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Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein

Doppelhaushalt 2018/19: Hessen investiert rund 6 Milliarden Euro in Wissenschaft und Kultur

Thema: 
Kunst und Kultur, Wissenschaft, Hochschulen
13.09.2017Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Rekordsumme für Wissenschaft, Forschung und Lehre – Forschungseinrichtungen in Hessen so stark wie nie gefördert – Programm „Erhaltung Historisches Erbe“ ermöglicht Sanierungen an Burgen und Schlössern

Diagramm: Entwicklung der Gesamtausgaben
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© wissenschaft.hessen.de

Wiesbaden. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein hat heute die wichtigsten Punkte des Doppelhaushaltes 2018/19 für sein Ressort vorgestellt. Demnach investiert die Landesregierung in den beiden kommenden Jahren insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro in Wissenschaft, Forschung und Lehre. Das ist die bisher größte Summe, die das Land Hessen für diese zentralen Themen bereitstellt. Kunst und Kultur fördert das Land in den kommenden beiden Jahren mit rund 491 Millionen Euro. Damit stehen für das gesamte Ressort rund 6 Milliarden Euro in den Jahren 2018 und 2019 zur Verfügung.

Wissenschaft und Forschung stark wie nie gefördert

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein: „In den vergangenen vier Jahren haben wir den Haushalt des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst um rund 335 Millionen Euro aufgestockt – von 2,64 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf jeweils rund 3 Milliarden Euro in den Jahren 2018 und 2019. Dieser Doppelhaushalt stärkt Wissenschaft und Forschung so intensiv wie noch nie, denn sie sind der Motor für Innovation und damit für den Wohlstand in Hessen. Die Gelder sind eine gute Investition in die Zukunft unseres Landes, genau wie die 491 Millionen Euro, mit denen wir unser reichhaltiges kulturelles Erbe fördern und bewahren sowie Impulse für die Kultur in der Zukunft setzen.“

Wissenschaft und Forschung

Für die Jahre 2018 und 2019 sind jeweils rund 2,7 Milliarden Euro für Wissenschaft, Forschung und Lehre im Haushalt eingestellt.

Steigerung des Hochschulbudgets um 68 Millionen Euro

Für ihre Grundfinanzierung stellt das Land Hessen den Hochschulen planmäßig in den nächsten beiden Jahren insgesamt rund 68 Millionen Euro (2018: 24,1 Millionen Euro, 2019: 43,7 Millionen Euro) mehr zur Verfügung – damit steigt die Summe des Hochschulbudgets auf 1,67 Milliarden Euro im Jahr 2018 und auf 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2019. Hinzu kommen 265,1 Millionen Euro in 2018 und 232,2 Millionen Euro in 2019 aus dem Hochschulpakt 2020, den das Land Hessen über die gesamte Laufzeit zur Hälfte finanziert und aus dem anteilig auch Baumaßnahmen realisiert werden. Mit dem Geld können die Hochschulen vor allem auf die gewachsene Zahl von Studienanfängern reagieren.

Stärkung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen

Neben den Hochschulen prägen außeruniversitäre Forschungseinrichtungen die hessische Forschungslandschaft.

