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Wissenschaftsminister Boris Rhein:

LOEWE-Forschung stärkt Wissenschaftsstandort Rhein-Main

Hessen fördert innovative Vorhaben von Frankfurter Hochschulen und Unternehmen mit rund 25 Millionen Euro

Prof. Dr. Jost Gippert (Goethe-Universität / GU) (v.l.n.r.) , Prof. Dr. Michael Wibral (GU), Dr. Matthias Heil und Dr. Michael Potente (MPI Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim), Präsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl (GU), Boris Rhein (Minister HMWK),
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Gruppenfoto bei der Bescheidübergabe.
© Uwe Dettmar

Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute Fördergelder aus dem Forschungsförderungsprogramm LOEWE in Höhe von rund 25 Millionen Euro an die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Fachhochschule (FH) Frankfurt am Main sowie an acht hessische Unternehmen übergeben.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die exzellente Forschung der hessischen Wissenschaftseinrichtungen, wie die der Goethe-Universität und der FH Frankfurt, sichern die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Deshalb setzt das hessische Wissenschaftsministerium die Erfolgsgeschichte unseres Forschungsförderungsprogramms LOEWE konsequent fort. Bis Ende 2014 wird das Land für herausragende Forschungsvorhaben insgesamt rund 520 Millionen Euro bereitgestellt haben. Das ist einmalig in Deutschland.“

Ein Beispiel für herausragende Forschungsvorhaben ist der neue LOEWE-Schwerpunkt „Ubiquitin-Netzwerke“ unter Federführung der Goethe-Universität Frankfurt (assoziierter Forschungspartner: Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim). Das Wissenschaftsministerium fördert diesen Forschungsschwerpunkt bis Ende 2016 mit insgesamt rund 4,3 Millionen Euro. Ubiquitin ist ein kleines Protein, das überall (lat. ubiquitär) vorkommt und in viele Prozesse regulierend eingreift. Ubiquitin reguliert beispielsweise die Reparatur der DNA oder die Übertragung von Signalen innerhalb einer Zelle. Wissenschaftler sprechen mittlerweile von einem regelrechten Geheimcode, den Ubiquitin vermittelt und den es zu entschlüsseln gilt. Forscher bringen Fehler in diesem raffinierten System mit zahlreichen Erkrankungen in Zusammenhang, beispielsweise mit der Entstehung von Krebs, mit Parkinson, aber auch mit dem Verlauf von Infektionen und Entzündungen. Hier setzt der LOEWE-Schwerpunkt an. Die beteiligten Wissenschaftler wollen die Komplexität der Ubiquitin-Netzwerke entschlüsseln und die grundlegenden molekularen Details analysieren, um so neue Strategien für die Behandlung von Erkrankungen entwickeln zu können.          

Die Landesregierung stärkt darüber hinaus ein weiteres erfolgreiches, profilbildendes Projekt, das LOEWE-Zentrum „Zell- und Gentherapie“, für eine zweite Förderperiode bis Ende 2016 mit rund 18,5 Millionen Euro. Unter Federführung der Goethe-Universität Frankfurt (in Kooperation mit dem Georg-Speyer-Haus, dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und dem Paul-Ehrlich-Institut in Langen) existiert dieses LOEWE-Zentrum seit 2011. Die Wissenschaftler haben das Ziel, eine nachhaltige, effiziente Plattform zur wissenschaftlichen Erforschung, Entwicklung und Anwendung der Zell- und Gentherapie zu schaffen.

„Die Landesregierung hat mit der hessischen Exzellenzinitiative LOEWE ein bundesweit einmaliges Wettbewerbsverfahren um die besten wissenschaftlichen Ideen, Konzepte und Köpfe geschaffen. Die Goethe-Universität positioniert sich in diesem Wettbewerb sehr erfolgreich, wie die heutige Bescheidübergabe einmal mehr zeigt. Angesichts der positiven Erfahrungen mit dem LOEWE-Programm kann ich das Land nur ermutigen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Die Mittel, die das Land dafür aufwendet, sind gut investiert und bringen ihre Rendite in Form einer besseren Zukunftsfähigkeit Hessens als Wissenschafts- und Bildungsstandort“, erläuterte der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl.     

