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Kunst- und Kulturminister Boris Rhein

Sanierung der Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe geht gut voran

Thema: 
Kunst und Kultur
05.10.2017Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Landesregierung investiert rund 30 Millionen Euro in Wiederaufbau des Bergfrieds und Instandsetzung der Burg

Auf der Löwenburg
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Für die Grundinstandsetzung und Wiederherstellung der Löwenburg stellt das Land Hessen rund 30 Millionen Euro zur Verfügung.
© kunst.hessen.de

Wiesbaden/Kassel. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute die Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe besucht und sich über den Stand der Sanierungsarbeiten informiert. Für die Grundinstandsetzung und Wiederherstellung der pseudomittelalterlichen Burg stellt das Land Hessen rund 30 Millionen Euro zur Verfügung. Damit gehört das Projekt zu den anspruchsvollsten Arbeiten bei der Neugestaltung des Bergparks Wilhelmshöhe.

30 Millionen für Sanierung

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Vor einem Jahr haben wir den Grundstein für die Sanierung der Löwenburg gelegt; nun freue ich mich, dass die Arbeiten gute Fortschritte machen. Der Wiederaufbau der Burgarchitektur und die Einrichtung großer Bereiche mit der originalen Ausstattung nach den ursprünglichen Plänen ist ein in Deutschland einzigartiges Projekt. Deswegen haben wir für die Sanierung dieses herausragenden Blickfangs im UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe rund 30 Millionen Euro eingeplant – 28 Millionen für den Bergfried und zwei Millionen für die Außenanlagen der Löwenburg.“

Schon einiges geschafft

Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel ließ die Löwenburg im ausgehenden 18. Jahrhundert als Lustschloss im Stil einer pseudomittelalterlichen Burg errichten. Sie ist eines der bedeutendsten Bauwerke dieses Typs in Europa. Umso schwerer war der Verlust, als große Teile im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Der Verbindungs- und Küchenbau konnte in den vergangenen Jahrzehnten wiedergeherstellt werden. Auch um die Löwenburg herum hat sich schon einiges getan: Die neue Löschwasserzisterne, erforderliche Sicherungsmaßnahmen und verschiedene Landschaftsbauarbeiten sind bereits fertiggestellt.

Wahrzeichen Bergfried fehlt noch

Der Bergfried aber, als weithin sichtbares Wahrzeichen unabdingbar für die Wirkung der Burg, fehlte bis jetzt. Für den Wiederaufbau haben die Experten einen speziellen Kunsttuffwerkstein hergestellt, da es nicht genügend geeignetes Baumaterial im extra wiedereröffneten Steinbruch gab. Über drei Jahre planen die Experten für den Aufbau ein – pro Jahr ein Geschoss, damit sich die unterschiedlichen Materialien langsam verbinden können. Zudem haben sie Dach und Verbinderbau abgerissen und eine neue Stahlkonstruktion mit Dämmung und Dachabdichtung eingezogen. Auch ein Musterraum wurde eingerichtet, um die Renovierung der Innenräume und der Fenster abzustimmen.

„Während der Bauphase können die Besucher des Bergparks die Restaurierungsarbeiten und den Wiederaufbau des Bergfrieds mitverfolgen. So wurden entsprechende Erläuterungen auch in die geführten Rundgänge aufgenommen. Das halte ich für wichtig, denn die Kasseler Bevölkerung identifiziert sich zu Recht stark mit dem Bergpark, dem Herkules und der Löwenburg“, ergänzte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Fassade und Balustrade in Arbeit

In Arbeit ist momentan die Fassadensanierung, bei der schadhafte Werksteine ersetzt und die Balustrade des Herrenbaus erneuert wird. Auch das Kunsttuffmauerwerk für das zweite Geschoss des Bergfrieds wird derzeit hergestellt. Zudem planen die Experten, wie sie das noch vollständig erhaltene Inventar von 1816 restaurieren und später authentisch in der Burg präsentieren.

„Die Grundinstandsetzung und der Wiederaufbau des Bergfrieds der Löwenburg ist eines der Herzstücke der Neugestaltung der Museumslandschaft Hessen Kassel. Die Neuordnung dieser Museumslandschaft – ein einmaliges Ensemble von kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen – ist das ehrgeizigste Kulturinvestitionsvorhaben in Hessen. Im November vergangenen Jahres wurde das Hessische Landesmuseum Kassel wiedereröffnet; auch die laufende Sanierung des Herkules und der Wasserspiele im Bergpark sind Beispiele dafür. Insgesamt stellt die Landesregierung für die Neugestaltung 200 Millionen Euro zur Verfügung“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

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