Startseite Presse Pressemitteilungen Pressearchiv LOEWE-Forschungsprojekte erhalten ab 2017 weitere 29 Millionen Euro
Wissenschaftsminister Boris Rhein

LOEWE-Forschungsprojekte erhalten ab 2017 weitere 29 Millionen Euro

Thema: 
Wissenschaft, LOEWE
05.12.2016Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

forscherin_cgt_jan_michael_hosan_hessen_schafft_wissen.jpg

Forscherin im CGT
Das LOEWE-Zentrum für Zell- und Gentherapie hat das Ziel, zell- und gentherapeutische Verfahren wirksamer und sicherer zu machen, um sie in die klinische Anwendung zu bringen.
© Hessen schafft Wissen/Jan Michael Hosan

Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass die Landesregierung ab 1. Januar 2017 bestehende LOEWE-Forschungsprojekte mit rund 29 Millionen Euro weiterhin unterstützen wird. Das hatte die LOEWE-Verwaltungskommission auf Basis externer Gutachtervoten und der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats entschieden.

Investition in die Zukunft Hessens

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die Mittel sind eine Investition in die Zukunft von Hessen, auf die die Landesregierung großen Wert legt. Aufgrund des Exzellenzanspruchs des bundesweit einmaligen LOEWE-Programms überführen wir die laufenden LOEWE-Projekte in eine nachhaltige Entwicklung. Im Zeitraum von 2008 bis 2016 hat das Land für herausragende Forschungsvorhaben insgesamt rund 671 Millionen Euro bereitgestellt. Das ist einmalig in Deutschland.“ 

Für das Frankfurter LOEWE-Zentrum CGT – Zell- und Gentherapie der 3. Förderstaffel stellt die Landesregierung eine Auslauffinanzierung in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro für den Zeitraum von 2017 bis 2018 zur Verfügung.
Für das Gießener LOEWE-Zentrum ZIB – Insektenbiotechnologie und Bioressourcen der 3. Förderstaffel stellt die Landesregierung eine Weiterfinanzierung im Rahmen der zweiten Förderperiode in Höhe von rund 18,2 Millionen Euro für den Zeitraum von 2017 bis 2019 bereit.

Projekte planen, weiter zu forschen

Für sechs LOEWE-Schwerpunkte der 6. Förderstaffel stellt die Landesregierung Auslauffinanzierungen für jeweils ein Jahr in Höhe von insgesamt rund 4,9 Millionen Euro zur Verfügung.    

„Nach Auslaufen unserer LOEWE-Finanzierungen planen alle acht LOEWE-Projekte weiter in Hessen zu forschen. Dies zeigt einmal mehr, dass die investierten Millionen des Landes hier sehr gut angelegt sind. Die Zukunft Hessens entscheidet sich ganz maßgeblich an der Entwicklung von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Mit der Innovationsfähigkeit unseres Landes ist nachhaltiges Wachstum auch für die kommenden Generationen möglich. Das Forschungsförderungsprogramm LOEWE trägt entscheidend dazu bei, dass wir die Erfolgsgeschichte des Wissenschaftslandes Hessen weiterschreiben können“, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

671 Millionen für LOEWE 

Seit 2008 sind bereits elf LOEWE-Zentren und 42 LOEWE-Schwerpunkte und 230 LOEWE-KMU-Verbundprojekte für umfangreiche Förderungen im Rahmen des LOEWE-Programms ausgewählt worden.  Im Zeitraum von 2008 bis 2016 hat die Landesregierung insgesamt 671 Millionen Euro für die bundesweit einzigartige Forschungsförderungsinitiative LOEWE bereitgestellt; im laufenden Jahr beträgt das LOEWE-Budget 64 Millionen Euro. 

LOEWE-Zentren der 3. Förderstaffel

CGT
Zell- und Gentherapie

Federführung: Goethe-Universität Frankfurt am Main 
Partner: Georg-Speyer-Haus (Frankfurt), Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (Bad Nauheim), Paul-Ehrlich-Institut (Langen)
Fördersumme: 5.711.080 Euro
Förderzeitraum: 2017 – 2018

Das LOEWE-Zentrum für Zell- und Gentherapie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verfahren der Gen- und Zelltherapie weiterzuentwickeln, und dadurch effizienter, spezifischer und sicherer zu machen. Bei der Zelltherapie werden menschliche Zellen in bestimmte erkrankte Gewebe transplantiert oder injiziert. Dadurch soll das regenerative Potenzial der geschädig- ten Organe aktiviert und deren Funktion so gut wie möglich wiederhergestellt werden. Die Gentherapie ersetzt dagegen einzelne krankheitsauslösende Erbgutabschnitte durch eine gesunde Version. Es ist die Kombination beider Therapieprinzipien, die künftig auf eine ver- besserte Behandlung bisher nicht erfolgreich therapierbarer Erkrankungen wie Herz-Kreis- lauf-Erkrankungen sowie Krankheiten des Blutes und der Blut bildenden Organe hoffen lässt.