  • Für das Helmholtz International Center für FAIR werden zur Überführung in eine „Helmholtz-Academy“ im Jahr 2018 rund 1,05 Millionen Euro und 2019 rund 1,7 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt, um eine konstante Finanzierung durch das Land und Bund in Höhe von 6 Millionen Euro sicherzustellen.
  • Hessen wird Sitz eines Nationalen Zentrums für IT-Sicherheit, das Bund und Land Hessen finanzieren. Zu diesem Zweck werden die Zahlungen des Landes für das Center for Research in Security and Privacy (CRISP) in Darmstadt, die bisher in Höhe von 2 Millionen Euro pro Jahr bis 2018 befristet waren, verstetigt.
  • Hessen erhält ein weiteres Fraunhofer-Institut und wird Sitz eines Fraunhofer-Instituts für öffentliche Sicherheit, das in Deutschland die Bereiche Infrastruktur, Luft/Verkehr und Sicherheit exklusiv behandelt. Mit Blick auf den Rhein-Main-Flughafen und die wissenschaftlichen Kapazitäten in Darmstadt ist der Standort konkurrenzlos. Vorgesehen ist eine Beteiligung des Landes in Höhe von insgesamt
    45 Millionen Euro, von denen 2018 eine halbe Million Euro und 2019 eine Million Euro bereitgestellt werden
  • Hessen will mit der Justus-Liebig-Universität Gießen ein Helmholtz-Institut für Lungengesundheit einrichten, das ein weltführendes translationales Institut für neuartige Diagnostik- und Behandlungsverfahren für Lungenerkrankungen ist. Im Haushalt 2018/19 werden dafür erste Planungskosten veranschlagt.
  • Zum weiteren Ausbau Hessens als Hotspot der IT-Sicherheit stellt die Landesregierung die Weichen zur Ansiedlung eines Max-Planck-Instituts für Cybersicherheitsforschung. Im Falle des Zuschlages durch die Max-Planck-Gesellschaft würde die Gesamtfinanzierung des Landes rund 50 Millionen betragen. In 2019 sind hierfür eine halbe Million Euro als erste Anlaufrate vorgesehen.
  • Bis zur nächsten documenta im Jahr 2022 schaffen das Land Hessen und die Stadt Kassel ein documenta-Institut, das die Geschichte der documenta aufarbeiten und sich interdisziplinär mit ihren Schwerpunkten beschäftigen soll. Zusammen mit der Stadt Kassel und dem Bund soll ein Bau für das documenta-Institut errichtet werden. Das Land Hessen stellt hierfür insgesamt 6 Millionen Euro zur Verfügung – beginnend mit dem Haushalt 2018.

Auch die kleinen Institute profitieren

Aber auch die kleinen hessischen Institute in Frankfurt werden gestärkt. Hierbei geht es insbesondere um eine verstärkte Forschung und Nachwuchsförderung, um die Zukunftsfähigkeit dieser Institute sicherzustellen. Beispielhaft seien hier erwähnt:

  • Das Institut für Sozialforschung erhält jeweils von Land und Stadt ab 2018 dauerhaft eine um 88.000 Euro erhöhte institutionelle Förderung. Daneben sind in 2018 85.000 Euro und in 2019 45.000 Euro an Projektförderung zusätzlich vorgesehen.
  • Das Institut für sozial-ökologische Forschung, das allein vom Land institutionell gefördert wird, erhält 2018 eine Erhöhung dieser Förderung um 120.000 Euro und 2019 um weitere 50.000 Euro.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen vernetzen

„Die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind die Denkfabriken unseres Landes, von ihnen gehen wichtige Impulse auf nationaler und europäischer Ebene aus. Mit der Steigerung des Hochschulbudgets stellt die Landesregierung einmal mehr unter Beweis, dass wir neben leistungsfähigen Hochschulen auch auf eine hervorragend ausgestattete soziale Infrastruktur für die Studierenden Wert legen. Besonders im Fokus stehen die Forschungseinrichtungen in unserem Land: Sie werden in Zukunft so stark wie noch nie gefördert. Unsere Mittel sollen eine möglichst enge Vernetzung mit den Hochschulen des Landes herstellen und sie gleichzeitig langfristig stärken“, so Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Stellen-Entwicklungen

Zur Verbesserung der Karrierechancen des wissenschaftlichen Nachwuchses werden 78 W 1-Juniorprofessuren in W 2-Professuren angehoben. Diese sollen für eigene Tenure Track-Strategien der Hochschulen verwendet werden. Diese Professuren, die in Hessen „Qualifikationsprofessuren mit Entwicklungszusage“ heißen, ermöglichen es, den berufenen Nachwuchskräften im Fall der nachgewiesenen Bewährung eine Dauerprofessur ohne weitere Bedingungen zu übertragen.

