Urteil in juristischer Auseinandersetzung um antiken römischen Pferdekopf | Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein

Urteil in juristischer Auseinandersetzung um antiken römischen Pferdekopf

Thema: 
Kunst und Kultur
27.07.2018Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Landgericht Limburg setzt Entschädigungssumme auf 773.000 Euro fest

Wiesbaden. In der juristischen Auseinandersetzung um die Entschädigung für einen Landwirt aus Waldgirmes, auf dessen Grundstück 2009 ein antiker römischer Pferdekopf aus vergoldeter Bronze gefunden worden war, hat das Landgericht Limburg heute in erster Instanz entschieden. Das Gerichtsverfahren schloss sich an das Entschädigungsverfahren beim Regierungspräsidium Gießen an. Aufgrund des damals geltenden Hessischen Denkmalschutzgesetzes hat der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Pferdekopf gefunden wurde, ein Recht auf angemessene Entschädigung für seinen ehemaligen Miteigentumsanteil am Pferdekopf (50 Prozent). Nach erfolglosen Einigungsversuchen rief das Landesamt für Denkmalpflege Hessen das Regierungspräsidium Gießen als die zuständige Entschädigungsbehörde an und beantragte die Festsetzung einer angemessenen Entschädigung. Der Grundstückseigentümer erhob gegen die Festsetzung des Regierungspräsidiums Klage beim Landgericht Limburg. Das Gericht hat heute seine Entscheidung in dieser Sache verkündet und in einem Urteil die Summe auf weitere 773.000 Euro festgelegt. Nach einem Beschluss des Regierungspräsidiums Gießen hatte der Landwirt 2016 bereits 48.000 Euro als Enteignungsentschädigung erhalten.

Prüfung der Urteilsbegründung

Mit einem Urteil, das die Entschädigungshöhe auf der Basis des Gutachtens der Sachverständigen festsetzt, war nach den bisherigen Einlassungen des Landgerichts Limburg zu rechnen. Erst nach der Prüfung der konkreten Begründung des Urteils wird das Land entscheiden, ob es Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main einlegt.

Pferdekopf bei Grabungen in Waldgirmes gefunden

Der Pferdekopf war Teil einer vergoldeten bronzenen Reiterstatue aus der römischen Kaiserzeit mit – vermutlich – Kaiser Augustus im Sattel. Bei den Grabungen in Waldgirmes wurde der 15 Kilogramm schwere, 59 Zentimeter lange Kopf in etwa elf Metern Tiefe in einem Holzfass, unter Mühlensteinen begraben, am Boden eines einstigen Brunnenschachts gefunden.
 
Hinweis für die Medien: Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein äußert sich zur Zukunft des Pferdekopfes am Dienstag, 31. Juli 2018, 11.00 Uhr in der Landespressekonferenz, Raum 307 W, Schlossplatz 1-3, 65183 Wiesbaden.

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