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Wissenschaftsminister Boris Rhein:

20 Millionen Euro für neues LOEWE-Zentrum „Translationale Medizin und Pharmakologie“ in Frankfurt

Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass die Landesregierung ab 1. Januar 2015 ein neues LOEWE-Zentrum „Translationale Medizin und Pharmakologie“ in Frankfurt bis 2017 mit rund 20 Millionen Euro unterstützt. Das hat die LOEWE-Verwaltungskommission auf Basis externer Gutachten und der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats entschieden.

„Ziel des LOEWE-Zentrums ‚Translationale Medizin und Pharmakologie‘, ist die Überführung innovativer akademischer Forschungsideen in die anwendungsorientierte Arzneimittelforschung und somit der effektive Transfer in die medizinische Praxis. Damit soll die bestehende Lücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung weiter geschlossen werden. Dieses neue Zentrum ist eine vorausschauende Investition in die Zukunft Hessens und belegt einmal mehr den Erfolg unseres bundesweit einzigartigen Forschungsförderungsprogramms LOEWE“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Gemeinsam mit den beteiligten Kooperationspartnern, der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim plant die Goethe-Universität Frankfurt am Main, diesen Forschungsschwerpunkt konsequent zu stärken, um in längerfristiger Perspektive eine international sichtbare und wettbewerbsfähige Forschungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zu etablieren.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die Entscheidung für das neue LOEWE-Zentrum eröffnet gerade auch in der Vernetzung mit der im Rhein-Main-Gebiet konzentrierten Pharmaindustrie große Chancen. Wir haben hier die einmalige Gelegenheit, um zukunftsweisende Erfolge im Kampf gegen Krankheiten wie beispielsweise Multiple Sklerose oder  Rheumatoide Arthritis zu erzielen.“

Die LOEWE-Verwaltungskommission beschloss außerdem, dass rund 1,5 Millionen Euro als Auslauffinanzierungen ab 1. Januar 2015 in drei seit 2012 bestehende LOEWE-Schwerpunkte der 4. Förderstaffel fließen werden. Im Zeitraum 2012 bis 2014 haben die LOEWE-Schwerpunkte der 4. Förderstaffel bereits insgesamt rund 21,8 Millionen Euro Forschungsfördermittel erhalten.

„Auch in der laufenden Legislaturperiode ist das Forschungsförderungsprogramm LOEWE fester Bestandteil hessischer Hochschulpolitik. LOEWE ist ein wichtiger Bestandteil, um die Erfolgsgeschichte des Wissenschaftslandes Hessen fortzuschreiben. Die Zukunft Hessens entscheidet sich ganz maßgeblich an der Entwicklung von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Mit der Innovationsfähigkeit unseres Landes ist nachhaltiges Wachstum auch für die kommenden Generationen möglich“, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Seit Beginn des LOEWE-Programms im Jahr 2008 sind bereits zehn LOEWE-Zentren und 35 LOEWE-Schwerpunkte zur Förderung ausgewählt worden. Insgesamt stellt die Landesregierung bis Ende 2014 rund 520 Millionen Euro für das LOEWE-Programm zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.wissenschaft.hessen.de

 

 

Hintergrundinformationen
Förderentscheidungen der LOEWE-Verwaltungskommission:

 

Förderlinie 1: LOEWE-Zentren:

TMP – Translationale Medizin und Pharmakologie

Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Fraunhofer-Gesellschaft/ Fraunhofer-Projektgruppe Translationale Medizin und Pharmakologie, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim

Landesförderung 2015 bis 2017: rund 19,9 Millionen Euro

Das übergeordnete Ziel des LOEWE-Zentrums ist es, in Kooperation mit der Industrie vorhersagende präklinische und klinische Modelle zu entwickeln, um möglichst früh Aussagen über die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneistoffen treffen zu können und damit die Erfolgsraten der klinischen Entwicklung drastisch zu steigern. Die Fraunhofer-Projektgruppe, die in Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Aachen und der Goethe-Universität Frankfurt am Main aufgebaut wird, soll die gemeinsamen Bemühungen von Wirtschaft und Wissenschaft zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Arzneimittelforschung in Deutschland koordinieren. Dadurch sollen die Entwicklungskosten von Arzneimitteln unter marktwirtschaftlichen Kriterien gesenkt werden.

