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Wissenschaftsminister Boris Rhein

LOEWE-Forschungsprojekte erhalten ab 2018 44 Millionen Euro

Thema: 
Wissenschaft, LOEWE
05.12.2017Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Neues Fraunhofer-Forschungsgebäude am Standort Frankfurt a.M. geplant

Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute bekanntgegeben, dass das Land Hessen ab 1. Januar 2018 fünf bestehende LOEWE-Forschungsprojekte mit insgesamt rund 22 Millionen Euro weiterhin unterstützen wird. Zusätzlich werden 22 Millionen Euro zur Errichtung eines neuen Fraunhofer-Forschungsgebäudes in Frankfurt am Main bereitgestellt. Das hatte die LOEWE-Verwaltungskommission auf Basis externer Gutachtervoten und der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats entschieden.

Zukunftsfähigkeit des Landes sichern

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „In den geförderten Projekten arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Medizin, Biologie, Chemie, Ingenieurswissenschaften sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften gemeinsam an drängenden Fragen unserer Zeit. Diese exzellente Arbeit der hessischen Hochschulen und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen trägt dazu bei, die Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu sichern. Deshalb setzen wir die Erfolgsgeschichte des Forschungsförderungsprogramms LOEWE konsequent fort. Von 2008 bis 2016 hat das Land für herausragende Forschungsvorhaben insgesamt rund 671 Millionen Euro bereitgestellt. Im laufenden Jahr beträgt das LOEWE-Budget rund 58 Millionen Euro. Das ist einmalig in Deutschland.“

Fraunhofer-Neubau am Campus Niederrad geplant

Für das Frankfurter LOEWE-Zentrum „TMP – Translationale Medizin und Pharmakologie“ stellt die Landesregierung weitere rund 19,4 Millionen Euro für den Zeitraum von 2018 bis 2020 bereit. Außerdem unterstützt sie den Bau eines Fraunhofer-Forschungsneubaus, der gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft auf dem Campus Niederrad in Frankfurt realisiert werden soll, mit 22 Millionen Euro für die Jahre 2018 bis 2023.

Die vier LOEWE-Schwerpunkte der 7. Förderstaffel erhalten von der Landesregierung Auslauffinanzierungen für jeweils ein Jahr in Höhe von insgesamt rund 2,8 Millionen Euro.

Wichtiger Schritt zu eigenständigem Institut

„Mit der weiteren Finanzierung sichern wir eine nachhaltige Entwicklung für die laufenden LOEWE-Projekte. Der Erfolg ist sichtbar: Zwei wissenschaftlich hervorragende LOEWE-Zentren in Frankfurt – das „Bik-F - Biodiversität und Klima Forschungszentrum“ und „IDeA - Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ – wurden in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen und damit in der gemeinsamen Forschungsförderung von Bund und Ländern erfolgreich weitergeführt. Der geplante Fraunhofer-Neubau ist ein wichtiger Schritt für das LOEWE-Zentrum „TMP“ auf seinem Weg zu einem eigenständigen Fraunhofer-Institut am Standort Frankfurt, von dem sowohl Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen als auch Unternehmen in Hessen profitieren werden“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

LOEWE-Zentren der 4. Förderstaffel 

TMP

Translationale Medizin und Pharmakologie

Federführung:

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Partner:

Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie, Aachen / Fraunhofer Projektgruppe TMP, Frankfurt am Main; Max-Planck-Institut  für Herz- und Lungenforschung,

Bad Nauheim

Fördersumme:
19.401.985 Euro (2. Förderperiode) und 22.000.000 Euro (Fraunhofer-Baumaßnahme)

Förderzeitraum:
2018 – 2020 (2. Förderperiode)

2018 – 2023 (Fraunhofer-Baumaßnahme)

Das Ziel des LOEWE-Zentrums „Translationale Medizin und Pharmakologie TMP“ ist es, in Zusammenarbeit mit der Industrie vorhersagende präklinische und klinische Modelle zu entwickeln, um möglichst früh Aussagen über die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneistoffen treffen zu können. So sollen die Erfolgsraten der klinischen Entwicklung drastisch gesteigert werden. Die Fraunhofer-Projektgruppe „TMP“, die in Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Aachen, dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und der Goethe-Universität Frankfurt aufgebaut wird, soll die Bemühungen von Wirtschaft und Wissenschaft zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Arzneimittelforschung in Deutschland koordinieren. Dadurch sollen die Entwicklungskosten von Arzneimitteln unter marktwirtschaftlichen Kriterien gesenkt werden.

LOEWE-Schwerpunkte der 7. Förderstaffel 

NICER - Networked Infrastructureless Cooperation for Emergency Response –

Vernetzte infrastrukturlose Kooperation zur Krisenbewältigung

Federführung:

Technische Universität Darmstadt

Partner:

Universität Kassel, Philipps-Universität Marburg

Fördersumme:
710.599 Euro

 

Förderzeitraum:
2018

 