Freifahrt auch für Beschäftigte der TU Darmstadt und Goethe-Universität

Ab dem kommenden Jahr fahren alle Landesbediensteten kostenlos mit dem öffentlichen Nahverkehr. Da die Goethe-Universität Frankfurt und die Technische Universität Darmstadt mit jeweils eigener Tarifhoheit agieren, wären die Bediensteten normalerweise vom Jobticket ausgeschlossen. Das Land Hessen stellt rund drei Millionen jährlich zur Verfügung, damit sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenfalls mit Jahrestickets ausstatten können.

„Für die Ausbildung der jungen Menschen an den Hochschulen gilt es weiterhin, die personelle Situation der Einrichtungen zu sichern und dem Nachwuchs in der Forschung neue Chancen zu eröffnen. Durch unsere Förderung können die Studierenden intensiver betreut werden, die Professorinnen und Professoren mit dauerhaften und hochwertigen Beschäftigungsverhältnissen rechnen. Zudem freut es mich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unserer Unterstützung auch vom attraktiven Jahresticket profitieren“, ergänzte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Duales Studium – ein Erfolgsmodell

Das Duale Studium steht für ein praxisintegrierendes Studium, bei dem die Studierenden parallel eine Ausbildung in einem Betrieb oder einer sozialen Einrichtung durchlaufen. Ziel ist, die Zahl dual Studierender bis 2020 auf 8.000 zu steigern (aktuell sind es rund 5.300). Für die Förderung dualer Studienangebote stellt die Landesregierung zusätzlich eine halbe Million Euro im Jahr 2018 und eine Million Euro im Jahr 2019 bereit.

„Das Duale Studium ist ein Erfolgsmodell: Durch den dreimonatigen Wechsel von Theorie- und Praxisphasen wird den Studierenden auf hervorragende Weise eine Vernetzung von Studium und Arbeitsumgebung geboten. Außerdem stärkt das Duale Studium die Zusammenarbeit der Hochschulen mit der Wirtschaft, was dem Technologietransfer umfassend zu Gute kommt“, so Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Kunst und Kultur

Neben den Aktivitäten im Bereich Hochschulen, Wissenschaft und Forschung setzt die Landesregierung im Bereich Kunst und Kultur weitere Akzente. Im Jahr 2018 stehen für dafür rund 245 Millionen Euro und 2019 rund 246 Millionen Euro bereit. Das entspricht einer Steigerung des Haushalts um rund 21 Millionen Euro im Vergleich zu 2016.

Kultur im ländlichen Raum stärken

Um einmalige Projekte und innovative Formate im ländlichen Raum zu stärken, stellt die Landesregierung in den beiden kommenden Jahren zusätzlich jeweils 200.000 Euro für Literatur, Musik, Kunst und spartenübergreifende Kulturprojekte bereit.

Kulturkoffer bringt Kunst zu Kindern

Mit dem Modellprojekt „Kulturkoffer“ erhalten seit 2016 Kinder und Jugendliche kostenfreie oder kostengünstige kulturelle Angebote. Er beinhaltet ein Projektpaket, bestehend aus bewährten sowie neuen, teils noch zu entwickelnden Kulturprogrammen. Bisher wurden in drei Ausschreibungsrunden 73 Projekte mit über einer Million Euro gefördert. Insgesamt stellt die hessische Landesregierung in den Jahren 2016 bis 2019 rund 5,4 Millionen Euro für die kulturelle Bildung bereit.

„Modellprojekt Soziokultur“ wird weiter ausgebaut

Mehr als 700.000 Menschen besuchen jährlich in Hessen die rund 4.000 Veranstaltungen in den freien Kultureinrichtungen. Die soziokulturellen Zentren sehen sich als Orte für den Dialog, für Partizipation und genreübergreifende, ganzjährige Kulturarbeit. Dieses Engagement fördert das Land Hessen seit 2016 mit dem „Modellprojekt Soziokultur“, das erstmals eine größtmögliche Selbstverantwortung der Kulturschaffenden ermöglicht. Das Modellprojekt wurde von den Akteuren sehr gut angenommen und soll daher weiter ausgebaut und etabliert werden. Für 2018 ist eine Erhöhung der Mittel um 144.000 Euro und für 2019 in Höhe von 246.000 Euro vorgesehen.

