Wissenschaftsministerin Angela Dorn:

„Demokratie braucht eine freie Wissenschaft“

Thema: 
Wissenschaft, Hochschulen
03.05.2019Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Starke Stimme der Vernunft gegen Fake News – Ministerin Dorn unterstützt „March for Science“

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Eine Gruppe von Demonstranten beim "March of Science" in den USA.
Der „March for Science“ findet in diesem Jahr weltweit zum dritten Mal statt. Auslöser für den ersten „March for Science“ waren wissenschaftsfeindliche Äußerungen und Maßnahmen der Regierung Trump in den USA.
© wissenschaft.hessen.de / Vlad Tchompalov

Wiesbaden. Wissenschaftsministerin Angela Dorn unterstützt den Einsatz der Initiative „March for Science“, die am 4. Mai für eine freie und offene Wissenschaft und für ihren Wert im Kampf gegen „alternative Fakten“ wirbt. An diesem Tag gehen Tausende Menschen in ganz Deutschland und in anderen Ländern auf die Straße, um beim „March for Science“ für die Freiheit der Wissenschaft weltweit zu demonstrieren. In Hessen sind Veranstaltungen in Frankfurt und Kassel geplant. Ministerin Dorn spricht zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des „March for Science“ in Frankfurt.

„Wissenschaftsfreiheit schützen“

Wissenschaftsministerin Angela Dorn: „Demokratie braucht eine starke, eine unabhängige Wissenschaft. Wissenschaftsfreiheit kann nicht hoch genug geschätzt werden. Denn wir brauchen die Wissenschaft, um die Welt zu verstehen. Wenn wir Entscheidungen treffen, die ihre Erkenntnisse ignorieren, fahren wir gegen die Wand. Die Einsicht, dass Logik und Vernunft dem bloßen Meinen und Glauben überlegen sind, hat zur Aufklärung geführt – davor war Mittelalter. Leider gibt es starke Bewegungen, die sich gegen die Wissenschaftsfreiheit und gegen die Wissenschaftlichkeit richten. Wenn Politiker wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren oder gar unterdrücken, weil es in ihre Agenda passt, wird es gefährlich. Wohin das führt, sehen wir in der Türkei, wo Erdogan nach dem Putschversuch Hochschulen schließen und ihre Beschäftigten verhaften ließ. Wir sehen es in Ungarn, wo das Regime Orban die Central European University drangsaliert, oder in den USA, wo Präsident Trump die Budgets von Forschungseinrichtungen kürzte, deren Ergebnisse ihm nicht gefielen.“

„Leider haben ‚Fake News‘, schlichte Erklärungsmuster, pseudowissenschaftlicher Blödsinn und Verschwörungstheorien einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den komplexen Zugangsweisen der Wissenschaft: Sie lassen sich gut in leicht verständlicher Alltagssprache darstellen, die die Gefühlswelt der Adressaten anspricht, und spektakulär zuspitzen“, erklärte Ministerin Dorn. „Deshalb muss auch die Wissenschaft ihre Stimme in Debatten laut und vernehmbar erheben können. Sie muss sich verständlich ausdrücken, ohne zu banalisieren. Sie muss zugänglich sein, damit Menschen sich nicht ausgeschlossen fühlen. Daher gehört zu einer freien Wissenschaft auch eine starke Wissenschaftskommunikation. Ich möchte mit einer Veranstaltungsreihe meines Ministeriums einen kleinen Beitrag dazu leisten und künftig in einer Veranstaltungsreihe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Orte einladen, an denen sie sonst selten auftreten, in Gasthäuser im ländlichen Raum zum Beispiel. Am Stammtisch will ich sie ins Gespräch mit Menschen bringen, die in ihrem Alltag weniger Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen haben.“

Zur Geschichte des „March for Science“

Nach dem Auftakt im Jahr 2017, bei dem weltweit rund 1,3 Millionen Menschen für die Freiheit der Wissenschaft auf die Straße gegangen sind, findet der „March for Science“ in diesem Jahr weltweit zum dritten Mal statt. Auslöser für den ersten „March for Science“ waren wissenschaftsfeindliche Äußerungen und Maßnahmen der Regierung Trump in den USA. Er hatte unter anderem die globale Erwärmung als Schwindel bezeichnet und starke Kürzungen für Forschungseinrichtungen angekündigt. International wird der „March for Science“ von vielen wissenschaftlichen Organisationen und bekannten Personen unterstützt.

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