Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein

Kultur stiftet Identität, Verbundenheit und Vielfalt

Landesregierung plant für 2017 Ausgaben von mehr als 232 Millionen Euro für Kunst und Kultur

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute in seiner Regierungserklärung betont, dass der Erhalt des Erbes unserer Vergangenheit und die gezielte Förderung der Moderne ein wichtiges Anliegen der Landesregierung ist. Die Kultur sei der Schlüssel, um Identität und Verbundenheit mit dem Land, in dem wir leben, zu stiften.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Es ist unsere Aufgabe, den Austausch zwischen allen Nationen, die in unserem Land leben, und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Ich sehe es daher als ein zentrales Anliegen, die kulturelle Bildung mit Nachdruck zu stärken. Um möglichst viele junge Menschen anzusprechen, haben wir in Hessen gemeinsam mit Kommunen und privaten Förderern den ‚Kulturkoffer‘ gepackt.“

Kulturelle Bildung

Im Jahr 2016 ist ein erfolgreicher Start des „Kulturkoffers“ gelungen: 28 Projekte sowie der Ausbau vorhandener erfolgreicher Programme der kulturellen Bildungsarbeit sorgen dafür, dass Jugendliche – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Wohnort oder Umfeld – attraktive kulturelle Angebote bekommen. Standen im ersten Jahr 2015 noch rund 490.000 Euro für die kulturelle Bildung zur Verfügung, sind es in diesem Jahr bereits 930.000 Euro. 2017 kann dieser Betrag noch einmal um 500.000 Euro erhöht werden, und auch 2018 ist eine weitere Erhöhung auf dann insgesamt 1,76 Millionen Euro beabsichtigt.

„Kern der Idee ist es, jungen Menschen – gerade auch im ländlichen Raum – mehr Kulturerlebnisse zu verschaffen und insgesamt mehr jungen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben in unserem Land zu ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Baustein dafür ist die Zusammenarbeit zwischen Kulturschaffenden und den Schulen: Wir wollen die Theaterarbeit in Schulen weiter fördern – zum Beispiel Initiativen wie ,Flux – Theater und Schule‘ – oder auch die etablierten Kooperationen zwischen den allgemeinbildenden Schulen und den Musikschulen.“

Filmland Hessen

Hessen freut sich über eine stetig wachsende Bedeutung der Filmbranche und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem profilierten Filmstandort entwickelt.

„Mit der neu gegründeten HessenFilm und Medien GmbH haben wir unserem Filmland in der Filmförderung ein neues Gesicht gegeben. Seit Anfang 2016 gibt es nur noch einen zentralen Ansprechpartner für die Filmförderung in Hessen, egal ob kulturelle, wirtschaftliche, Festival- oder Nachwuchsförderung. Darüber hinaus ist Hessen nun Mitglied in ‚Focus Germany‘, der Dachorganisation der großen regionalen Filmfördereinrichtungen. Die Mitgliedschaft in diesem Verbund ist für die hessische Filmförderung ein Meilenstein“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Mit der Hessischen Film- und Medienakademie hat das Land einen national beachteten Schwerpunkt in der Nachwuchsförderung aufgebaut. Zusätzlich sollen junge Unternehmer und Filmemacher künftig durch die so genannte „Talentpaketförderung“, aber auch durch eine spezielle Debüt- und Zweitfilmförderung besonders unterstützt werden.

Als Träger der B3 Biennale des bewegten Bildes hat das Land gemeinsam mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach eine innovative und zukunftsorientierte Referenzveranstaltung entwickelt, mit der der interkulturelle Austausch gefördert und eine Businessplattform für die hessische Kreativwirtschaft etabliert werden soll. Die international ausgerichtete B3 führt der Rhein-Main-Region interessante neue Kontakte, Know-how, neue Projekte und in der Zukunft mögliche Neuansiedlungen von nationalen und internationalen Firmen zu.

„In der Medienbranche gilt China als Wachstumsmarkt und als Markt mit neuen frischen Ideen. Es war deshalb nur konsequent, dass die B3 die 2015 begonnene Kooperation mit der China Central Academy of Fine Arts Beijing intensiviert“, ergänzte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Museen

Auch die vielfältigen Schätze der staatlichen Museen spielen eine wichtige Rolle in der Kulturpolitik des Landes: Die Landesmuseen in Darmstadt, Wiesbaden und Kassel sowie die Keltenwelt am Glauberg und die Saalburg ziehen viele Besucher an.    
Im September 2014 wurde das Hessische Landesmuseum Darmstadt nach umfassender Sanierung wieder eröffnet. Das Landesmuseum in Kassel hat nach acht Jahren baulicher Sanierung und Neukonzeption vor wenigen Wochen seine Tore wieder geöffnet. Aber auch dem Museum Wiesbaden stehen nach vielen Jahren der Bautätigkeit heute 7.400 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. 