 

ZIB 
Insektenbiotechnologie und Bioressourcen

Federführung: Justus Liebig-Universität Gießen
Partner: Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (Aachen)/ Fraunhofer-Projektgruppe Bioressourcen (Gießen), Technische Hochschule Mittelhessen (Gießen)
Fördersumme: 18.245.507 Euro
Förderzeitraum: 2017 – 2019

Im Hinblick auf die Biodiversität sind die Insekten mit über einer Million beschriebener Arten die erfolgreichsten Organismen. Die Entwicklung dieser Artenvielfalt ging mit dem Erwerb eines riesigen Arsenals an Molekülen einher, mit denen Insekten ihre Ernährung sichern oder sich gegen Krankheiten und Parasiten verteidigen können. Die Erschließung von Insekten als Ressource für neue Moleküle zur Anwendung in der Medizin, im Pflanzenschutz oder in der industriellen Biotechnologie ist eine Kernaufgabe des LOEWE-Zentrums „ZIB - Insektenbiotechnologie und Bioressourcen“. Aufgrund des enormen wirtschaftlichen und innovativen Potenzials wird diese Spitzentechnologie in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft erstmalig in Deutschland entwickelt.

LOEWE-Schwerpunkte der 6. Förderstaffel 

RESPONSE
Ressourcenschonende Permanentmagnete durch optimale Nutzung seltener Erden

Federführung: Technische Universität Darmstadt
Partner: -
Fördersumme: 998.127 Euro
Förderzeitraum: 2017

Die nachhaltige Ressourcennutzung von Materialien und Werkstoffen dringt erst allmählich in das öffentliche Bewusstsein. Die nachhaltige Verfügbarkeit von Roh- und Werkstoffen ist jedoch eine unabdingbare Voraussetzung und Basis für die Realisierung von Zukunfts- technologien. Engpässe entstehen besonders durch Innovationen und einen erhöhten Bedarf in den erneuerbaren Energien, die zu einer stark steigenden Nachfrage nach knappen Elementen führen. Insbesondere Seltenerdelemente spielen hierbei eine zentrale Rolle. Das quasi-Monopol für seltene Erden hält China. In jüngerer Zeit hat China den Export von seltenen Erden mehrfach eingeschränkt, auch zukünftig muss wieder mit Restriktionen gerechnet werden. Im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts sollen neuartige, ressourcen- effiziente materialphysikalische Konzepte für Permanentmagnete zum Einsatz in Windkraft-anlagen und Elektromotoren als Schlüsselkomponenten in der Elektromobilität entwickelt werden. Es gilt den Anteil der kritischen seltenen Erden in Hochleistungspermanent- magneten zu reduzieren bzw. zu substituieren.

 

Social Link – Always Online?
Ein neues Kommunikationsparadigma für die Kommunikationsgesellschaft

Federführung: Universität Kassel
Partner: Technische Universität Darmstadt
Fördersumme: 400.000 Euro
Förderzeitraum: 2017

Die hohe Verbreitung und sich beschleunigende Innovationen moderner Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), insbesondere das Internet und der Mobilfunk, prägen die moderne Informationsgesellschaft nachhaltig. Die Technik ermöglicht eine jederzeitige Kommunikationsbereitschaft unabhängig von Ort und Zeit im Sinne des „always online“. Für die Möglichkeit der Informationsaufnahme gilt ebenfalls „any information, anywhere, anytime“. Hierdurch entstehen vielfältige Veränderungen des Kommunikations- und Informationsverhaltens in der Gesellschaft. Ziel des LOEWE-Schwerpunkts „Social Link“ ist die interdisziplinäre Erforschung und die technische, organisatorische und rechtliche Gestaltung eines neuen Modells gesellschaftlichen Kommunikationsverhaltens für eine optimierte Work-Life-Balance für Wissensarbeiter und Manager. In dieser Vision soll durch den Einsatz innovativer Konzepte und Lösungen ein neuartiges Kommunikationsparadigma entwickelt werden, das beispielsweise durch den Einsatz „impliziter Kommunikation“ die benötigte Aufmerksamkeitskapazität des Senders signifikant reduziert und durch selektive Informationszufuhr den Empfänger entlastet.

 

Ub-Net
Ubiquitin-Netzwerke: Von molekularen Mechanismen zu Erkrankungen

Federführung: Goethe-Universität Frankfurt am Main
Partner: Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (Bad Nauheim)
Fördersumme: 1.084.344 Euro
Förderzeitraum: 2017

Posttranslationale Modifikationen von Proteinen haben eine zentrale Bedeutung für die Kontrolle zellulärer Prozesse. Die Anheftung von Ubiquitin oder verwandter, Ubiquitin-ähnlicher Moleküle an Zielproteine verändert deren Eigenschaften und steuert die zeitlich und räumlich geordnete Weiterleitung vieler physiologischer Signale. Fundamentale zelluläre Prozesse wie der Abbau von Proteinen, die DNA-Reparatur, die Kommunikation innerhalb einer Zelle und der Zelltod werden durch dieses System reguliert. Das Ubiquitin-Netzwerk wird in seiner Komplexität nur ansatzweise verstanden. Unser Wissen über die Bedeutung fehlregulierter Ubiquitinierungs-prozesse für die Krankheitsentstehung ist lückenhaft; größtenteils fehlen gezielte Möglichkeiten zur therapeutischen Intervention. Ziel des LOEWE-Schwerpunktes “Ub-Net“ ist es, eine Brücke zwischen den molekularen Mechanismen des Ub-Netzwerkes und den bei einer Fehlfunktion resultierenden pathophysiologischen Veränderungen und humanen Erkrankungen zu schlagen.

