Wissenschaftsminister Boris Rhein

Weitere 10 Millionen Euro für Frankfurter LOEWE-Zentrum SAFE

Thema: 
Wissenschaft, LOEWE
23.06.2016Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

LOEWE-Gremien fordern elf Projekte auf, einen Vollantrag für die 10. Förderstaffel einzureichen

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Wiesbaden. Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass die Landesregierung dem LOEWE-Zentrum „SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe“ aus Frankfurt bis 2018 weitere finanzielle Mittel von rund zehn Millionen Euro bereitstellt. Dies hat die LOEWE-Verwaltungskommission auf Basis externer Gutachten und der Förderempfehlung des LOEWE-Programmbeirats entschieden. Außerdem haben die LOEWE-Gremien gemeinsam entschieden, dass elf der 18 Forschungsvorhaben, die sich für eine Förderung der 10. Auflage von LOEWE beworben haben, eine Chance auf Förderung erhalten. Die in Frage kommenden Projekte sind jetzt aufgefordert bis zum 1. Dezember 2016 einen Vollantrag einzureichen.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Mit dem bundesweit einmaligen Forschungsförderungsprogramm LOEWE unterstützt die Landesregierung hervorragende wissenschaftliche Forschungsprojekte, die sich im wettbewerblichen Auswahlverfahren im Sinne der Bestenauslese durchsetzen. Diese Bestenauslese stellen die Mitglieder des LOEWE-Programmbeirats und die externen Gutachter sicher. Ihnen gilt daher mein ausdrücklicher Dank, denn sie gewährleisten mit ihrer sachkundigen und kritischen Prüfung die Qualitätssicherung im LOEWE-Programm.“

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Das themenoffene LOEWE-Programm ist auch in der laufenden Legislaturperiode ein zentrales Instrument der hessischen Forschungspolitik. 2008 bis 2015 hat die Landesregierung rund 607 Millionen Euro für LOEWE bereitgestellt. Im Jahr 2016 beträgt das LOEWE-Budget rund 64 Millionen Euro.

„Kreativität und Forschergeist prägen entscheidend die Zukunft unseres Landes. Unser Forschungsförderungsprogramm LOEWE setzt mit seinen umfangreichen Anschubfinanzierungen zielgerichtet Impulse, um die hessische Forschungslandschaft nachhaltig zu stärken und deren Innovationskraft für die Wirtschaft im Land zu nutzen“, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Informationen zum SAFE-Projekt

SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe

Partner: Center for Financial Studies, Frankfurt am Main (Federführung);  Goethe-Universität Frankfurt am Main

Moderne Finanzsysteme sind untrennbar mit großen Chancen für Wachstum und Wohlfahrt aber auch mit hohen Risiken verbunden. Die Dimension der Risiken ist angesichts der  Finanzkrise augenfällig. Der Grad der Vernetzung zwischen Banken, Investoren, Unternehmen, Staatshaushalten und Zentralbanken lässt ein systemisches Risiko entstehen, das in der bisherigen Finanztheorie und -politik kaum beachtet worden ist. Weit verbreitete Überzeugungen zur Informationseffizienz der Märkte, zur Rationalität von Investoren und zur Disziplinierungskraft von Märkten werden zurzeit in Frage gestellt. Das LOEWE-Zentrum „SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe“ widmet sich diesen Fragen und verbindet in neuartiger Weise Grundlagenforschung mit einer unabhängigen Politikberatung. Ziel ist es, die Herausforderungen, denen sich moderne Finanzsysteme stellen müssen, zu analysieren und Antworten auf Fragen nach einer besseren Ausgestaltung der Finanzarchitektur zu geben. Das LOEWE-Zentrum stellt sich drei komplementären und innovativen Aufgaben: der Erforschung des systemischen Charakters der modernen Finanzarchitektur, der Analyse der dynamischen Interaktion zwischen Markt und Staat und der forschungsbasierten Politikberatung auf deutscher und europäischer Ebene.