„Kunst und Kultur soll Menschen erreichen – unabhängig von Alter, Herkunft, Wohnort oder Umfeld. Vor allem im ländlichen Raum funktioniert Kulturvermittlung und -förderung am besten über Angebote vor Ort, die ihre Zielgruppen direkt ansprechen. Vor allem Kindern und Jugendlichen wollen wir kulturelle Teilhabe und Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen. Denn vielfältige kulturpädagogische und künstlerische Angebote bereichern den Alltag unserer Kinder und bieten ihnen nachhaltige positive Impulse für ihre Persönlichkeitsentwicklung“, so Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Sonderprogramm „Erhalt Historisches Erbe“ (EHE)

Um die kulturellen Schätze unseres Landes noch bekannter zu machen, hat die hessische Landesregierung in diesem Jahr bereits die neue Dachmarke „Kultur in Hessen“ eingeführt. Zudem wird ab 2018 ein Sonderprogramm aufgelegt, um dringend notwendige Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen am Historischen Erbe durchzuführen. Das neue Programm „EHE“, das ab 2018 mit 1,5 Millionen und ab 2019 mit 2 Millionen jährlich ausgestattet wird, entlastet bereits laufende Bauunterhaltungs-Mittel.

Theaterförderung ausgebaut

Auch in Zukunft sollen die drei Staatstheater in Darmstadt, Wiesbaden und Kassel die Leuchttürme der Darstellenden Kunst bleiben. Das Kapital dieser Häuser sind – neben der Kreativität – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um die Zukunft der Häuser in diesem Sinne zu sichern und zu entlasten, werden die Tariferhöhungen wieder in vollem Umfang übernommen. Die Freien Theater werden in dieser Legislaturperiode mit zusätzlichen 300.000 Euro gefördert. Ab dem Jahr 2018 wird erstmals auch der Frankfurt LAB e.V. mit 175.000 Euro gefördert, eine Produktionsstätte verschiedener Kooperationspartner (darunter die Frankfurter Musikhochschule, das Ensemble Modern und der Mousonturm), die vor allem dem professionellen Bühnennachwuchs Raum bietet.

Filmförderung in Hessen liegt inzwischen bei rund 10 Millionen Euro

Seit 2016 wird die Filmförderung unter Beteiligung des Hessischen Rundfunks in der neu gegründeten HessenFilm und Medien GmbH gebündelt. Ab dem Jahr 2018 will auch das ZDF der Gesellschaft Filmfördermittel zur Verfügung stellen. Vom Land erhält die GmbH im Haushalt 2018/2019 Mittel für die Filmförderungen von jeweils rund vier Millionen Euro. Zusammen mit den Bürgschaftsmitteln des Landes und den Zuwendungen des Hessischen Rundfunks sowie des ZDF belaufen sich die Mittel auf insgesamt rund neun Millionen Euro. Mit den Zuwendungen für beispielsweise dem Deutsche Filminstitut oder Filmfestivals, liegt die Filmförderung inzwischen bei insgesamt rund 10 Millionen Euro.

„Hessen hat sich zu einem profilierten Film- und Medienstandort entwickelt. Auch in den beiden kommenden Jahren ist unser Ziel, mehr Filme in Hessen sowie mehr Filme aus Hessen zu produzieren und damit Hessen auf der Leinwand mit den Schauspielern und dem Know-how der Produzenten in Szene zu setzen. Wir wollen die Standortbedingungen und die innovativen Kräfte in der hessischen Film- und Medienbranche stärken, die Auftragslage in Hessen weiter verbessern und damit die Beschäftigung für Kreative und Filmschaffende sichern“, so Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein abschließend.

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