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Wissenschaftsminister Boris Rhein

Forschungsprojekte erhalten 46,3 Millionen Euro aus Förderprogramm LOEWE

Thema: 
Wissenschaft, LOEWE
28.06.2018Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Ein neues LOEWE-Zentrum und fünf neue LOEWE-Schwerpunkte in Hessen werden in der 11. Förderstaffel ab 1. Januar 2019 unterstützt

Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute die Förderentscheidungen für die 11. LOEWE-Staffel bekannt gegeben. Demnach haben sich die externen Gutachterinnen und Gutachter sowie der LOEWE-Programmbeirat für die Förderung von insgesamt einem neuen LOEWE-Zentrum und fünf neuen LOEWE-Schwerpunkten ausgesprochen, die die hohen Voraussetzungen des LOEWE-Programms erfüllt haben. LOEWE steht für Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz und ist das zentrale Forschungsförderprogramm des Landes Hessen.

Ab 1. Januar 2019 erhalten folgende Forschungsprojekte Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 46,3 Millionen Euro für die Laufzeit von vier Jahren:

LOEWE-Zentren:

LOEWE-Schwerpunkte:

Insgesamt lagen den LOEWE-Gremien in dieser Förderstaffel neun so genannte Vollanträge von hessischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen vor, die im Frühjahr 2018 durch unabhängige Gutachterinnen und Gutachter jeweils vor Ort bewertet worden waren. Von den jetzt getroffenen Förderentscheidungen profitieren fünf Universitäten und vier außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Die ausgewählten Projekte sind in den Lebenswissenschaften sowie Natur- und Ingenieurwissenschaften angesiedelt.

Großer Wert auf Auswahlverfahren

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Ich freue mich sehr, dass viele hochwertige Projekte die Gutachterinnen und Gutachter überzeugen konnten. Dies belegt einmal mehr, dass es der Landesregierung mit dem Forschungsförderprogramm LOEWE gelungen ist, die hessische Wissenschaftslandschaft nachhaltig zu festigen, markante Profile zu bilden und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Hochschulen zu stärken.“

Die Landesregierung legt bei LOEWE besonderen Wert auf das wettbewerbliche Auswahlverfahren im Sinne einer Bestenauslese. Der LOEWE-Programmbeirat mit Professor Dr. Karl Max Einhäupl (Charité – Universitätsmedizin Berlin) an der Spitze, empfiehlt auf Basis externer wissenschaftlicher Fachgutachten vielversprechende förderungswürdige Forschungsprojekte. Hinzu kommt die LOEWE-Verwaltungskommission, die anschließend über die Förderung entscheidet.

Expertise macht LOEWE erst möglich

„Der LOEWE-Programmbeirat begrüßt nachdrücklich, dass bei der Vergabe von LOEWE-Fördermitteln die wissenschaftliche Exzellenz konsequent das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung von beantragten Projekten darstellt. Das strikt wettbewerbliche Auswahlverfahren in den drei LOEWE-Förderlinien ist eine notwendige Grundlage, um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hessen nachhaltig voranzubringen“, ergänzte Professor Dr. Karl Max Einhäupl.

„Dem Programmbeirat, den Gutachtergruppen und der Verwaltungskommission gilt mein Dank. Ihre Expertise macht ein so erfolgreiches Forschungsförderprogramm wie LOEWE erst möglich. Eine exzellente Forschung sichert die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und das kommt allen Menschen in Hessen zugute“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Insgesamt hat das Land von 2008 bis 2017 rund 729 Millionen Euro für das themenoffene LOEWE-Programm und damit für die Förderung herausragender Forschungsvorhaben bereitgestellt. In diesem Jahr beträgt das LOEWE-Budget rund 68 Millionen Euro.

LOEWE-Zentrum der 11. Förderstaffel

 

„FCI Frankfurt Cancer Institut“

Projektpartner: Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Georg-Speyer-Haus (Frankfurt), Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (Bad Nauheim), Paul-Ehrlich-Institut (Langen)
LOEWE-Förderung: 23.587.056 Euro
Förderzeitraum: 2019 – 2022 (1. Förderperiode)

Kann man vorhersagen, wie Krebspatienten auf ihre Therapie ansprechen?

Krebsgene kann man heute innerhalb weniger Tage komplett entschlüsseln. Doch um vorhersagen zu können, wie gut der Patient auf die Therapie ansprechen wird, reichen genetische Daten nur bedingt aus. Denn dazu müsste man wissen, wie sich die Mutationen innerhalb der Tumorzelle auswirken und welche Effekte dies auf das umgebende Gewebe und das Immunsystem hat. Dieses komplexe Geschehen zu erforschen, ist die Aufgabe des LOEWE-Zentrums Frankfurt Cancer Institute (LOEWE FCI), in dem Grundlagenforscher und Kliniker eng in interdisziplinären Teams zusammenarbeiten werden. Zusätzlich sind Partner aus der Pharma-Industrie eingebunden.

LOEWE-Schwerpunkte der 11. Förderstaffel

 

„SMoLBits – Skalierbare Molekulare Quantenbits“

Projektpartner: Universität Kassel (Federführung)
LOEWE-Förderung: 4.391.040 Euro
Förderzeitraum: 2019 – 2022

Kann uns die Natur helfen, einen Quantencomputer zu bauen?