 

Folgende Vorhaben der 10. Förderstaffel wurden zur Vollantragstellung aufgefordert:


Förderlinie 1 – LOEWE-Zentren

TBG – Translationale Biodiversitätsgenomik

Antragsteller: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt am Main (Federführung); Goethe Universität Frankfurt am Main; Justus-Liebig-Universität Gießen; Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie mit den Projektgruppen Translationale Medizin und Pharmakologie (Frankfurt) sowie Bioressourcen (Gießen)

Die in ihrer Bedeutung stark gewachsene Biodiversitätsforschung ist bisher überwiegend organismisch und ökologisch ausgerichtet. Große technisch-methodologische Fortschritte erlauben es nun, die Biodiversitätsforschung genomisch und damit zugleich stärker anwendungsorientiert auszurichten. Das als „Joint Venture“ beantragte LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik soll die grundlegende Erforschung der Genome einer breiten Organismenvielfalt mit der Entwicklung anwendungsfähiger Dienstleistungen und Produkte verbinden. Entsprechend ist der zentrale Fokus des beantragten LOEWE-TBG, die genomische Vielfalt als basale Ebene der Biodiversität für die Grundlagen- und angewandte Forschung zugänglich und nutzbar zu machen. Der translationale Ansatz wird durch enge Kooperation und Synergien mit hessischen Institutionen im Bereich der Naturstoffforschung verstärkt. Dabei soll das Zentrum „TBG“ zukunftsträchtige Gebiete der Bioökonomie erschließen, speziell in den Bereichen Naturstoffe, Naturschutz und Biomonitoring.

DRUID – Novel Drug Targets against Poverty-Related and Neglected Tropical Infectious Diseases

Antragsteller: Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung); Philipps-Universität Marburg; Goethe-Universität Frankfurt am Main; Paul-Ehrlich-Institut Langen; Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen

Die weltweite Bedeutung armutsassoziierter und vernachlässigter Tropenerkrankungen, wie z.B. Dengue-Fieber und Chikungunya, Ebola- und Zikavirusinfektionen aber auch Leishmaniose, Trypanosomiasis und Schistosomiasis wird in Deutschland und vielen anderen Industrienationen zunehmend erkannt. Mehr als eine Milliarde Menschen in 149 Ländern der Welt leiden unter Neglected Tropical Diseases (NTDs), die durch Infektionserreger (Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze) verursacht werden. NTDs können hochakute lebensbedrohliche Verlaufsformen nehmen, führen aber oft auch zu schweren chronischen Erkrankungen. Ihre Bekämpfung ist daher aus medizinischer und humanitärer Sicht eine Notwendigkeit, leistet aber gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag zur Unterbrechung von Armutskreisläufen, die nicht nur Infektionsrisiken erhöhen, sondern auch zu existenzbedrohenden Lebensumständen, sozialer Ungerechtigkeit, Gewaltbereitschaft und Migration führen. In dem beantragten LOEWE-Zentrum „DRUID“ der hessischen medizinführenden Universitäten sowie des Paul-Ehrlich-Instituts und der Technischen Hochschule Mittelhessen sollen dringende Fragen zur Identifikation und Charakterisierung potenzieller Zielmoleküle für die Entwicklung von Wirkstoffen, Vakzinen und Diagnostika gegen armutsassoziierte und vernachlässigte Infektionskrankheiten adressiert werden.

NGAM – Next Generation Additive Manufacturing

Antragsteller: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Darmstadt (Federführung); Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Darmstadt; Technische Universität Darmstadt; Frankfurt University of Applied Sciences

Ziel des beantragten LOEWE-Zentrums „NGAMist es, ein Zentrum für Additive Fertigung in der Rhein-Main-Region zu etablieren, das durch Vernetzung bestehender Kompetenzen die wissenschaftlich-technischen Hürden einer durchgehenden, nachhaltigen Produkt- entwicklung auf Basis additiver Fertigung überwindet. Das Additive Fertigen (AF) soll zu einem umfassenden, durchgehenden „Additive Manufacturing as a Service“ (AMaaS) weiterentwickelt werden, um eine horizontale Integration der Additiven Fertigung über Wertschöpfungsnetzwerke zu ermöglichen. Zum Erreichen des Forschungsziels werden in der von den Fraunhofer-Instituten IGD und LBF getriebenen Initiative fachlich komplementäre Partner aus den Fachbereichen Informatik, Maschinenbau, Mathematik und Bau- und Umweltwissenschaften der TU Darmstadt und dem Fachgebiet Konstruktion der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) integriert.