 

SynChemBio
Innovative Synthesechemie für die selektive Modulation biologischer Prozesse

Federführung: Philipps-Universität Marburg
Partner: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Justus-Liebig-Universität Gießen
Fördersumme: 767.040 Euro
Förderzeitraum: 2017

Die chemische Synthese besitzt eine zentrale Bedeutung für die Lebenswissenschaften im Hinblick auf die Bereitstellung chemischer Methoden zur Untersuchung biologischer Prozesse und für die Herstellung von Arzneistoffen. Ein Schlüsselkriterium für die Qualität und den Nutzen von synthetischen chemischen Verbindungen in der biologischen Forschung und Wirkstoffentwicklung ist ihre Selektivität bezüglich einer ausgewählten biologischen Zielstruktur. Diese erwünschte Präzision ist aber aufgrund der enormen Komplexität von biologischen Systemen immer noch ein weitgehend ungelöstes Problem. Ziel des LOEWE-Schwerpunkts „SynChemBio“ ist die Entwicklung und Anwendung neuartiger chemischer Strategien zur hochselektiven Modulierung von biologischen Prozessen. Dabei soll ein besonders breites Repertoire von Verbindungsklassen der organischen, anorganischen und nanobasierten Chemie zur Lösung des Selektivitätsproblems herangezogen werden und entwickelte Strategien als Grundlage für industrielle Innovationsprozesse insbesondere in der Wirkstoffforschung in Hessen bilden.

 

Tier-Mensch-Gesellschaft
Ansätze einer interdisziplinären Tierforschung

Federführung: Universität Kassel
Partner: -
Fördersumme: 877.500 Euro
Förderzeitraum: 2017

Das interdisziplinäre Verbundvorhaben erforscht unter dem Leitbegriff „Relationalität“ Mensch‐Tier‐Beziehungen in der Gesellschaft. Über die Betrachtung der Beziehungsebenen werden zugleich Formen der „Erschaffung“ der Tiere – und damit der Identifizierung der Menschen – untersucht, ob durch Tierforschung, Tierzucht, Tierhaltung, Tierpräsentation oder Tierdarstellung. Verschiedene Akteure spielen eine Rolle – Menschen (Züchter, Landwirte, Tierwärter, Künstler, Forscher) ebenso wie Tiere (Nutztiere, Heimtiere, Labortiere, Wildtiere). Im Dialog von Natur‐ und Kulturwissenschaften nehmen vier Projektbereiche Aspekte der Klassifizierung, der Interaktion, der Abbildung und der Intention in den Blick. Alle Fragen nach Genese, Bedingungen und Wandel von Mensch‐Tier‐Relationierungen und rücken daher Geschichte, Methodologien und Ethik in den Fokus. Der LOEWE-Schwerpunkt geht von aktuellen Debatten über den Umgang mit Tieren aus und soll diese durch systematische Grundsatzüberlegungen voranbringen.

 

FACE2FACE
Folgen des Klimawandels, Anpassung an den Klimawandel und Verminderung von Treibhausgas-Emissionen bis 2050

Federführung: Justus-Liebig-Universität Gießen
Partner: Hochschule Geisenheim University, Philipps-Universität Marburg, Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie (Marburg)
Fördersumme: 783.210 Euro
Förderzeitraum: 2017

Steigende atmosphärische CO2-Konzentrationen sind eine der zentralen Komponenten des Klimawandels und wirken sich auf Pflanzen und deren Lebensraum aus. Die Interaktionen von Klimawandel mit mikrobiellen Prozessen in Boden und Pflanzen (u.a. Pathogene) sowie Auswirkungen auf Produktqualität sind dabei noch weitgehend unverstanden. Um die Vielzahl von Auswirkungen und Interaktionen auf das System Boden-Pflanzen zu untersuchen sind Freiland-CO2-Anreicherunganlagen, sog. FACE-Systeme (Free Air Carbon Dioxide Enrichment) am geeignetsten. Im LOEWE-Schwerpunkt „FACE2FACE“ sollen ein seit 15 Jahren bestehendes und ein neues FACE-System an der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Hochschule Geisenheim zu einer hessischen „FACE2FACE“-Forschungsplattform verzahnt werden, um sowohl kurz- wie auch langfristige Veränderungen einer erhöhten atmosphärischen CO2-Konzentration (Bedingungen um 2050) auf Grünland, Weinbau und Gemüse zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage dienen um Handlungsoptionen zur Reduzierung der Auswirkungen des Klimawandels zu entwickeln.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr Christoph Schlein
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
+49 611 32 32 30
+49 611 32 32 99
pressestelle@hmwk.hessen.de
Schließen