Startseite Presse Pressemitteilungen Pressearchiv Gemeinsame Wissenschafts-konferenz beschließt Verstetigung des LOEWE-Zentrums IDeA am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung
Forschung zu kindlichem Lernen dauerhaft in Frankfurt verankert

Gemeinsame Wissenschafts-konferenz beschließt Verstetigung des LOEWE-Zentrums IDeA am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung

Das interdisziplinäre Zentrum zur Erforschung von individuellen kindlichen Entwicklungsprozessen und adaptiver Unterrichtsgestaltung IDeA wird auf Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern dauerhaft in Frankfurt am Main verankert. IDeA steht für „Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ und ist das erste Zentrum, das im Rahmen der hessischen „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (LOEWE) eingerichtet und nun als Teil eines Leibniz-Instituts verstetigt wird. Das 2008 vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), der Goethe-Universität Frankfurt und dem Frankfurter Sigmund-Freud-Institut gegründete Zentrum wird nach Abschluss der LOEWE-Finanzierung durch das Land Hessen als Sondertatbestand in den Gesamthaushalt des DIPF integriert.

„Die Entscheidung der GWK zur Verstetigung des LOEWE-Zentrums IDEA dokumentiert die Stärke des Forschungsstandorts Hessen und zeigt, dass die Landesregierung mit dem Forschungsförderungsprogramm LOEWE auf einem richtigen Weg ist“, sagt die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann. Das LOEWE-Zentrum IDeA wird im Zeitraum von 2008 bis 2014 mit insgesamt knapp 26 Millionen Euro vom Land gefördert. Das 2008 aufgelegte LOEWE-Programm ist aufgrund seiner Konzeption und seines Finanzvolumens bundesweit im Ländervergleich einzigartig. Das Land stellt in der laufenden Legislaturperiode insgesamt 410 Millionen Euro für die Förderung herausragender wissenschaftlicher Verbundvorhaben bereit. „Damit leistet Hessen einen sichtbaren Beitrag zur europäischen Wachstumsstrategie Europa 2020. Die Landesregierung Hessen investiert gezielt in Ausbildung, Forschung und Entwicklung und damit in die weitere Stärkung und Vernetzung des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Hessen“, hebt die Ministerin hervor.

„Die LOEWE-Finanzierung war die entscheidende Grundlage für den Aufbau des IDeA-Zentrums“, betont Professor Dr. Marcus Hasselhorn, Sprecher der Forschungseinrichtung und zugleich Geschäftsführender Direktor des DIPF. Am IDeA-Zentrum erforschen inzwischen 125 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die individuellen Entwicklungsprozesse von Kindern im Alter bis zu zwölf Jahren und entwickeln Ansätze zu deren Lernförderung. Das besondere Interesse gilt Kindern mit erhöhtem Risiko für eine beeinträchtigte Entwicklung schulischer Fertigkeiten – etwa aufgrund von Lernstörungen oder sozialen Einflüssen. Die Forscherinnen und Forscher verbinden dabei das Fachwissen zahlreicher Disziplinen. Dazu gehören Psychologie und Psychoanalyse, Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken, Soziologie, Psycholinguistik und Neurowissenschaften. Der innovative Ansatz des Zentrums ist die Kombination aus über mehrere Jahre angelegten Längsschnittprojekten und fokussierten experimentellen Studien. Dabei werden vielfältige Methoden eingesetzt, zum Beispiel Verhaltensbeobachtungen, Befragungen und Leistungstest sowie moderne Verfahren aus den Neurowissenschaften. „Durch die Verstetigung verfügen wir in Frankfurt nun dauerhaft über eine Forschungsinfrastruktur, die es ermöglicht, zukünftig mit allen drei Partnerinstitutionen Drittmittel zu akquirieren um komplexe Forschungsvorhaben zu individueller Entwicklung und adaptiver Lernförderung zu bearbeiten“, so Hasselhorn.

Die wissenschaftlichen Projekte am IDeA-Zentrum sind in vier Bereiche unterteilt. Im 1. Bereich „Ressourcen und Grenzen erfolgreichen Lernens“ findet Grundlagenforschung zu Entwicklungs- und Lernprozessen statt, unter anderem im Hinblick auf den Spracherwerb, mathematische Kompetenzen sowie kognitive und soziale Auffälligkeiten, zum Beispiel bei Kindern mit ADHS. Im 2. Bereich „Diagnostik und Prävention“ bauen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesen Grundlagen auf und entwickeln Testverfahren und erproben Ansätze zur Prävention von Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten. Den Fokus auf individuelle Fördermaßnahmen und die Fragen, wie sie im Unterricht eingesetzt werden können, legen die Forschungsprojekte im 3. Bereich „Adaptive Lernumgebungen“. Schließlich werden im 4. Bereich „Professionalisierung von Fachpersonal“ Kompetenzen von Erziehenden und Lehrkräften untersucht. Die Arbeiten tragen dazu bei, dass Kinder in heterogenen Lerngruppen besser individuell gefördert werden können.

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