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Kunst- Kulturministerin Angela Dorn

Mit Hörstationen und persönlichen Schicksalen Heimatgeschichte vermitteln

Thema: 
Kunst und Kultur, Ehrungen
15.02.2019Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Museum Fridericianum Laubach als „Museum des Monats“ Januar ausgezeichnet

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn überreicht die Auszeichnung "Museum des Monats"
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Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (in der Mitte) überreicht den Mitgliedern des Heimatkundlichen Arbeitskreises die Auszeichnung „Museum des Monats“. Auf dem Foto zu sehen sind (v.r.n.l.) Gundula Lind, Björn-Christoph Stühler, Elisabeth Rößler, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Rudolf Stock, Markus Stiehl und Hans Gontrum.
© kunst.hessen.de

Laubach. Das Museum Fridericianum Laubach ist heute von Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn als „Museum des Monats“ Januar ausgezeichnet worden. Damit würdigte die Ministerin das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des „Heimatkundlichen Arbeitskreises Laubach“.

Ausstellung setzt Medien gekonnt ein

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Heimatgeschichte interessant aufzubereiten, ist eine Herausforderung. Der ‚Heimatkundliche Arbeitskreis Laubach‘ hat sich ihr gestellt – mit einem tollen Ergebnis. Die Ausstellung zeigt anschaulich das Leben der Menschen und setzt Medien gekonnt ein. Schön finde ich zudem, dass das Haus auch als Veranstaltungsort dient. Ich danke dem Arbeitskreis für sein unermüdliches Engagement für die Museumslandschaft Hessens – vor allem im ländlichen Raum – und gratuliere herzlich zur Auszeichnung.“

Umfangreiche Sammlung

In dem Museum werden eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Stadt Laubach, zur Heimatkunde sowie wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. Seit 2007 hat der Trägerverein „Heimatkundlicher Arbeitskreis Laubach“ das Haus zu einem modernen Regionalmuseum umgestaltet. Der Verein löste sich von einer traditionellen heimatkundlichen Präsentation und zeigt die Sammlung nun auf moderne Weise. Durch die nun themenzentrierte Dauerausstellung werden spannende und ungewöhnliche Einblicke in die Stadt-, Regional- und Alltagsgeschichte von der Vor- und Frühgeschichte bis in die 1970er Jahre vermittelt. Unterstützt wurde der Verein bei der Umgestaltung durch den Hessischen Museumsverband sowie mit Fördermitteln des Landes für privatrechtliche Museen (rund 114.000 Euro).

Hörtstationen Tagebucheinträge

„Bemerkenswert finde ich es, dass die Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die Sozial- und Gewerbegeschichte der Region gewinnen und sich mittels Hörstation über die Wirren während des Dreißigjährigen Krieges informieren können“, sagte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn beim Rundgang durch die Ausstellung. Zudem vermitteln Tagebucheintragungen von Friedrich Kellner und die Darstellung von Schicksalen jüdischer Laubacher Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus.

Das Leben von Grafen und Bauern

In den beiden 2011 nach der Umgestaltung wiedereröffneten oberen Geschossen werden unter dem Motto „Ora et labora“ zum Beispiel herrschaftliche Initiativen behandelt. Die Laubacher Grafen schufen Bildungs- und Wohlfahrtseinrichtungen und versuchten, nach bewährten Mustern ihr kleines Land wirtschaftlich zu entwickeln: durch die Gründung einer Glashütte und einer Eisenindustrie (aus der die Firma „Buderus“ hervorging). Dass dennoch das Leben im Laubacher Land keine Idylle war, wird am Beispiel der Leineweber, der Kleinbauern und der Tabakarbeiter deutlich gemacht.

Auch Beitrag für gesellschaftliches Leben

Der 200 Mitglieder zählende „Heimatkundliche Arbeitskreis Laubach“ kümmert sich aber nicht nur um die Geschichtspflege, sondern trägt auch zum gesellschaftlichen Leben in Laubach bei. Zahlreiche Aktivitäten wie Vorträge und Sonderausstellungen lassen das Haus zu einem Ort kultureller Begegnungen werden. „Das ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag für das gesellschaftliche Zusammenleben. Museen sind unser kulturelles Gedächtnis und Orte der Selbstreflexion, Orte der kulturellen und interkulturellen Bildung. Sie sind Foren der Begegnung, der Integration und Partizipation und auch Teil des gesellschaftlichen Lebens und des damit verbundenen lebendigen Diskurses – und damit für uns alle wichtig“, befand Ministerin Angela Dorn. Sie zeigte sich zudem erfreut darüber, dass sich das denkmalgeschützte Museumsgebäude in einem guten Zustand befindet und durch seine Museumsnutzung für die Bürgerinnen und Bürger Laubachs identitätsstiftend wirkt.

Was ist das "Museum des Monats"?

Die Auszeichnung „Museum des Monats“, die mit 1.000 Euro dotiert ist, wird seit Juni 2018 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst verliehen. Der Hessische Museumsverband trifft hierfür eine Vorauswahl aus den mit Projektfördermitteln des Landes Hessen privatrechtlich geförderten Museen. Die Mindestanforderungen an ein Museum müssen erfüllt sein, weiterhin geht es um qualitätsvolle Museumsarbeit, die sich durch besondere Vermittlung, Forschung oder Ausstellungen auszeichnet. Bevorzugt werden Museen im ländlichen Raum ausgewählt. Alle ausgezeichneten Museen werden auf kunst.hessen.de vorgestellt.

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