Extremsituationen, Krisen und Katastrophen funktionieren. Das beantragte LOEWE-Zentrum „emergenCITY“ erarbeitet Lösungen, die bei Naturereignissen, menschlichem und technischem Versagen sowie Gewalt und Terror einen Notbetrieb sicherstellen, schnelle Hilfe ermöglichen und eine effiziente Rückkehr zur Normalität unterstützen sollen.

Reliability Analytics

Antrag gestellt von: Technische Universität Darmstadt (Federführung), Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD (beide Darmstadt), Fraunhofer ISC / Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS (Hanau), Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt)

Wie können Digitalisierung und 3D-Druck zum Erhalt der Leistungsfähigkeit des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus beitragen?

Maschinen- und Anlagenbau prägen die deutsche Volkswirtschaft. Das beantragte LOEWE-Zentrum „Reliability Analytics“ will der Branche dabei helfen, auf die Herausforderungen der Zukunft – die Digitalisierung und den 3D-Druck – zu reagieren. Die Forscherinnen und Forscher entwickeln Methoden und Prozesse, um effizient und nachhaltig Produkte zu entwickeln, ihre Zuverlässigkeit vorhersagen zu können und die Ressourceneffizienz von Produkten des Maschinen- und Anlagenbaus zu bewerten.

Förderlinie 2 – LOEWE-Schwerpunkt

TRABITA - Transiente Bindungstaschen für die Wirkstoffentwicklung

Antrag gestellt von: Technische Universität Darmstadt (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Hochschule Darmstadt

Wie entwickelt man Wirkstoffe für pharmakologisch bisher unzugängliche Proteine?

Medikamente wirken in der Regel, indem sie sich an Proteine binden, die für die Krankheit eine Rolle spielen. Ein geeigneter Bindungsort in diesen Proteinen – die sogenannte Bindungstasche – ist essentiell für die Entwicklung von Medikamenten. Wer weiß, wie diese Taschen aufgebaut sind, kann die Wirkstoffentwicklung dramatisch beschleunigen. Der beantragte LOEWE-Schwerpunkt „TRABITA“ will sich besonders auf Bindetaschen von Proteinen konzentrieren, die flexibel sind – so genannte transienten Bindetaschen – und sie effektiver zu identifizieren.

CMMS - Mehrskalen-Modellierung in den Lebenswissenschaften

Antrag gestellt von: Frankfurt Institute for Advanced Studies (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Max-Planck-Institut für Biophysik, Max-Planck-Institut für Hirnforschung (beide Frankfurt)

Wie kann man komplexe biologische Systeme besser quantitativ verstehen?

Wer die Menge verschiedener Eigenschaften von biologischen Systemen erfasst, kann auf dieser Basis mathematische Modelle entwickeln. Diese Modelle helfen, die Funktionsweise von Organismen zu verstehen, medizinische Intervention auszumachen und biotechnologische Methoden zu etablieren. Daher erforscht der beantragte LOEWE-Schwerpunkt „CMMS“ neue Ansätze für die Datenorganisation, optimierte Algorithmen und gemeinsam geplante Experimente zur Bestimmung der notwendigen Parameter oder zur Verifikation des Modells.

Digitalisierte Bildungsprozesse (DBP)

Antrag gestellt von: Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (Frankfurt)

Wie verändert Digitalisierung die Bildungsprozesse und welche Kompetenzen sind erforderlich, um erfolgreich in digitalisierten Bildungsprozessen und Arbeitskontexten zu agieren?

Für globalisierte, digitalisierte Wissensgesellschaften sind erfolgreiche Bildungsprozesse eine der wichtigsten Aufgaben für den zukünftigen Erfolg und die gerechte soziale Teilhabe ihrer Mitglieder. Der LOEWE-Schwerpunktantrag „Digitalisierte Bildungsprozesse“ untersucht, wie die Digitalisierung die Schul- und Erwachsenenbildung verändert.

Minderheitenstudien: Sprache und Identität

Antrag gestellt von: Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Justus-Liebig-Universität Gießen

Wie interagieren die identitätsbedingenden Faktoren (Sprache, Religion, kulturelles Erbe etc.) miteinander im Kontext der Migration von Minderheiten?

Seit 2015 erlebt Europa die massivste Einwanderungswelle seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie dort als Minderheiten verfolgt und unterdrückt werden. Durch die Einwanderung ändert sich ihre Situation: Von einer Minderheit im eigenen Land werden sie zusätzlich zu einer Minderheit im fremden Land. Diese Problematik will der beantragte LOEWE-Schwerpunkt „Minderheitenstudien: Sprache und Identität“ erforschen. Insbesondere geht es um die Frage, inwieweit die Wechselwirkung zwischen Selbst- und Fremdsicht zu einem Identitätswandel im Zielland führen kann.

VeWA - Vergangene Warmzeiten als natürliche Analoge unserer 'hoch-CO2' Klimazukunft

Antrag gestellt von: Einrichtung: Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Frankfurt)

Was erwartet uns, wenn sich der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre gegenüber dem Wert der vorindustriellen Zeit nahezu verdoppelt?

Im beantragten LOEWE-Projekt „VeWa“ untersuchen Forscherinnen und Forscher Klima und Umwelt aus der Zeit vor mehr als 35 Millionen Jahren. Den Rückblick in die Vergangenheit verstehen sie als Fenster zur Zukunft: Denn schon damals gab es extrem hohe CO2-Werte. Als Klimaarchive nutzen sie die Zusammensetzung mariner Organismen und von Sedimenten am Land, unter anderem der Welterbe-Stätte Grube Messel. Daraus wollen sie das Klima, die Chemie des Ozeans und die Entwicklung der Artenvielfalt auf dem Land und im Meer ableiten. Die Ergebnisse sollen in einer Mitmach-Ausstellung im Senckenberg Museum präsentiert werden.

GLUE - G protein-coupled receptor Ligands for Underexplored Epitopes

Antrag gestellt von: Philipps-Universität Marburg (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt, Max-Planck-Institut für Herz und Lungenforschung (Bad Nauheim), Technische Universität Darmstadt

Anschleichen statt angreifen: Kann man alternative Bindestellen für Arzneistoffe in Rezeptoren nutzbar machen, um so zielgenauere und mit weniger Nebenwirkungen behaftete Wirkstoffe zu entwickeln?

Rund ein Drittel aller zugelassenen Arzneimittel wirken über die Familie der so genannten G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Sie suchen sich geeignete Bindungsorte – die Bindetaschen. Die räumlichen Anordnungen der bisher genutzten Bindetaschen sind jedoch häufig sehr ähnlich, sodass Arzneistoffe oft zu wenig selektiv sind. Dadurch steigt die Gefahr von Nebenwirkungen. Das beantragte LOEWE-Forschungsprojekt macht sich zur Aufgabe, alternative Bindetaschen und deren Eignung für die Wirkstoffentwicklung zu erforschen.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr Christoph Schlein
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
+49 611 32 32 30
+49 611 32 32 99
pressestelle@hmwk.hessen.de
Schließen