Quantencomputer versprechen, bisher mit konventionellen Rechnern nicht lösbare Probleme zu lösen. Deshalb arbeiten Firmen wie IBM, Google oder Microsoft an ihrer Realisierung. Die aktuell verwendeten Konzepte sind jedoch stark begrenzt. Der LOEWE-Schwerpunkt „Skalierbare Molekulare Quantenbits (SMolBits)“ untersucht ein neues Konzept, bei dem einzelne Moleküle als Informationseinheit (Quantenbit) verwendet werden, um einen skalierbaren Quantencomputer realisieren zu können. Dazu soll eine Technologieplattform auf der Basis eines Photonikchips realisiert werden, auf der einzelne Moleküle miteinander über Licht verknüpft werden – die Natur also ins Spiel kommt.

„MOSLA – Molekulare Speicher zur Langzeitarchivierung“

Projektpartner: Philipps-Universität Marburg, Justus-Liebig-Universität Gießen, Technische Universität Darmstadt
LOEWE-Förderung: 4.228.732 Euro
Förderzeitraum: 2019 – 2022

Wie lassen sich digital gespeicherte Informationen langfristig und ohne Datenverlust für die Zukunft archivieren?

Das Forschungsvorhaben soll neue Lösungsansätze zur Langzeitspeicherung von Informationen in molekularbiologischen und chemischen Systemen erforschen. Damit würde es das Problem des „Digital Dark Age“ lösen, also die Gefahr, dass in der Zukunft Datenträger von heute nicht mehr gelesen werden können. Neben der technischen Realisierung von Informationsspeicherung ist die spätere Dekodierung ein zentrales Thema langzeitgespeicherter Informationen und wird in MOSLA durch das Zusammenwirken von linguistischer, genetischer und chemischer Informations-Codierung angegangen.

„Natur 4.0 – Flächendeckendes Naturschutzmonitoring durch vernetzte Sensorik und integrative Datenanalyse“

Projektpartner: Philipps-Universität Marburg (Federführung), Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Frankfurt), Justus-Liebig-Universität Gießen, Technische Universität Darmstadt
LOEWE-Förderung: 4.775.184 Euro
Förderzeitraum: 2019 – 2022

Wie kann man Daten zur Umweltbeobachtung umfassend erheben und so zusammenführen, dass sie für differenzierte Naturschutzstrategien genutzt werden können? Um die Natur zu schützen, muss man sie beobachten und bewerten. Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung neuer Methoden zum flächendeckenden Naturschutzmonitoring. Das Vorhaben kombiniert naturschutzfachliche Expertenaufnahmen und vernetzte Fernerkundungs- und Umweltsensoren, die an unbemannten Flugobjekten sowie einzelnen Tieren angebracht, aber auch in bürgerwissenschaftlichen Projekten oder Expertenstudien eingesetzt werden sollen. Natur 4.0 ermöglicht die differenzierte und kosteneffektive Beobachtung von naturschutzrelevanten Gebieten sowie die Entwicklung von Frühwarnindikatoren, etwa bei zeitlichen Veränderungen der Eigenschaften von Mikrohabitaten oder Bewegungsprofilen.

„Nukleare Photonik“

Projektpartner: Technische Universität Darmstadt (Federführung)
Fördersumme: 4.658.144 Euro
Förderzeitraum: 2019 – 2022

Wie können moderne Höchstleistungslaser zur Schaffung und Nutzung neuer Strahlungsquellen eingesetzt werden?

Die Nukleare Photonik ist ein neues Forschungsgebiet, das moderne Höchstleistungslaser nutzt, um bisher unerreichte Eigenschaften von Teilchenstrahlen zu verwirklichen. Die Palette der neuen Strahlungsquellen reicht dabei von polarisierten Gammastrahlen bis zu lasergetriebenen Neutronenstrahlen. Die entwickelten Strahlungsquellen erlauben einen neuen Einblick in den Aufbau der Materie und versprechen eine Vielzahl von Anwendungen in Industrie und Technik. Das geplante „Internationale Zentrum für Nukleare Photonik“ der TU Darmstadt verknüpft Lasertechnologie mit Methoden der Kernphysik. Es bildet ein nationales Zentrum für Forschung und Lehre auf diesem neuen Wissenschaftsgebiet und dient sowohl hessischen Studierenden und Unternehmen als auch den internationalen Partnerinstitutionen als zentrale Anlaufstelle.

„FLAME – Fermi-Level Engineering Antiferroelektrischer Materialien für Energiespeicher und Isolatoren“

Projektpartner: Technische Universität Darmstadt (Federführung)
LOEWE-Förderung: 4.655.437 Euro
Förderzeitraum: 2019 – 2022

Wie kann man die Eigenschaften von Funktionsmaterialien über deren elektronische Struktur einstellen?

Im Projekt FLAME werden antiferroelektrische Materialien für Isolatoren und Kondensatoren mit hoher Energie- und Leistungsdichte entwickelt. Diese ermöglichen eine effizientere Wandlung und Übertragung elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen und in der Elektromobilität. Der auf andere Materialien und Anwendungsbereiche übertragbare Forschungsansatz basiert darauf, optimierte elektronische Strukturen einzustellen (Fermi Level Engineering), die mit Computersimulationen vorhergesagt und experimentell realisiert werden. Dadurch wird eine zielgenaue Einstellung der Eigenschaften bei verkürzten Entwicklungszeiten möglich.

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Pressesprecher: 
Herr Christoph Schlein
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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