Staatssekretär Dr.Kriszeleit übergibt Hessischen Denkmalschutzpreis 2013

„Denkmalpflege ist eine Investition in die Zukunft“

„Angesichts der radikalen Veränderung aller Lebensbereiche durch die neuen Medien setzen die Menschen heute mehr denn je auf bleibende Werte und Traditionen.“ Das hat der Staatssekretär im Hessischen Justizministerium, Dr. Rudolf Kriszeleit, bei der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 2013 hervorgehoben.

Wurde mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2013 ausgezeichnet: die Hofanlage Rundstraße 1 in Hauneck-Bodes.

Wurde mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2013 ausgezeichnet: die Hofanlage Rundstraße 1 in Hauneck-Bodes.
Wurde mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2013 ausgezeichnet: die Hofanlage Rundstraße 1 in Hauneck-Bodes.
© Christine Krienke / Landesamt für Denkmalpflege Hessen

„Kulturdenkmäler vermitteln Kontinuität und Beständigkeit, wir alle schätzen die besondere Atmosphäre beispielsweise von historischen Ortskernen“, sagte er bei der Feier in der Aula der Wetzlarer Musikschule in Vertretung der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, und dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, Prof. Dr. Gerd Weiß, zeichnete der Staatssekretär die Gewinner aus.

Die Jury hatte aus 30 Vorschlägen acht Preisträger ausgewählt – Privatpersonen und die Magistrate der Städte Lauterbach und Wetzlar. Der von der Lotterie-Treuhandgesellschaft gestiftete Preis wird seit 1986 vergeben und ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden vorbildliche Leistungen mit überregionaler Bedeutung auf den Gebieten der archäologischen Denkmalpflege, der Bau- und Kunstdenkmalpflege und der Gartendenkmalpflege.

Dr. Kriszeleit würdigte die Leistung der Eigentümer, die keine Mühen und Kosten gescheut hätten, um sich mit den besonderen Erfordernissen historischer Baumaterialien und jahrhundertealter Handwerkstechniken auseinanderzusetzen. „Denkmalpflege ist eine behutsame Art der Sanierung, die der Eigenart des Gebäudes Rechnung trägt, ohne seine Aussage als historisches Zeugnis zu schmälern. Sie alle haben in vorbildlicher Weise dazu beigetragen, dass historische Gebäude eine Zukunft haben“, sagte der Staatssekretär und fügte hinzu, die Beispiele dokumentierten auch, dass Denkmalpflege keineswegs Entwicklung verhindere: „Sie ist vielmehr ein immer wichtiger werdender Standortfaktor für die touristische Erschließung gerade ländlicher Regionen.“

Prof. Weiß nannte die Preisverleihung einen Höhepunkt des denkmalpflegerischen Alltags: „Im Umgang mit ihren Gebäuden haben die heute ausgezeichneten Denkmaleigentümer mit viel Idealismus, großer Sensibilität und bewundernswertem Engagement die Arbeit der Denkmalpflege vor Ort unterstützt und bereichert. Anders als im Neubau kann man mit natürlichen Materialien und einer kontinuierlichen Pflege sehr viel erreichen, um das Gebäude für die Zukunft zu sichern. In allen Fällen geht das Ergebnis weit über das von unseren Kollegen geforderte Maß hinaus. All diese Gebäude mit ihren liebevoll sanierten künstlerischen und baulichen Details sind ortsbildprägend und regen zum Nachahmen an. Mit dem Denkmalschutzpreis wollen wir zusammen mit der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen auch in Zukunft Maßstäbe setzen.“

„Die Preisträger wollen wir im doppelten Sinn auszeichnen. Als Belohnung ihrer Leistung und als Ansporn für andere, es ihnen gleichzutun. Wir sind dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die den Wert dieser Denkmale rechtzeitig erkannt haben. Das ist für uns alle ein Gewinn“, hob Dr. Sundermann hervor.

Träger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2013:

Jeannette und Bernhard Eschweiler
Schlossstraße 1, 61389 Schmitten
Urkunde und Geldpreis in Höhe von 6.000 Euro für die Sanierung des Bassenheimer Schlosses in Schmitten-Oberreifenberg (Hochtaunuskreis).

Mario Repka
Leide 28, 35260 Stadtallendorf
Urkunde und Geldpreis in Höhe von 5.000 Euro für die Sanierung des Fachwerkhauses „Alte Mainzer Kellerei“ in Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Agnes und Dr. Detlef Kulessa
Abeggstraße 1, 65193 Wiesbaden
Urkunde und Geldpreis in Höhe von 5.000 Euro für die Sanierung des historischen Bürgerhauses Burgstraße 4 in Eltville (Rheingau-Taunus-Kreis)

Stefanie und Tobias Schmitt
Rundstraße 1, 36282 Hauneck-Bodes
Urkunde und Geldpreis in Höhe von 4.000 Euro für die Sanierung der Hofanlage Rundstraße 1 in Hauneck-Bodes (Landkreis Hersfeld-Rotenburg)

Rainer Hamacher
Stettiner Ring 23, 61381 Friedrichsdorf
Urkunde und Anerkennung für die Sanierung und Umnutzung einer Apotheke der 1950er Jahre zur Modeboutique, Große Bockenheimer Straße 10, Frankfurt am Main

Mechthild und Peter Härtling
Finkenweg 1, 64546 Mörfelden-Walldorf
Urkunde und Anerkennung für kontinuierliche Pflege, vorbildliche und denkmalgerechte Erhaltung eines Siedlungswohnhauses der 1960er Jahre, Finkenweg 1, 65546 Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau).

Magistrat der Kreisstadt Lauterbach
Marktplatz 14, 36341 Lauterbach
Urkunde und Anerkennung für die Sanierung des ehemaligen Schulgebäudes („Alter Esel“) und Umnutzung zur Stadtbibliothek, Obergasse 44, Lauterbach (Vogelsbergkreis).

Magistrat der Stadt Wetzlar
Ernst-Leitz-Straße 30, 35578 Wetzlar
Urkunde und Anerkennung für die Sanierung des „Palais Papius“ und dessen Umnutzung als Museum, Kornblumengasse 1, Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis)

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