Wissenschaftsminister Boris Rhein

LOEWE vergibt rund 671 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung

Thema: 
Wissenschaft, Hochschulen, LOEWE
19.04.2017Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Weitere 760 Millionen Euro von Bund, EU und Wirtschaft eingeworben / Zusätzlich 1.330 Arbeitsplätze an Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Wissenschaftsminister Boris Rhein (re.) und Prof. Dr.-Ing. Matthias Hollick von der TU Darmstadt begutachten ein Rettungsroboter des LOEWE-Schwerpunkts „NICER“.
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Wissenschaftsminister Boris Rhein (re.) und Prof. Dr.-Ing. Matthias Hollick von der TU Darmstadt begutachten ein Rettungsroboter des LOEWE-Schwerpunkts „NICER“.
© wissenschaft.hessen.de

Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute eine Bilanz zum Forschungsförderprogramm LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) gezogen. Demnach hat die Hessische Landesregierung von 2008 bis 2016 insgesamt rund 671 Millionen Euro für das bundesweit einmalige Programm bereitgestellt.

Hinzu kommen rund 760 Millionen Euro aus Drittmitteln der EU, des Bundes sowie der Wirtschaft. Außerdem haben Unternehmen, die sich an LOEWE-KMU-Verbundvorhaben beteiligen, im Zeitraum 2008 bis 2016 insgesamt weitere rund 64 Millionen Euro Eigenmittel für Forschung und Entwicklung zur Verfügung gestellt. Insgesamt hat das Land Hessen mit LOEWE somit Investitionen von mehr als 1,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung ausgelöst. In diesem Jahr beträgt das LOEWE-Budget rund 58 Millionen Euro.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „LOEWE ermöglicht interdisziplinäre und standortübergreifende Forschung auf Spitzenniveau – nicht nur in der Grundlagenforschung, sondern auch in der angewandten Forschung. Mehrere hundert externe Gutachterinnen und Gutachter haben sich bisher an den LOEWE-Auswahlrunden beteiligt. Das Land Hessen erhält dabei große Anerkennung für das LOEWE-Programm, denn kein anderes Bundesland verfügt über ein solches Förderprogramm. Darauf sind wir sehr stolz.“

Die exzellente wissenschaftliche Qualität der Projekte bestätigte auch Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, der Vorsitzende des LOEWE-Programmbeirats. Er betonte auf der Pressekonferenz das strikt wettbewerbliche Verfahren nach Maßstäben wissenschaftlicher Qualität und auf Basis externer Gutachten, mit dem die Projekte ausgewählt werden.

Vorstellung Jahresbericht 2015

Details zum LOEWE-Programm finden sich im Jahresbericht 2015, den Wissenschaftsminister Boris Rhein auf der Pressekonferenz vorstellte. Der Bericht informiert über die elf LOEWE-Zentren und 35 LOEWE-Schwerpunkte der 1. bis 7. Förderstaffel sowie über die 219 geförderten Projekte der LOEWE-KMU-Verbundvorhaben.

Neu sind die zahlreichen Grafiken und Tabellen, die erstmals für den Bericht entworfen wurden. Sie veranschaulichen für die laufenden Zentren und Schwerpunkte die LOEWE-Bewilligungen, Drittmitteleinnahmen und -einwerbungen, Beschäftigtenzahlen, abgeschlossene Promotionen, veröffentlichte Artikel und Bücher, Fachvorträge und wissenschaftliche Tagungen sowie angemeldeten Patente. Dazu hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst erstmals eine statistische Erhebung bei den Zentren und Schwerpunkten für den Zeitraum 2008 bis 2015 durchgeführt. Diese Statistik wird nun jährlich fortgeführt.