Krisen, Katastrophen und Großschadensereignisse werden durch Naturgewalt, menschliches oder technisches Versagen sowie Gewalt und Terror ausgelöst. Sie bedrohen Menschenleben, die öffentliche Sicherheit im betroffenen Gebiet und die Wirtschaft überregional. Technische Infrastrukturen werden beschädigt oder fallen aus. Der LOEWE-Schwerpunkt „NICER“ erforscht, wie infrastrukturlose Informations- und Kommunikationstechnologie im Krisenfall Menschen vernetzen und damit eine Kooperation zur Bewältigung der Krise ermöglichen kann. Hierzu adressiert „NICER“ drei Leitthemen: Die Etablierung autonomer, dezentraler und robuster „Kommunikationsinseln“; den Aufbau von „Kommunikationsbrücken“ zwischen Kommunikationsinseln sowie den Betrieb eines „Gesamtnetzes“ mit Diensten und Anwendungen zur Ermöglichung einer Kooperation in der Krisensituation. Für die genannten Themen erarbeitet „NICER“ wissenschaftliche und technologische Grundlagen, um langfristig die Leistungsfähigkeit von infrastrukturloser Kommunikation zu steigern. Damit ermöglicht „NICER“ für großflächige und komplexe Schadenslagen – trotz Infrastrukturausfall – die Kooperation zwischen den direkt betroffenen Menschen sowie zwischen diesen und Rettungskräften sowie technischen Rettungs- und Hilfssystemen wie bspw. Rettungsrobotern.

Safer Materials – Sichere und zuverlässige Werkstoffe

Federführung:

Universität Kassel

 

Partner:

Technische Universität Darmstadt

Fördersumme:
717.374 Euro

Förderzeitraum:
2018

In der heutigen Zeit kommen zunehmend Werkstoffe mit immer höherer Leistungsfähigkeit zum Einsatz. Diese weisen gegenüber den bekannten Werkstoffen häufig eine geringere Schadenstoleranz und ein unbekanntes Versagensverhalten auf. Hierbei kam es in der Vergangenheit durch kleinste Störungen in diesen Werkstoffen zu katastrophalen Folgen (z.B. Radreifenbruch beim ICE). Dem übergeordnet, beeinflusst der Mensch durch sein Handeln von der Beschaffung bis hin zur Verarbeitung die Eigenschaften eines Werkstoffs und stellt somit eine zentrale, aber bislang kaum beachtete Rolle in der Werkstofftechnik dar. Zukünftig wird die beschriebene Problematik von immer größerer Bedeutung sein. Demzufolge soll an der Universität Kassel eine neue, einzigartige Teildisziplin im Bereich der Werkstoffforschung entstehen, die ganzheitlich Methoden und technisches Know-how schafft, damit Werkstoffe auch im Bereich ihrer Leistungsgrenzen sowie unter diversen äußeren Einflüssen sicher und zuverlässig sind, Wechselwirkungen zwischen menschlichem Handeln und Werkstoffeigenschaften erfasst und die zukünftige Verfügbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz von Werkstoffen mitberücksichtigt.

Wünschenswerte Erschwernisse beim Lernen: Kognitive Mechanismen, Entwicklungsvoraussetzungen und effektive Umsetzung im Unterricht

Federführung:

Universität Kassel

 

Partner:

-

Fördersumme:
692.334 Euro

Förderzeitraum:
2018

Es ist eine weit verbreitete Annahme, dass Lernen dann erfolgreich ist, wenn es uns leicht fällt. Dagegen hat neuere kognitionspsychologische Forschung vorwiegend mit Erwachsenen gezeigt, dass längerfristiges Behalten und der Transfer von Wissen auf neue Informationen gefördert werden können, indem Lernprozesse gezielt erschwert werden. Zu solchen wünschenswerten Erschwernissen zählen die Verteilung der Lernzeit auf mehrere Lerngelegenheiten oder die abwechselnde Bearbeitung unterschiedlicher Themen beim Lernen. Auch das aktive Erzeugen und der Abruf von Wissen aus dem Langzeitgedächtnis sind zwar anstrengend, haben aber oft eine lernförderliche Wirkung. Bislang ist noch wenig über die kognitiven Mechanismen und Entwicklungsvoraussetzungen, die solchen wünschenswerten Erschwernissen zugrunde liegen, sowie deren Anwendbarkeit im Unterricht bekannt. Das LOEWE-Vorhaben soll diese Fragen systematisch am Beispiel von Lerninhalten aus der Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern untersuchen. Auf diese Weise verspricht die Forschung auch einen breiten praktischen Nutzen für die Förderung nachhaltiger Lernprozesse an Schulen.

Medical RNomics –

RNA-regulierte Netzwerke bei humanen Erkrankungen

Federführung:

Justus-Liebig-Universität Gießen

Partner:

Philipps-Universität Marburg, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung,

Bad Nauheim

Fördersumme:
700.000 Euro

 Förderzeitraum:
2018

Die Entdeckung neuer regulatorischer Ribonukleinsäuren (RNAs) hat die biomedizinische Forschung in den letzten Jahren revolutioniert. Diese Fortschritte zeigten, dass fehlerhafte RNA-abhängige Prozesse der Genregulation sehr oft zu Krankheiten führen. Durch die rasante Entwicklung von neuen Technologien der Hochdurchsatz-Sequenzierung können nun die gesamten Netzwerke regulatorischer RNAs und deren pathologische Veränderungen erfasst werden. Der LOEWE-Forschungsverbund will solche systemweite, sogenannte Medical RNomics-Ansätze auf wichtige Volkskrankheiten anwenden, insbesondere Tumor-, Infektions- und Herz-Kreislauferkrankungen. Dies soll nicht nur neue Einblicke in die krankheitsverursachenden Prozesse erlauben, sondern vor allem neue diagnostische RNA-Biomarker liefern und neuartige Therapie-Strategien eröffnen. Die am Verbund beteiligten Universitäten Gießen, Marburg und Frankfurt am Main sowie das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim vernetzen hier ihre umfassende, komplementäre Expertise miteinander, um diese Ziele zusammen mit Partnern aus der Industrie umzusetzen

Kontakt für Pressevertreter

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Herr Christoph Schlein
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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