 

Förderlinie 2: LOEWE-Schwerpunkte

Energy System Design – Techno-ökonomische Dynamik regenerativer Energiesysteme

Antragsteller: Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, Kassel (Federführung); Universität Kassel; Frankfurt Institute for Advanced Studies, Frankfurt am Main

An die Energiewende in Deutschland und weltweit werden hohe Anforderungen gestellt: Sie soll dem dreifachen Ziel des Klimaschutzes, der langfristigen Versorgungssicherheit und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit dienen. Die notwendige Transformation der Energiesysteme unterliegt gleichzeitig staatlich lenkenden Eingriffen, marktwirtschaftlicher Dynamik und kollektivem Verbraucherverhalten. Eklatante Fehlsteuerungen, wie beispielsweise die erst explodierten und gleich darauf wieder eingebrochenen Solar-Zuwachsraten in Deutschland, zeigen, dass deren Wechselspiel nur unzureichend verstanden ist. Zudem kann weltweit nicht auf historische Erfahrungswerte zurückgegriffen werden. Der beantragte LOEWE-Schwerpunkt tritt deshalb an, dieses komplexe Gebiet als mathematisches Modell zu fassen, in dem sich die Dynamik des Gesamtsystems analytisch und numerisch untersuchen lässt. Das Modell umfasst dabei sowohl das Verhalten von Konsumenten und Investoren als auch die Wirkung staatlicher Regulierung. Dabei werden alle drei Energieverbrauchssektoren Strom, Wärme/Kälte und Transport in Deutschland abgedeckt. Anhand des neuen Modells lässt sich die Dynamik des gekoppelten Systems aus Energiewirtschaft, -politik und Investoren- und Konsumentenverhalten bis 2050 studieren.

SF 4.0 – Software-Factory 4.0

Antragsteller: Technische Universität Darmstadt (Federführung)

Software-basierte Systeme spielen eine zentrale Rolle in der industriellen Produktion, für die Zuverlässigkeit von Transportsystemen und bei der Nutzung von Informationen und Diensten. Die korrekte Funktionsweise, Effizienz und Sicherheit von Software sind kritische Faktoren, von denen jeder einzelne den Unterschied zwischen finanziellem Gewinn und Verlust ausmachen kann, oft sogar zwischen Leben und Tod. Die rechtzeitige Verfügbarkeit von Software in geeigneter Qualität ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen und Wirtschaftsräume sowie eine Notwendigkeit für das Funktionieren des Zusammenlebens in modernen Gesellschaften. Paradigmenwechsel in der industriellen Produktion (Industrie 4.0) und in der elektronischen Verarbeitung von Informationen (Big Data) sind nur dann realisierbar, wenn sie durch die Entwicklung geeigneter Softwaresysteme unterstützt werden. Der beantragte LOEWE-Schwerpunkt verfolgt einen zur Neuentwicklung von Software komplementären Ansatz. Durch die Anpassung existierender Software an neue Anforderungen soll eine schnellere Verfügbarkeit geeigneter Software möglich werden.

Uniformisierte Strukturen in Arithmetik und Geometrie

Antragsteller: Technische Universität Darmstadt (Federführung); Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das Konzept der Uniformisierung beruht auf der Idee, ein global kompliziertes geometrisches Objekt durch ein deutlich einfacheres zu ersetzen, ohne die lokale Struktur zu verändern. Die Komplexität wird dabei durch Symmetrien kodiert. Ziel des beantragten LOEWE-Schwerpunktes ist es, durch die Verbindung verschiedener Techniken der Uniformisierung neue Einsichten zu arithmetischen und geometrischen Klassifikationsproblemen zu erlangen. Das Konzept der Uniformisierung verbindet zentrale Aspekte der Geometrie, Algebra und Zahlentheorie. Gegenstand der Untersuchungen sind algebraische Varietäten, also Lösungsmengen von Gleichungssystemen, die durch Polynome gegeben sind. Durch Kombination von Techniken der klassischen komplexen und der nichtarchimedischen Uniformisierung haben die Antragsteller einen neuen Zugang zu dem Problem entwickelt, der vielversprechende Ansätze für höherdimensionale Verallgemeinerungen bietet.

