HEUREKA

Nachhaltige Modernisierung von Hessens Hochschulen

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Ein Kran auf einer Baustelle.
© Holger B. / Fotolia

Ausgangssituation

Auch an den hessischen Hochschulen wurde seit den 1990er Jahren deutlich, dass die Finanzausstattung der Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau durch das Hochschulbauförderungsgesetz nicht mehr bedarfsgerecht war: Der Gebäudebestand der Hochschulen war überwiegend instandsetzungs- und modernisierungsbedürftig. Außerdem stiegen die Anforderungen an eine angemessene räumlich-technische Infrastruktur, die sich durch Reformen der Studienstruktur, die Internationalisierung der Hochschulen und die erforderliche Stärkung der Forschung kontinuierlich verändern und anspruchsvoller werden.

So wurde in Hessen nach Lösungen gesucht, die eine ausreichende und langfristig gesicherte finanzielle Ausstattung für die bauliche Substanz der Hochschulen gewährleisten sollten. Bereits in der Übergangsphase vor Abschaffung des Hochschulbauförderungsgesetzes sind ab 2003 die Investitionen und Instandsetzungen an den Hochschulen deutlich gesteigert worden. Parallel dazu wurde ein geeignetes Planungsinstrument auf Landesebene vorangetrieben, um die nachhaltige bauliche Entwicklung der Hochschulen unter den geänderten Rahmenbedingungen zu steuern.

Gesamtkonzept für alle hessischen Hochschulstandorte

Die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) wurde beauftragt, eine strukturbezogene bauliche Entwicklungsplanung für alle Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen des Landes zu erarbeiten. Gemeinsam mit den Hochschulen nahm die HIS umfangreiche Bestandsaufnahmen der Liegenschaften vor und ermittelte den aktuellen Flächenbedarf bis zum Jahr 2020.

Für jeden der 13 Standorte entstand ein bauliches Gesamtkonzept, das auf eine Konzentration der Einrichtungen und eine Modernisierung der Bestandsgebäude kombiniert mit einzelnen Neubauten abzielte. Beispielgebend dafür war die bereits laufende Standortneuordnung der Goethe-Universität Frankfurt: Dort werden an drei Standorten – Campus Westend, Campus Riedberg und Campus Niederrad – jeweils die Geisteswissenschaften, die Naturwissenschaften und die Hochschulmedizin konzentriert. Durch diese lokale Zusammenfassung entstehen Synergieeffekte, die ein höchstmögliches Versorgungsniveau mit wirtschaftlichen Mitteln sichern.

Seit Ende 2007 liegen die Ergebnisse der HIS-Untersuchungen mit den Gesamtkonzeptionen und Kostenschätzungen für alle hessischen Standorte vor. Sie ermöglichen erstmals eine Vergleichbarkeit der einzelnen Hochschulstandorte und deren Strukturen. Die Studien bilden die Grundlage für die ganzheitliche bauliche Strukturplanung und die Weiterentwicklung eines eigenständigen Profils aller Hochschulen.

Ausgezeichnete Baukultur

Bereits im Jahr 2010 hatte der Bund Deutscher Architekten (BDA) dem Land Hessen für das Hochschulbauprogramm HEUREKA die „Auszeichnung für Baukultur in Hessen 2009/2010" verliehen. In der Würdigung des Preises hieß es: „Als verantwortungsvoller öffentlicher Auftraggeber hat das Land Hessen mit langem Atem, kontinuierlichen Anstrengungen und überparteilichem Bewusstsein einen Investitionsplan für die bauliche Gesamtkonzeption der Hessischen Hochschulen aufgestellt. Die (....) durchgeführten Architektenwettbewerbe entsprechen den höchsten Ansprüchen des Wettbewerbswesens. Die realisierten Ergebnisse zeigen baukünstlerische Qualitäten und demonstrieren (...) praktizierte Baukultur.“

Projektmanagement

Durch ein effizientes Projektmanagement aller Beteiligten wird die Umsetzung des Investitionsprogramms begleitet und gesteuert. Lenkungsgremien auf Ministerebene zu jeder Hochschulregion binden die Hochschulen und die Kommunen als Träger der Planungshoheit bei Bedarf ein und koordinieren übergeordnete Fragestellungen. Für die operative Umsetzung wurden an allen Standorten eigenverantwortliche Teams aus der jeweiligen Hochschule, dem Landesbetrieb Hessisches Baumanagement und externen Projektmanagern gegründet.

Das Informations- und Servicegebäude karo 5 der TU Darmstadt.
  • Das Informations- und Servicegebäude karo 5 der TU Darmstadt.
  • Luftbild des Campus Stadtmitte der TU Darmstadt mit dem Informations- und Servicegebäude karo 5, Audimax-Gebäude und Verwaltungsgebäude (links unten) und dem Residenzschloss (rechts).
  • Institutsgebäude der Angewandten Geowissenschaften.
Modernisierung des Hochschulstandorts Hessen
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