Pressemitteilungen zur hessischen Kulturpolitik

„Was viele gar nicht wissen: Seit bereits gut zwei Jahren gewähren wir Kindern und Jugendlichen freien Eintritt in die Dauerausstellungen unserer Landesmuseen. Damit gehören wir zu den Vorreitern eines möglichst schwellenfreien Zugangs zu Kunst und Kultur. Auch aus diesem Grund haben wir aktuell das Angebot auf Familien in Hessen ausgeweitet, so dass ab sofort mit der Familienkarte Hessen auch für die erwachsenen Begleiter der freie Eintritt in die Sammlungen der Landesmuseen gilt“, informierte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Neben den Landesmuseen entsteht mit dem Neubau des Tapetenmuseums in Kassel ein in Deutschland einzigartiger Ausstellungsort für eine Spezialsammlung von Weltgeltung. Hier ist es gelungen, ein Projekt auf den Weg zu bringen, das auch internationale Reputation erlangen wird und – wie das Schaufenster Tapetenmuseum zeigen konnte – auch bereits erlangt.

„Die Vorbereitungen für einen Architektenwettbewerb laufen bereits. Mit Landesmuseum, Torwache, dem Tapetenmuseum, sowie der Murhardschen Bibliothek entsteht am Brüder-Grimm-Platz in Kassel ein kultureller Hotspot“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

documenta und documenta Archiv

Eng mit Kassel ist auch die documenta verbunden. Seit 1. Januar 2016 ist die „documenta und Museum Fridericianum gGmbH“ für das documenta Archiv verantwortlich. Ziel ist, die größte und weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst wissenschaftlich zu begleiten und auch zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Veranstaltungen erlebbar zu machen. Als Zentrum dieser Forschung wurde eine documenta-Professur eingerichtet. Das Land finanziert das Archiv mit 500.000 Euro im Jahr.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Damit unterstützt die Landesregierung die documenta GmbH in den Jahren 2014 bis 2018 mit insgesamt 15,8 Millionen Euro und schafft so verlässliche Rahmenbedingungen für die documenta 14.“

Kunsthochschulen und Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Mit der Kasseler Kunsthochschule, der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt und nun auch der Frankfurter Städelschule, in deren Finanzierung das Land ab 2016 eingestiegen ist, betreibt Hessen inzwischen vier ausgezeichnete Hochschulen für den Bereich der bildenden, der angewandten und der darstellenden Kunst.

„Mit unserem Hochschulbau-Investitionsprogramm HEUREKA investieren wir insgesamt 200 Millionen Euro für die Standortverlagerungen und die Neubauten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie der Hochschule für Gestaltung. Die Neubauten auf dem Kulturcampus in Frankfurt und am Hafen in Offenbach sind nicht nur ein bedeutender Meilenstein für unsere Kunsthochschulen sondern auch ein wichtiges Signal für die Kultur in Hessen“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Die Idee des Kulturcampus gemeinsam mit der Stadt Frankfurt weiter zu verfolgen, ist ein Ziel dieser Regierungskoalition. Die Entscheidung, insgesamt 100 Millionen Euro für die Verlagerung und einen Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bereitzustellen, sollte daher auch eine Initialzündung für den Kulturcampus als kulturell geprägtes Stadtquartier sein.

Auch die Standortverlagerung der Hochschule für Gestaltung in Offenbach wird regional, überregional und international ausstrahlen. Angewandte Kunst und Design sind ein selbstverständlicher Teil unseres Kulturverständnisses. Die darauf aufbauende Kreativwirtschaft in Offenbach und Hessen ist ein wichtiger Standort- und Wirtschaftsfaktor.

Denkmalpflege

Denkmalpflege ist ohne das Engagement von Ehrenamtlichen nicht möglich. In rund 700 Initiativen betreuen Bürgerinnen und Bürger Schlösser, Burgen, Kirchen, Fachwerkhäuser, Altstadt-Ensembles, Parks und archäologische Stätten. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen betreuen darüber hinaus landesweit zurzeit 45 historische Ensembles oder Einzeldenkmäler, sieben Museen in Schlössern oder in ehemaligen Klöstern sowie acht Parks und Gärten mit zusammen rund 650 Hektar Fläche.

„Dieses reiche historische Erbe ist nicht nur kunstvolles Zeugnis längst vergangener Zeiten. Wir hängen an unserer Geschichte, wollen ihre Zeugnisse erhalten, sie präsentieren und an und von ihnen lernen. So freuen wir uns, mit der Sommerwohnung der deutschen Kaiser im Bad Homburger Schloss nach Abschluss der Sanierung Ende 2018 ein Beispiel lebendiger und aktueller Vermittlung dieser Geschichte geben zu können“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

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