Wissenskulturen menschlichen Verhaltens - Epistemic Cultures of Human Behaviour

Antragsteller: Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung); Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main

Wie bestimmen unterschiedliche Wissenskulturen menschliches Verhalten als Gegenstand des Wissens? Übergeordnetes Ziel des beantragten Vorhaben ist es, durch methodische Innovationen interdisziplinär tragfähige Antworten auf die Frage nach Universalien in Verhalten, Handeln und Kultur des Menschen zu finden, die als Elemente einer kritischen Anthropologie in transkultureller Perspektive dienen und die Grundlage für Anschlussprojekte bilden können. Menschliches Handeln ist ein zentraler Untersuchungsgegenstand in einer Reihe von natur-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Ungeachtet ihrer divergierenden Ausgangsbestimmungen, Operationalisierungen und Leitfragen konvergieren diese Disziplinen in ihrem Interesse an beobachtbaren Mustern des menschlichen Handelns, Empfindens und Kommunizierens. Auffallend häufig erschließen sie ihren Gegenstand zudem unter Einsatz von Film und Video. Das beantragte Vorhaben geht das Universalien-Problem an, in dem es unterschiedliche Ansätze in empirischen Fallstudien unter der Leitfrage zusammenführt, wie unterschiedliche Wissenskulturen – von wissenschaftlichen Disziplinen bis zu indigenen Wissenssystemen – in der Erforschung von Verhalten, Handeln und Kultur menschliches Verhalten als Gegenstand des Wissens bestimmen.

DynaMem – Dynamik von Membranen. Molekulare Grundlagen und Theoretische Beschreibung

Antragsteller: Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung); Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt am Main

Übergeordnetes Ziel des beantragten Vorhabens ist die algorithmische Beschreibung und Modellierung der Membrandynamik, wodurch Vorhersagen über das dynamische Verhalten von Membranen und der Auswirkung der Beeinflussung der Dynamik getroffen werden können. Zellen sind die Grundbausteine aller lebenden Organismen, die, wie auch viele ihrer intrazellulären Komponenten, durch Membranen begrenzt werden. Die Membranen sind daher von grundlegender Bedeutung als räumliche Grenze biologischer und chemischer Prozesse und ermöglichen eine räumliche und zeitliche Kontrolle der zellulären Vorgänge. Während die statischen Eigenschaften von biologischen Membranen relativ gut verstanden werden, werfen die Regulationsprinzipien der Membranveränderungen und die Komplexität der Dynamik von Membransystemen, sowie die daraus resultierenden physiologischen Auswirkungen heute noch große Fragen auf. Das Konsortium möchte die molekularen Mechanismen der intrazellulären Membrandynamik klären und die Regulation der Membrandynamik in zellulär komplexen Systemen verstehen. Darüber hinaus soll der Einfluss niedermolekularer Substanzen auf die Membrandynamik untersucht werden.

CePTER – Center for Personalized Translational Epilepsy Research

Antragsteller: Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung); Philipps-Universität Marburg; Fraunhofer-IME/Fraunhofer-Projektgruppe Translationale Medizin, Frankfurt am Main; Ernst-Strüngmann-Institut, Frankfurt am Main; Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik, Frankfurt am Main; Frankfurt Institute for Advanced Studies, Frankfurt am Main

