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Wissenschaftsminister Boris Rhein

Neues LOEWE-Zentrum untersucht Gen-Vielfalt bei Pflanzen und Tieren

Thema: 
Wissenschaft, Hochschulen, LOEWE
08.03.2018Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Land Hessen investiert bis Ende 2021 rund 17,6 Millionen Euro – Ziel ist Gen-Archiv für weitere Forschung, zum Beispiel an Krebstherapien

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Wissenschaftsminister Boris Rhein (5.v.l.) stellte mit Wissenschaftlern und weiteren Verantwortlichen das neue LOEWE-Zentrum „TBG – Translationale Biodiversitätsgenomik“ vor.
Wissenschaftsminister Boris Rhein (5.v.l.) stellte mit Wissenschaftlern und weiteren Verantwortlichen das neue LOEWE-Zentrum „TBG – Translationale Biodiversitätsgenomik“ vor.
© Senckenberg

Frankfurt. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute in Frankfurt das neue LOEWE-Zentrum „TBG – Translationale Biodiversitätsgenomik“ vorgestellt. Unter der Federführung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersuchen hier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt, der Justus-Liebig-Universität Gießen und des Fraunhofer Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME die genomische Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Das Land Hessen fördert das LOEWE-Zentrum mit rund 17,6 Millionen Euro bis zum Jahr 2021.

Biodiversität ist Grundlage menschlichen Lebens

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Biodiversität bietet uns Nahrung, Medizin und Rohstoffe, ohne die wir nicht überleben könnten. Sie ist damit die Grundlage menschlichen Lebens. Ihr Verlust stellt die Gesellschaft vor gravierende Herausforderungen. Deswegen sind grundlagen- und anwendungsorientierte Forschungen in diesem Bereich sehr wichtig. Die im neuen LOEWE-Zentrum versammelte Expertise verspricht nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Ziel ist ebenso, die Forschungsergebnisse in die chemisch-pharmazeutische Industrie zu bringen, die im Rhein-Main-Gebiet stark vertreten ist.“

Gen-Archiv als Ziel

Die Forscherinnen und Forscher des neuen LOEWE-Zentrums TBG gehen der Frage nach, wie sich das Erbgut von Lebewesen systematisch erfassen, verstehen und für die Gesellschaft nutzbar machen lässt. Die entschlüsselten Genomdaten werden in öffentlichen digitalen Archiven der weiteren Forschung zugänglich gemacht. So soll etwa der Vergleich von Genomen zeigen, welche Funktionen einzelne Gene für die Organismen haben. Diese Erkenntnis bildet die Grundlage, um anwendungsfähige Dienstleistungen und Produkte zu entwickeln. Zum Beispiel stehen Tiergifte als Bioressource für neue Wirkstoffe im Fokus. Die Forscherinnen und Forscher versuchen, Gene zu identifizieren, die für bisher unbekannte Peptide oder Proteine kodieren. Diese werden synthetische hergestellt und auf ihr Potenzial zur Behandlung von unter anderem Infektionskrankheiten, Diabetes und Krebs getestet.

17,6 Millionen Euro vom Land

Bei der Vorstellung des LOEWE-Zentrums überreichte Wissenschaftsminister Boris Rhein den Förderbescheid über rund 17,6 Millionen Euro an Prof. Dr. Andreas Mulch, den stellvertretenden Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Zudem übergab der Minister LOEWE-Urkunden an vier Wissenschaftler der an dem Projekt beteiligten Partnerinstitutionen.

Bei „TBG – Translationale Biodiversitätsgenomik“ handelt es sich um das zweite LOEWE-Zentrum, bei dem die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung die Federführung übernommen hat. Bereits in der 1. LOEWE-Förderstaffel war das Zentrum „BiK-F – Biodiversity and Climate“ mit einem Fördervolumen von rund 47, 5 Millionen Euro eines der größten Zentren des Programms. Im BIK-F Zentrum gingen die Forscherinnen und Forscher der Frage nach, wie sich der Klimawandel auf die Artenvielfalt auswirkt. Insgesamt hat das Land Hessen von 2008 bis 2017 rund 729 Millionen Euro für das themenoffene LOEWE-Programm und damit für die Förderung herausragender Forschungsvorhaben bereitgestellt. In diesem Jahr beträgt das LOEWE-Budget rund 68 Millionen Euro.

LOEWE-Programm ist zukunftsweisend

„Unser neues LOEWE-Zentrum TBG zeigt erneut in eindrucksvoller Weise, wie das LOEWE-Programm zum Aufbau profilbildender zukunftsweisender Forschungsbereiche beiträgt. Es bündelt das wissenschaftliche Know-how in der Biodiversitätsgenomik und führt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen und zwei Universitäten zusammen. Die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ist eng verknüpft mit der hohen Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen, der außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der forschenden Wirtschaft. Deshalb ist die Förderung der Wissenschaft ein wesentlicher Schwerpunkt der Landespolitik. Wir sind davon überzeugt, dass Forschungsergebnisse von heute die Produkte, Dienstleistungen, Therapien und Arzneimittel von morgen sind“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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