 

 

Förderlinie 2: LOEWE-Schwerpunkte:

 

Außergerichtliche-und gerichtliche Konfliktlösung

Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main

Landesförderung 2015 (Auslauffinanzierung): 350.000 Euro

Bisher wurden Modi der Konfliktlösung außerhalb von Gerichten, etwa die Vermittlung durch Dritte, Verträge und Gesetzgebung und deren jeweilige Funktionen eher selten umfassend untersucht. Über die Erforschung von Fragen wie z.B. mittelalterliche Kaufleute ihre Konflikte gelöst haben oder warum in Japan deutlich weniger Prozesse geführt werden als in anderen Ländern arbeitet der Schwerpunkt darauf hin, Modelle, Typen und Modi von Konflikten und Konfliktlösung zu entwickeln. Diese sollen die Grundlage für eine historisch-empirisch fundierte Theoriebildung darstellen.

 

LingBas – Fundierung linguistischer Basiskategorien

Philipps-Universität Marburg

Landesförderung 2015 (Auslauffinanzierung): 821.528 Euro

Der LOEWE-Schwerpunkt zielt auf Grundfragen der sprachwissenschaftlichen Beschreibung und Theoriebildung und hat das Ziel, sogenannte Basiskategorien, d.h. grundlegende theoretische Elemente, aus denen Sprache besteht, in der Sprachwirklichkeit nachzuweisen. Dazu werden angenommene Basiskategorien mit den Methoden ganz verschiedener sprachwissenschaftlicher Ansätze einer detaillierten Überprüfung unterworfen. Nur durch eine solche Überprüfung der theoretischen Annahmen an wirklicher Sprache erlangen die Kategorien eine belastbare Aussagekraft und können mir größerer Sicherheit angewendet werden. Es wird erwartet, dass durch diese Grundlagenforschung die technische  Verarbeitung gesprochener Sprache in einer weit höheren Qualität ermöglicht wird. Die Anwendungsorientierung der Marburger Forschung zeigt sich etwa im Bereich der Sprachstörungen. Ein vertieftes Wissen über die untersuchte Basiskategorie 'Wort' stellt die notwendige Grundlage für die Entwicklung von differenzierten Diagnostikverfahren und Therapieansätzen für Menschen mit Sprachstörungen dar.

 

NNCS – Non-neuronale cholinerge Systeme

Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Landesförderung 2015 (Auslauffinanzierung): 350.000 Euro

Acetylcholin, das nicht nur in Nervenzellen vorkommt, beeinflusst eine Vielzahl von Körperfunktionen und ist beispielsweise dafür verantwortlich, dass wir unsere Muskeln bewegen und atmen können. Wer kein Acetylcholin bilden kann, ist innerhalb von kurzer Zeit tot. Der Botenstoff hat hohe Relevanz in entzündlichen Erkrankungen. Die Spanne der relevanten Krankheitsbilder erstreckt sich über mehrere Organsysteme und reicht von der Haut (Neurodermitis, Blasen bildende Erkrankungen) über die Transplantatabstoßung bis zur häufig tödlich endenden Blutvergiftung. Durch die Bündelung von Arbeitsgruppen aus Gießen, Marburg und Frankfurt, die allesamt eine hohe Expertise auf dem Gebiet der cholinergen Forschung besitzen, wird in Mittelhessen ein weltweit einzigartiger Schwerpunkt zu diesem Themengebiet geschaffen.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr Christoph Schlein
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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