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Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn

Von Kaiserurkunden bis zum Kolonialismus: Bund und Land retten historische Dokumente

Thema: 
Kunst und Kultur
07.08.2019Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

16 Projekte aus hessischen Archiven und Bibliotheken gefördert

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Kartons mit neu verpackten Urkunden
Zu den geförderten Projekten gehört zum Beispiel die umfassende Schadenserfassung an 40.500 Urkunden des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt aus der Zeit vom 9. bis zum 18. Jahrhundert.
© Hessisches Staatsarchiv Darmstadt

Wiesbaden. Das Land Hessen und der Bund arbeiten gemeinsam daran, das schriftliche Kulturgut zu schützen: Sie unterstützen 16 Projekte von vier hessischen Archiven und sechs hessischen Bibliotheken mit insgesamt 748.000 Euro, davon 415.000 Euro vom Bund. Das Land Hessen stellt 333.000 Euro aus dem Landesprogramm Bestandserhaltung bereit, das das schriftliche Kulturgut in Hessens Archiven und Bibliotheken vor dem Zerfall schützen soll. In diesen Tagen erhalten die unterstützten Projekte ihre Förderbescheide.

Summe aus dem Vorjahr übertroffen

„Mit der diesjährigen Bundesförderung haben wir die Summe aus dem vergangenen Jahr in Höhe von 156.000 Euro bei weitem übertroffen. Das macht stolz: Die große Zuwendung des Bundes zeigt, dass unser hessisches schriftliches Kulturgut auf großes Interesse stößt“, betont Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn.

Schadenserfassung für Urkunden

Zu den geförderten Projekten gehört zum Beispiel die umfassende Schadenserfassung an 40.500 Urkunden des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt aus der Zeit vom 9. bis zum 18. Jahrhundert. „Diese Überlieferung ist für die Landesgeschichte sowie die Reichs- und Kirchengeschichte von großer Bedeutung“, so Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn. „Die umfangreiche Überlieferung von Kaiser- und Königsurkunden bildet für die Forschung eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – auch weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus – nutzen sie. Deshalb müssen wir uns dringend ein detailliertes Bild über ihren Erhaltungszustand machen. Die Schadenserfassung hilft, die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen planen und kalkulieren zu können.“

Gereinigt, entsäuert, neu verpackt

Ein weiteres gefördertes Projekt betrifft die Dokumente aus der Bibliothek der 1887 gegründeten Deutschen Kolonialgesellschaft. Sie wird in der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main aufbewahrt. Die Sammlung der damals größten Vereinigung zur Vertretung kolonialistischer Interessen in Deutschland mit ca. 30.000 Bänden ermöglicht die wissenschaftliche Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus, der derzeit in den Fokus der Forschung rückt. 1.300 Bände und Konvolute dieser Sammlung werden zunächst gesichtet und dann, je nach Schädigungsgrad, gereinigt, entsäuert und neu verpackt.

Zwei Millionen Euro im Förderprogramm

Die Projekte sind nur zwei Beispiele für die Herausforderungen, denen sich das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit dem Landesprogramm Bestandserhaltung stellt: In vielen Bibliotheken und Archiven bedrohen Säurefraß, Schimmel, Verschmutzung und manchmal auch unsachgemäße Lagerungs- und Klimabedingungen das schriftliche Kulturgut. Um es für zukünftige Generationen zu erhalten, hat die Hessische Landesregierung mit dem eigens entwickelten Förderprogramm 2018 und 2019 jeweils eine Million Euro für Maßnahmen zum Originalerhalt von Archiv- und Bibliotheksgut bereitgestellt. Eine zentrale Koordinierungsstelle Bestandserhaltung Hessen (KBH) am Hessischen Landesarchiv koordiniert die Förderverfahren und berät Antragsteller sowie Kommunen.

Das sind die geförderten Projekte

Antragsteller

Maßnahme

Landesmittel

Bundesmittel

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Massenentsäuerung

50.000 Euro

62.500 Euro

Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (3 Projekte)

Massenentsäuerung, Schadenserfassung

77.600 Euro

97.000 Euro

Stadtarchiv Bensheim

Trockenreinigung, Verpackung

30.000 Euro

37.500 Euro

Stadtarchiv Darmstadt

Trockenreinigung, Entsäuerung, Verpackung

4.200 Euro

5.250 Euro

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (2 Projekte)

Trockenreinigung, Entsäuerung, Verpackung

65.901 Euro

82.374 Euro

Universitätsbibliothek Frankfurt J.C. Senckenberg (3 Projekte)

Massenentsäuerung

38.041 Euro

47.551 Euro

Universitätsbibliothek Gießen

Massenentsäuerung, Verpackung

10.594 Euro

13.242 Euro

Universitätsbibliothek Marburg

Massenentsäuerung, Verpackung

18.160 Euro

22.700 Euro

Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain (2 Projekte)

Trockenreinigung, Massenentsäuerung, Verpackung

33.571 Euro

41.963 Euro

Theologische Fakultät Fulda - Hauptbibliothek
Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Fulda

Trockenreinigung, Verpackung

4.350 Euro

5.450 Euro

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr Volker Schmidt
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
+49 611 32 32 30
+49 611 32 32 99
pressestelle@hmwk.hessen.de
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