Verlage aus Kassel und Marburg gewinnen den ersten Hessischen Verlagspreis | Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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Kunst- und Kulturminister Boris Rhein

Verlage aus Kassel und Marburg gewinnen den ersten Hessischen Verlagspreis

Thema: 
Kunst und Kultur, Ehrungen
07.06.2018Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute die Sieger des Hessischen Verlagspreis 2018 bekannt gegeben. Hauptpreisträger ist der 2007 in Kassel gegründete Verlag für grafisches Erzählen ROTOPOL. Den Nachwuchspreis für Gründer erhält der Büchner-Verlag in Marburg, der im vergangenen Jahr von einem neuen Team übernommen wurde. Der Preis ist insgesamt mit 20.000 Euro dotiert: Auf den Hauptpreis entfallen 15.000 Euro, auf den Gründerpreis 5.000 Euro. Das Land Hessen hat gemeinsam mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. den Hessischen Verlagspreis in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt.

Viele gute Bewerbungen

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Uns haben viele Bewerbungen von Verlagen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten und Konzepten erreicht. ROTOPOL und der Büchner-Verlag konnten die Jury von sich überzeugen. Ich gratuliere den Preisträgern zu diesem Erfolg und bin sicher, dass der Preis dazu beiträgt, die vielversprechende Arbeit der Verlage noch weiter auszubauen.“

Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, ergänzt: „Beide Verlage haben ihre Auszeichnung verdient, wenngleich die Jury hier keine leichte Aufgabe hatte. Die Bewerbungen haben gezeigt, wie vielfältig die hessische Verlagslandschaft ist und mit welcher Leidenschaft, aber vor allem mit welcher Profession die Verlage arbeiten. Der Verlagspreis setzt hier genau den richtigen Fokus und würdigt die kreative Verlagsarbeit in ganz Hessen. Dieses Jahr geht unser Glückwunsch also nach Kassel und Marburg“.

Ausschreibung richtet sich an kleine Verlage

Bewerben konnten sich alle unabhängigen Verlage mit Firmensitz in Hessen, deren jährlicher Umsatz unter 2 Millionen Euro liegt. Die Ausschreibung richtete sich an alle Verlagssparten (Belletristik, Lyrik & Sachbuch, Fachbuch &  Wissenschaft sowie Kunst- & Regionalbuch). Die Jury bewertete Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm, nicht einzelne Bucherfolge oder bekannte Autoren. Mitglieder sind Siv Bublitz (S. Fischer), Jutta Leimbert (Buchhandlung Vaternahm, Wiesbaden), Katharina Hesse (Stiftung Buchkunst), Florian Balke (FAZ), Ute Schwens (Deutsche Nationalbibliothek), Björn Jager, (Hessisches Literaturforum) und Bärbel Schäfer (Autorin, Journalistin, Moderatorin).

Kasseler Verlag mit "bemerkenswertem Durchhaltevermögen"

In der Jurybegründung zum Hauptpreis heißt es: „Mit Rotopol aus Kassel ehrt die Jury einen Verlag mit einer ganz besonderen Ausrichtung, einer außerordentlich klaren Vorstellung vom eigenen Tun und bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Das vor zwölf Jahren gegründete und seit elf Jahren an der Kasseler Friedrich-Ebert-Straße ansässige Unternehmen setzt auf grafische Erzählformen und bringt Bücher zwischen Comic und Illustration heraus. Sein ungewöhnliches Geschäftsmodell kreist um die Werkstatt und Ladengalerie des Verlags, setzt auf eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Autoren und sucht mit regelmäßigen Veranstaltungen die Nähe zum Kunden. Rotopol verbindet Verlegerisches, Künstlerisches und Marketing in gekonnter Weise. Die Konsequenz, mit der die beiden derzeitigen Leiterinnen des Unternehmens am einmal eingeschlagenen Weg festhalten, ist beispielhaft für den Umgang mit den Herausforderungen, denen sich die Buchbranche zurzeit gegenübersieht. Rotopol reagiert auf die Veränderungen im Geschäft mit Büchern mit einer Kombination aus Einfallsreichtum, sorgfältiger Arbeit und persönlichem Engagement, die die Branche in Zukunft immer stärker prägen wird. Dieser Verlag will neue Wege gehen und sich und seine Leser überraschen. Es gelingt ihm: Seine Titel sind eine Liebeserklärung an das, was die Künste und die Buchbranche können.“

"Mut und Tatkraft" aus Marburg

Zur Wahl des Gründerpreises sagt die Jury: „Mit dem Marburger Büchner-Verlag zeichnet die Jury ein Verlagshaus aus, das vier abenteuerlustige Angestellte eines anderen Unternehmens im Sommer vorigen Jahres übernommen haben. Mit Mut und Tatkraft haben sie sich selbstständig gemacht und einen Verlag erworben, den sie ihren eigenen Vorstellungen gemäß umgestalten wollen. In kurzer Zeit ist es ihnen gelungen, dem Programm ein geschärftes Profil zu geben. Mit der Zuerkennung des Gründerpreises ehrt die Jury neben dem beherzten Bekenntnis der vier zur Zukunft der Buchbranche auch den Rückgriff auf das alt-ehrwürdige, von den neuen Besitzern wiederentdeckte genossenschaftliche Betriebsmodell des Verlags.“

Preis fördert Verlage

„Der Verlagspreis ist Teil einer Initiative zur Verlagsförderung des Landes Hessen und des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. Wir wollen damit die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen würdigen, sie unterstützen und erhalten. Zudem wirft die Auszeichnung Licht auf eine Branche, die die Digitalisierung vor besondere Herausforderungen stellt. An unseren Lesegewohnheiten von morgen wird heute in den Verlagen getüftelt – insofern ist unser Verlagspreis auch ein Zukunftspreis“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Die Preise werden in einer Feierstunde am 22. Juni 2018 in Wiesbaden verliehen.

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