Epilepsien stellen eine pathogenetisch und klinisch heterogene Gruppe von Erkrankungen dar, für die nur relativ unspezifische und symptomatisch wirksame Therapien verfügbar sind. Viele Patienten werden nicht anfallsfrei oder leiden unter behandlungsbedingten Neben- wirkungen. Zur Verbesserung des Therapieerfolges ist eine personalisierte und nach Möglichkeit krankheitsmodifizierende, statt nur symptomatische Behandlung erforderlich. Ziele des beantragten Vorhabens sind die Identifikation und Validierung epilepsierelevanter Krankheitsfaktoren, deren therapeutische Modifikation sowie die Identifikation und Validierung von Biomarkern von Epilepsie und Epileptogenese. Diese Ziele sollen mit modernsten molekularbiologischen, klinischen und experimentellen neurowissenschaftlichen Methoden erreicht werden, die dem „CePTER“-Konsortium zur Verfügung stehen.

ALLEGRO – Hochleistungskomponenten aus Aluminiumlegierungen durch ressourcenoptimierte Prozesstechnologien

Antragsteller: Universität Kassel (Federführung); Technische Universität Darmstadt; Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Darmstadt

Aluminium und Aluminiumlegierungen sind seit Jahrzehnten wichtige Konstruktionswerk- stoffe und z.B. im Flugzeugbau unverzichtbar. Aufgrund seiner geringen Dichte eignet sich Aluminium hervorragend als Leichtbauwerkstoff. Bei der Verwendung von Aluminium ist ein Bauteil um den Faktor drei leichter als ein gleichvolumiges Stahlbauteil. Kenngrößen zur Belastbarkeit des Aluminiums sind gegenüber einem Stahlbauteil jedoch geringer, so dass geometrisch einfache Aluminiumbauteile großvolumiger ausgeführt werden müssen und somit die Dichtevorteile aufgezehrt werden. Daher sind Aluminiumlegierungen in vielen Bereichen, z.B. in der Automobilindustrie, wieder zurückgedrängt worden. Der Schlüssel zur Nutzung des Leichtbaupotentials von Aluminium liegt jedoch in der Steigerung der geometrischen und mikrostrukturellen Komplexität von Produkten, die noch nicht möglich ist. Die Zielsetzung von „ALLEGRO“ beinhaltet die Gestaltung neuer Technologien für effiziente Prozesse der Formgebung und Wärmebehandlung von Aluminiumknetlegierungen auf Basis übertragbarer, quantitativer Beschreibungen relevanter Wirkzusammenhänge sowie schnelle Technologieentwicklung durch Zusammenführung von Technologiebausteinen.

Von pflanzlichen Rohstoffen zur mikrobiologischen Produktion – Aroma und funktionelle Inhaltsstoffe aus Reben und Obst

Antragsteller: Hochschule Geisenheim University (Federführung); Justus-Liebig-Universität Gießen; DECHEMA-Forschungsinstitut, Frankfurt am Main

Aus pflanzlichen Substraten mikrobiell produzierte Aroma und funktionelle Inhaltsstoffe haben wachsende industrielle Bedeutung. Die im Grundsatz bekannten Synthesewege basieren auf der Biotransformation von Präkursoren aus dem pflanzlichen Sekundärmeta- bolismus und der de novo-Bildung durch Mikroorganismen. Der systemische Kontext ist aber oft unvollständig verstanden. Ziel des beantragten Schwerpunktes ist ein Erkenntnisgewinn hinsichtlich der Regulation von Schlüsselenzymen der Synthesewege und der Verstärkung von Schutzmechanismen der Zellen gegenüber ihren eigenen Metaboliten mit häufig cytostatischen bis cytotoxischen Wirkungen, um eine Verwertung unterschiedlichster Substrate zur Bildung der gewünschten Naturstoffe zu ermöglichen. Klimawandel sowie gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen führen zur Suche nach neuen Wert- schöpfungsmöglichkeiten für den traditionellen Obst- und Weinbau. Die Weinrebe sowie Obstpflanzen bzw. bei der Verarbeitung entstehende Reststoffströme stellen die zentrale bio- logische Grundlage des beantragten Projekts dar. Gesamtziel ist es, durch Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen einen klar fokussierten Forschungsschwerpunkt zum Thema Aroma- und funktionelle Inhaltsstoffe auf Basis von Rebe und Obst(-Restströmen) zu gründen.

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