Justus-Liebig-Universität Giessen

„Wissen schafft Stadt“

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Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Ludwigstraße.
Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Ludwigstraße.
© Justus-Liebig-Universität Gießen / Franz Möller

Ausgangslage

Die 400 Jahre alte Justus-Liebig-Universität (JLU) ist mit 26.825 Studierenden in 2013 die zweitgrößte hessische Universität. Sie hat heute elf Fachbereiche und über 3.826 haupt- und nebenberufliche wissenschaftliche Mitarbeiter (davon 372 Professuren).

Mit der Medizin und der Veterinärmedizin, den Agrarwissenschaften sowie den Haushalts- und Ernährungswissenschaften verfügt die Universität über eine einzigartige Fächerkonstellation im Themenbereich „Mensch – Ernährung – Umwelt“. Daneben bietet sie das komplette Spektrum von den Naturwissenschaften über die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, die Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu den Sprach- und Kulturwissenschaften.

Die Stadt Gießen mit ihren 76.000 Einwohnern gehört zu den deutschen Hochschulstandorten mit dem höchsten Anteil an Studierenden. Nirgendwo stellen Studierende einen so hohen Anteil an der Gesamtbevölkerung, selten ist der Einfluss jungen und bunten studentischen Lebens so deutlich wie in Gießen.

Bauliche Entwicklungsziele

Der zielgerichtete Mitteleinsatz erfordert eine Gesamtkonzeption zur baulich-räumlichen Entwicklung. Angesichts der Zersplitterung der Universitätseinrichtungen im Gießener Stadtgebiet ist das ohne Zweifel eine besondere Aufgabe.
Die bauliche Entwicklungsplanung für die JLU sieht vor, die Standorte der Universität im Stadtgebiet (Campus Universitätszentrum) zu stärken und die Fachbereiche an ihren jeweiligen Hauptstandorten zu konzentrieren. Dabei sollen vor allem die so genannten Streulagen aufgegeben werden. Identitätsstiftende Gebäude, wie das „Neue Schloss“, die Universitätsbibliothek und das alte Zeughaus bleiben jedoch für die Hochschule erhalten. Die weiteren Standorte sollen im Hinblick auf bestehende Bausubstanz und Restrukturierungsmöglichkeiten, wie etwa am Standort Philosophikum I + II (Campus Kultur- und Sozialwissenschaften), überprüft werden.

Vier Architekturbüros haben im Rahmen eines von der Universität Gießen initiierten Ideenwettbewerbs („Consilium“) erste Vorschläge erarbeitet. Es galt, integrierte und schrittweise realisierbare Lösungsmöglichkeiten der Verkehrs-, Siedlungs- und Freiraumentwicklung darzustellen und eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen bei einer möglichen Umsetzung des entwickelten Konzepts zu geben.
Mit den vorliegenden Empfehlungen haben die Universität, das Land und die Stadt erste belastbare Aussagen über mögliche Planungsoptionen erhalten. Auf dieser Grundlage ist es nun die Aufgabe aller Beteiligten, ein Gesamtkonzept mit kompakten und funktional schlüssigen Campusbereichen, einer attraktiven städtebaulichen Vernetzung der einzelnen Gebiete und einer verbesserten Wahrnehmung der Universität im Stadtgebiet zu entwickeln und umzusetzen. Sichtbar wird dies bereits am Standort Campus Lebenswissenschaften, wo das Biomedizinische Forschungszentrum Seltersberg entstanden ist, aktuell das Gebäude der „Alten Chirurgie“  für Zwecke der Lehre saniert wird, ein Forschungsneubau für die Humanmedizin entsteht und der Neubau für den Fachbereich Chemie kurz vor seiner Fertigstellung steht.

Heureka und Hochschulbauprogramme

Als Orientierungswert stehen der Universität Gießen aus HEUREKA für Bauvorhaben rund 440 Millionen Euro (2007 geschätzter Bedarf) zur Verfügung.

Im Rahmen des Konjunkturpakets II des Bundes erhielt die Hochschule für die energetische Ertüchtigung des Gebäudebestands zusätzlich etwa 33,6 Millionen Euro.

Im Rahmen des Hochschulpakts 2020 (HSP 2020) werden der Justus-Liebig-Universität Gießen insgesamt 23,6 Millionen Euro zusätzlich durch Bund und Land zur Verfügung gestellt, um die bauliche Infrastruktur kurzfristig den stark erhöhten Studierendenzahlen anzupassen.

Baufortschritt auf einen Blick

  • Neubau Hörsaalgebäude Recht- und Wirtschaft (HSP 2020)
  • Neubau der Kleintier- u. Vogelklinik
  • Forschungsbau für den FB Humanmedizin
  • Neubau Chemie
  • Umbau und Sanierung der Alten Chirurgie zum zentralen Lehr- und Dekanatsgebäude für den Fachbereich Medizin
  • Neubau eines Seminarraumgebäudes (HSP 2020)
  • Herrichtung von Praktikumsräumen und Arbeitsplätzen (HSP 2020)
  • Neubau eines Forschungsgebäudes für das Institut für Angewandte Theaterwissen­schaft (Theaterlabor)
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