LOEWE

Land fördert vier LOEWE-Projekte mit 19 Millionen Euro

Staatsministerin Kühne-Hörmann übergibt Förderbescheide in Frankfurt. Goethe-Universität erhält insgesamt knapp 77 Millionen Euro Projektmittel.

Vier LOEWE-Projekte, deren Federführung bei der Goethe-Universität beziehungsweise der Fachhochschule Frankfurt liegt, werden vom Land mit insgesamt knapp 19 Millionen Euro gefördert: Neu eingerichtet werden das LOEWE-Zentrum für Finanzmarktforschung (SAFE – „Sustainable Architecture for Finance in Europe“) und der LOEWE-Schwerpunkt für Integrative Pilzforschung IPF. Eine Auslauffinanzierung erhalten die beiden medizinischen LOEWE-Schwerpunkte „OSF – Onkogene Signaltransduktion“ und „PräBionik – Präventive Biomechanik“.

„Der Landesregierung ist es mit LOEWE gelungen, die hessische Wissenschaftslandschaft nachhaltig zu festigen, markante Profile zu bilden und die Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtungen zu stärken. Sie steht daher uneingeschränkt zu diesem Erfolgsprojekt und stellt allein in dieser Legislaturperiode rund 410 Millionen Euro dafür zur Verfügung“, sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Feier zur Übergabe der Förderbescheide im Casino auf dem Campus Westend der Universität.

An die Goethe-Universität fließen nach den Worten der Ministerin in den Jahren von 2008 bis 2015 Projektmittel in Höhe von knapp 77 Millionen Euro für zwei LOEWE-Zentren und sieben LOEWE-Schwerpunkte. „Sie ist damit die erfolgreichste Universität in dem streng wettbewerblich organisierten LOEWE-Programm“, fügte Kühne-Hörmann hinzu.

SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe
Center for Financial Studies, Frankfurt (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt am Main
Landesförderung 2013 - 2015: rund 13 Millionen Euro

Moderne Finanzsysteme sind untrennbar mit großen Chancen für Wachstum und Wohlfahrt aber auch mit hohen Risiken verbunden. Die Dimension der Risiken ist angesichts der aktuellen Finanzkrise augenfällig. Der Grad der Vernetzung zwischen Banken, Investoren, Unternehmen, Staatshaushalten und Zentralbanken lässt ein systemisches Risiko entstehen, das in der bisherigen Finanztheorie und -politik kaum beachtet worden ist. Weit verbreitete Überzeugungen zur Informationseffizienz der Märkte, zur Rationalität von Investoren und zur Disziplinierungskraft von Märkten werden zurzeit in Frage gestellt. Das LOEWE-Zentrum „SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe“ widmet sich diesen Fragen und verbindet in neuartiger Weise Grundlagenforschung mit einer unabhängigen Politikberatung. Ziel ist es, die Herausforderungen, denen sich moderne Finanzsysteme stellen müssen, zu analysieren und Antworten auf Fragen nach einer besseren Ausgestaltung der Finanzarchitektur zu geben. Das LOEWE-Zentrum stellt sich drei komplementären und innovativen Aufgaben: der Erforschung des systemischen Charakters der modernen Finanzarchitektur, der Analyse der dynamischen Interaktion zwischen Markt und Staat und der forschungsbasierten Politikberatung auf deutscher und europäischer Ebene.

Integrative Pilzforschung (IPF) – Innovation durch Integration anwendungs- und grundlagenorientierter Forschung zur Nutzung der pilzlichen Vielfalt
Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Justus-Liebig-Universität Gießen, Universität Kassel, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Frankfurt
Landesförderung 2013 - 2015: rund 4,5 Millionen Euro

Nach den Bakterien sind Pilze die am weitesten verbreitete Lebensform der Erde. Sie sind artenreicher als Pflanzen, Fische und Säugetiere zusammen. Schätzungen zufolge sind mindestens 90 Prozent ihrer Arten noch unentdeckt. Doch bereits mit dem kleinen Anteil der Arten, die heute wirtschaftlich genutzt werden, werden in der Lebensmittelproduktion ebenso wie in der Pharmaindustrie hunderte von Milliarden Euro erwirtschaftet. Auch zahlreiche zelluläre Grundprozesse wurden erstmals an Pilzen entdeckt und einige der wichtigsten Modellorganismen der Molekularbiologie gehören dieser Organismengruppe an. Allerdings ist die grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung auf nur wenige Organismen beschränkt und lässt das große Potenzial der Diversität der bekannten und noch unbekannten Pilze ungenutzt. Im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts soll diese Lücke durch Integration der pilzlichen Vielfalt in ansonsten modellbasierte Forschungsdisziplinen geschlossen werden.

OSF – Onkogene Signaltransduktion Frankfurt
Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Georg-Speyer-Haus Frankfurt am Main
Landesförderung 2013: rund 744.000 Euro (Landesförderung 2010 - 2012: 4,5 Millionen Euro)

Die Förderung von OSF ergibt sich aus der gesundheitspolitischen Bedeutung onkologischer Erkrankungen, den unzureichenden gegenwärtigen Behandlungsoptionen und der damit verbundenen Notwendigkeit, neue Medikamente und Therapiekonzepte zur Behandlung von Krebspatienten zu entwickeln. Krebs ist eine äußerst komplexe Krankheit, denn es gibt zahlreiche verschiedene Krebsarten und die unterschiedlichsten Entstehungsmechanismen. Die wissenschaftliche Aufgabe, der sich die Forscher stellen, heißt individualisierte Therapie bei Tumorerkrankungen. Dafür sind molekulare Mechanismen von Tumorerkrankungen zu entschlüsseln und für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zu nutzen.

PräBionik – Präventive Biomechanik
Fachhochschule Frankfurt am Main (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Philipps-Universität Marburg
Landesförderung 2013: rund 486.000 Euro (Landesförderung 2010 - 2012: 3,8 Millionen Euro)

Mit PräBionik sind Wissenschaftler den Grundlagen von Weichgewebe, Knochen und Knorpel auf der Spur, um zu klären, wie Hilfsmittel, wie etwa Prothesen, Stents oder Implantate so konstruiert werden können, dass pathologische Folgeerscheinungen vermindert oder sogar völlig beseitigt werden können. Wesentliches Ziel ist die Entwicklung von Verfahren und Produkten zur Verbesserung von Stützkonstruktionen, um die durch den demographischen Wandel steigende Zahl pflegebedürftiger Patienten zu minimieren.

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