Rettungsroboter als Beispiel

Einen Eindruck von der Vielfältigkeit der geförderten Projekte gab ein Rettungsroboter, der auf der Pressekonferenz gezeigt wurde. Er gehört zum LOEWE-Schwerpunkt „NICER“ der Universitäten Darmstadt, Kassel und Marburg. Die Forschenden unter Professor Dr.-Ing. Matthias Hollick (TU Darmstadt) arbeiten dort an der Frage, wie Menschen in Krisenfällen, wie Naturkatastrophen oder Terroranschlägen, vernetzt werden können, wenn die Infrastrukturen zusammengebrochen sind. Wenn bestehende Kommunikationssysteme massiv überlastet sind oder gar die Kommunikations- und Energieversorgungsstrukturen langfristig ausfallen, sind Menschenleben, die öffentliche Sicherheit im betroffenen Gebiet und die Wirtschaft überregional bedroht. „NICER“ erarbeitet wissenschaftliche und technologische Grundlagen, um langfristig die Leistungsfähigkeit von infrastrukturloser Kommunikation zu steigern.
Zu den Forschungsthemen zählt die Integration von Rettungsrobotern in die Krisenbewältigung. Sie ermöglichen in komplexen, lebensbedrohlichen Schadenslagen die Lokalisierung und Rettung Verletzter und Verschütteter. 

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Der Rettungsroboter ist ein anschauliches Beispiel für die hochaktuellen Fragestellungen, auf die in LOEWE-Vorhaben Antworten gesucht werden. Und es gibt noch weitere: Das LOEWE-Zentrum „AdRIA“ etwa forscht unter der Federführung des Fraunhofer LBF in Darmstadt, wie Menschen vor gesundheitsschädigendem Lärm geschützt werden können. Und im LOEWE-Zentrum, Zell- und Gentherapie‘ an der Goethe-Universität Frankfurt arbeiten Forscher daran, die Heilkraft von Stammzellen zu steigern."

Erfolgreich bei Drittmittelgebern und als Arbeitgeber

Die innovativen Forschungsprojekte von LOEWE sind bei Drittmittelgebern sehr gefragt: So haben allein die LOEWE-Zentren und -Schwerpunkte der 1. bis 8. Förderstaffel bis 2016 nach eigenen Angaben Drittmittel im Gesamtumfang von fast 760 Millionen Euro mit Laufzeiten bis maximal 2021 eingeworben. Zudem schafft LOEWE zusätzliche Arbeitsplätze in Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft. Im Jahr 2016 waren in den LOEWE-Projekten insgesamt 1.330 Personen in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusätzlich tätig, darunter 185 Professoren und Professorinnen.

LOEWE-Zentren und -Schwerpunkte

Nach aktuellem Stand wurden seit 2008 elf Zentren und 42 Schwerpunkte zur Förderung ausgewählt (1. bis 9. Förderstaffel). An den Zentren und Schwerpunkten sind alle sieben hessischen Universitäten, drei Fachhochschulen, eine Hochschule besonderen Typs (Hochschule Geisenheim) und 21 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt. Gefördert wird Grundlagenforschung ebenso wie anwendungsorientierte Forschung.

Förderung des Mittelstandes

Neben den LOEWE-Zentren und -Schwerpunkten fördert die Landesregierung auch den Mittelstand mit der dritten LOEWE Förderlinie: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind im internationalen Wettbewerb häufig gezwungen, nach neuen, besseren Lösungen zu suchen und diese möglichst schnell marktfähig zu machen. Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist dabei eine wichtige Basis, um am Grundlagenwissen zu partizipieren und bestehende Forschungskapazitäten zu nutzen.

Besonders rasant hat sich der Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien in der LOEWE-Förderlinie 3 entwickelt. Hessen ist auf diesem Gebiet eine der führenden Regionen in Europa. Die Informations- und Kommunikationstechnologie mit ihrem breiten Anwendungs- und Themenspektrum zählt zu den Branchen, aus der mit 62 Projekten die meisten Projektideen bei LOEWE vertreten sind.

„LOEWE schafft ein forschungs- und innovationsfreundliches Umfeld, in dem unsere leistungsfähigen Hochschulen, die zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und innovationsbereite Unternehmen wachsen und ihre Wettbewerbsfähigkeit ausbauen können“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Weitere Informationen zum Forschungsförderungsprogramm LOEWE finden Sie unter: www.loewe.hessen.de.

Für Ihre Berichterstattung und Fragen steht Ihnen die Pressestelle des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gern zur Verfügung.

Pressekontakt:

Sissi Hajtmanek, Pressesprecherin
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E-Mail: pressestelle@hmwk.hessen.de
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