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Wissenschaftsminister Boris Rhein

Wissenschaft und Forschung machen Hessen zum Land mit Zukunft

Thema: 
Wissenschaft, LOEWE, HEUREKA
24.04.2018Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute in seiner Regierungserklärung die Förderung von Wissenschaft und Forschung als zentrales Zukunftsthema für das Land Hessen herausgestellt.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die Wettbewerbsstärke unseres Landes hängt von der Innovationsfähigkeit unserer Hochschulen, der außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der forschenden Wirtschaft ab. Jeder Cent, der hier investiert wird, ist wichtig für die Zukunft unseres Landes. Forschungsergebnisse von heute sind die Produkte, Dienstleistungen oder Therapien und Arzneimittel von morgen. Natürlich sind diese Investitionen auch wichtig, um Chancen im Wettstreit um die klügsten Köpfe zu eröffnen und Perspektiven gerade für junge Menschen zu fördern. Deshalb zählt die umfangreiche und gezielte Förderung von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung seit Jahren zu den Schwerpunkten der Landesregierung.“

Die Hessische Landesregierung hat dafür verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen. So garantiert der Hessische Hochschulpakt den Hochschulen eine finanzielle Ausstattung von 9 Milliarden Euro für die Jahre 2016 bis 2020. Das ist die größte Summe, über die die Hochschulen jemals verfügen konnten. Die Mittel des Landes werden dabei auch zielgerichtet zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre eingesetzt – die sogenannten QSL-Mittel in Höhe von 92 Millionen Euro jährlich dienen zum Beispiel diesem Zweck. Zudem stellt der von Bund und Land getragene Hochschulpakt 2020 durchschnittlich 300 Millionen Euro pro Jahr bereit, um die erhöhten Ausbildungsleistungen der Hochschulen zu finanzieren. Mit dem Hochschulbauprogramm HEUREKA hat die Hessische Landesregierung die Hochschulinfrastruktur vorangebracht. Bis zum Jahr 2026 fließen in das Programm insgesamt rund vier Milliarden Euro.

LOEWE-Forschungsförderung seit zehn Jahren

„Doch vor allem eine großzügige Forschungsförderung kann wissenschaftliche Spitzenleistungen und Innovationen bewirken. Längerfristige und gezielte Investitionen in Forschung und Entwicklung sind notwendig, um Wissenschaft und Wirtschaft in Hessen nachhaltig zu stärken und neues Wissen für die Menschen nutzbar zu machen. Deshalb ist LOEWE – unsere LandesOffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz – seit zehn Jahren zentrales Instrument, um mit vereinten Kräften auf Spitzenniveau zu forschen. Mit LOEWE unterstützen wir hervorragende wissenschaftliche Verbünde in der Grundlagenforschung und der anwendungsorientierten Forschung. Zudem ist LOEWE ein Magnet für kluge Köpfe. Wir konnten durch LOEWE führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Hessen holen. Darauf sind wir stolz!“, ergänzte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

LOEWE ist bundesweit einzigartig. Von 2008 bis 2017 hat Hessen rund 729 Millionen Euro bereitgestellt. 2018 stehen rund 68 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommen von den LOEWE-Projekten eingeworbene Dritt- und Eigenmittel von Unternehmen in Höhe von insgesamt über 947 Millionen Euro. Allein dank LOEWE belaufen sich die Investitionen in Forschung und Entwicklung auf mehr als 1,74 Milliarden Euro.

Schwerpunkt bei Infektions- und Krebsforschung

Die LOEWE-Forschung hat ganz konkreten Nutzen für die Menschen. Ein Schwerpunkt liegt zum Beispiel im Bereich der medizinischen Forschung. Das LOEWE-Zentrum „Zell- und Gentherapie“ an der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt Verfahren weiter, mit denen etwa Blutkrebs besser behandelt werden kann. Zu den hervorragenden Krebsforschungsprojekten zählt auch das LOEWE-Zentrum „Universities of Gießen and Marburg Lung Center“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dort erforschen Lungenerkrankungen und arbeiten auch an neuen Diagnostiken und Therapieformen zur Bekämpfung des Lungenkarzinoms.

Am LOEWE-Zentrum „Synthetische Mikrobiologie – SYNMIKRO“ an der Philipps-Universität Marburg geht es um die Frage, wie mikrobielle Zellen mit maßgeschneiderten Eigenschaften gezielt hergestellt werden können. Das LOEWE-Zentrum „Insektenbiotechnologie & Bioressourcen ZIB“ in Gießen ist ein wichtiger Partner in der vom Bundeskabinett beschlossenen Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie.

Auch die Kunsthochschulen profitieren von LOEWE: Im März dieses Jahres überreichte Wissenschaftsminister Boris Rhein den ersten LOEWE-Bewilligungsbescheid über 3,6 Millionen Euro an die Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Die Forscherinnen und Forscher dort beschäftigen sich mit der Mobilität in Städten der Zukunft und welche Rolle Design dafür spielt.

Von der Grundlagenforschung zur Praxis

„Viele LOEWE-Projekte schlagen den Bogen von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hin zur Praxis. Zu letzterem gehören auch LOEWE-Verbundprojekte, die von Wissenschaftseinrichtungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) getragen werden. Sie stärken die Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren ‚made in Hessen‘“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein.

2008 bis 2017 wurden 266 KMU-Verbundvorhaben mit insgesamt 68 Millionen Euro gefördert. Die Firma VAN HEES GmbH in Walluf etwa hat zusammen mit der Justus-Liebig-Universität Gießen einen veganen Fleischersatz aus Pilzen hergestellt. Dieses Beispiel zeigt, dass durch vorausschauende Projekte gerade auch „Hidden-Champions“ im ländlichen Raum gehalten und gestärkt werden können. Die Firma VAN HEES hat im Anschluss an das LOEWE-Projekt eine neue eigenständige Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Walluf aufgebaut.

„Wie bisher auch arbeiten wir an der Weiterentwicklung von LOEWE: Ich möchte den Beratungen nicht vorgreifen, aber ich kann mir beispielsweise eine Förderung von Start-ups oder eigene LOEWE-Professuren vorstellen. Wir werden uns im Gesamtumfeld der deutschen Forschungslandschaft nach spezifisch hessischen Bedürfnissen umsehen und diese abdecken, damit die Marke LOEWE weiterhin das bundesweite Renommee behält, das sie bereits heute hat“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen arbeiten an der Zukunft

Ein weiterer wichtiger Baustein der Hessischen Forschungsförderung sind die Forschungseinrichtungen außerhalb der Hochschulen. Hessen hat von 2013 bis 2017 insgesamt rund 1,25 Milliarden Euro für diese Institutionen bereitgestellt. Es ist gelungen, neue Forschungsinstitute in Hessen anzusiedeln und bestehende Institute zu erweitern, die an wichtigen Zukunftsthemen arbeiten. Dazu gehört zum Beispiel das Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik am Kulturstandort Frankfurt, das international über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt. Neu ist das eigenständige Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik - IEE in Kassel. Es betreibt zukunftsweisende Begleit- und Umsetzungsforschung zur Energiewende in Deutschland. Die Fraunhofer Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS in Hanau forscht zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

„Wir als Hessische Landesregierung senden klare Signale für Wissenschaft und Forschung und positionieren uns damit für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hessen. Denn das langfristige Wohl einer Gesellschaft hängt von neu zu erwerbendem Wissen ab“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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