Das Land Hessen fördert zudem auch drei neue Projekte mit Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Hochschulen, sogenannte KMU-Verbundprojekte: darunter das von der FH Frankfurt koordinierte Vorhaben „Entwicklung einer semizentralen Anlage zur Behandlung von schadstoffhaltigen Niederschlagsabflüssen“ mit insgesamt rund 288.000 Euro. Regenabflüsse von Straßen und Parkplätzen können vielfältige Schadstoffe enthalten, die unsere Gewässer, aber auch unser Trinkwasser auf lange Sicht gefährden können. Daher ist es notwendig, verschmutzte Regenabflüsse zu behandeln. Um verunreinigtes von sauberem Regenwasser trennen zu können, werden heute verstärkt sogenannte dezentrale Anlagen zur Regenwasserbehandlung eingesetzt, die zum Beispiel das Wasser eines einzigen Straßengullys reinigen. Für mittelgroße Flächen wie ganze Parkplätze oder Straßenabschnitte existieren derzeit noch keine Anlagen ausreichender Größe. Eine solche entwickeln derzeit die Wissenschaftler im Labor, um sie dann als Prototyp gemeinsam mit der Stadt Gießen zu testen. Die Anlage soll alle relevanten Schadstoffe aus dem Regenabfluss entfernen, einfach zu reinigen und zu warten sein, um unsere Gewässer wirkungsvoll zu schützen.

„Die Förderung von drei neuen KMU-Verbundprojekten durch die Exzellenzinitiative des Landes ist ein Beleg für die Qualität unserer anwendungsorientierten Forschung und unterstreicht, dass wir ein geschätzter Partner für Wirtschaft, Gesellschaft und die öffentliche Hand sind“, betont Dr.-Ing. Detlev Buchholz, Präsident der Fachhochschule Frankfurt.

„Alle LOEWE-Forschungsprojekte sind eine wichtige Investition in die Zukunft unseres Landes. Wir tragen beispielsweise mit den heute vorgestellten Projekten dazu bei, Krankheiten besser behandeln zu können oder die Umwelt zu schonen. Mit LOEWE setzt die Landesregierung auch in den kommenden Jahren entsprechende wissenschaftspolitische Impulse und fördert so nachhaltig die hessische Forschungslandschaft und den Wirtschaftsstandort Hessen“, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein.       

Zudem übergab Wissenschaftsminister Boris Rhein heute weitere Bewilligungsbescheide und Zuwendungsverträge für folgende Forschungsprojekte:

LOEWE-Schwerpunkte:

Neuronale Koordination Forschungsschwerpunkt Frankfurt-NEFF“
Federführung: Goethe-Universität Frankfurt am Main
Partner: Ernst Strüngmann Institut gGmbH (Frankfurt), Frankfurt Institute for Advanced Studies (Frankfurt), Max-Planck-Institut für Hirnforschung (Frankfurt), TU Darmstadt.
Förderzeitraum / Fördersumme: rund 625.000 Euro ( Auslauffinanzierung bis 31.12.2014)

„Digital Humanities: Integrierte Aufbereitung und Auswertung textbasierter Corpora"
Federführung: Goethe-Universität Frankfurt am Main
Partner: TU Darmstadt, Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Förderzeitraum / Fördersumme: 739.000 Euro (Auslauffinanzierung bis 31.12.2014)

LOEWE-KMU-Verbundprojekte (Projekte mit Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Hochschulen):

„FluidSim - Simulation innovativer Fördertechnik“
Förderzeitraum: 01.11.2013 bis 31.12.2014
Federführung: Fachhochschule Frankfurt
Partner: SimPlan AG (Maintal), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Benjamin Systems GmbH(Roßdorf), Fraport AG (Frankfurt)
Förderung: rund 326.000 Euro

„SilvaScan - Barrierefreie Software für das verteilte deutschlandweite Digitalisieren von Papierdokumenten mit Werkstätten für behinderte Menschen“
Förderzeitraum: 01.08.2013 bis 31.12.2014
Federführung: Fachhochschule Frankfurt
Partner: Main IT GmbH & Co. KG, Kelkheim
Förderung: rund 395.000 Euro

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Herr Christoph Schlein
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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