Campus Lahntal

Geisteswissenschaften im Herzen der Stadt

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Die Skizze zeigt die städtebauliche Einbindung der geplanten neuen Zentralen Universitätsbibliothek.
Die Skizze zeigt die städtebauliche Einbindung der geplanten neuen Zentralen Universitätsbibliothek.
© Sinning Architekten Darmstadt

Ausgangslage

Das etwa zwölf Hektar große Gebiet des so genannten „Campus Firmanei“ befindet sich am Fuß der historischen Oberstadt in unmittelbarer Nachbarschaft der Elisabethkirche, die im Hinblick auf die stadtgeschichtliche Identität von herausragender Bedeutung ist. Es umfasst das ehemalige Klinikviertel, den Alten Botanischen Garten, die ehemalige Brauerei und das Areal um das Audimax.

Der Alte Botanische Garten als Zentrum des Campus, der in seiner Grundstruktur und seinem Bestand an Gehölzen den Rang eines Kulturdenkmals genießt, hat seit der Verlagerung der Biologie und der Einrichtung des Neuen Botanischen Gartens auf den Lahnbergen seine Bedeutung für Lehre und Forschung eingebüßt und dient der Universität und der Stadt heute als Erholungspark. Stadtbildprägend ist die „Alte Universität“, die in zwei Bauphasen von 1874 bis 1891 am Standort des Dominikanerklosters errichtet wurde. Zahlreiche Bauten aus preußischer Zeit werden bis heute von der Universität genutzt, darunter auch die beiden zum 400. Jubiläum 1927 errichteten Kliniken an der Elisabethkirche und das Ernst von Hülsen-Haus an der Biegenstraße, als Sitz des Universitätsmuseums.
Nach Fertigstellung der „Kopfklinik“ auf den Lahnbergen 2011 wurden alle Kliniken, abgesehen von den Vorklinischen Instituten, im Lahntal geräumt. Für die Universität bedeutet dies räumliche Entwicklungsmöglichkeiten für die nicht-medizinischen Fächer.

Bauliche Entwicklungsplanung

Mit den anstehenden Bauvorhaben soll ein attraktiver Campus in zentraler Innenstadtlage entstehen, der nicht nur ein Gewinn für die Universität, sondern auch für die Universitätsstadt Marburg ist. Der Neubau der Zentralen Universitätsbibliothek auf der Grundlage des städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbs nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Die wissenschaftlichen Kooperationen der einzelnen Fächer sollen durch die geplante räumliche Konzentration weitere Impulse erhalten.

Im Rahmen des Landesinvestitionsprogramms HEUREKA sind mit der baulichen Neuordnung der Universität am Standort „Campus Firmanei“ folgende Ziele verbunden:

  • Stärkung der wissenschaftlichen Interaktion in Forschung und Lehre
  • Verbesserung der Interaktion zwischen Universität und Stadt
  • Strukturverbesserungen in der Nordstadt
  • mittel- und langfristige Verringerung von Betriebskosten durch energetisch günstige, für die Nutzung durch sich dynamisch entwickelnde Wissenschaften geeignete Bauten

Aus heutiger Sicht sollen identitätsstiftende Bauten der Universität, die vom „Campus Firmanei“ aus zu Fuß zu erreichen sind, weiter in der Nutzung der Hochschule verbleiben. Dazu zählen unter anderem die "Alte Universität" (Am Lahntor) und das benachbarte erste Kollegiengebäude (Landgrafenhaus, Universitätsstraße), das Landgrafenschloss mit der Kanzlei und die ehemalige Universitätsbibliothek (Universitätsstraße), die heute von den Wirtschaftswissenschaften genutzt wird. Ergänzt wurde der Campus mit dem Grundstück der ehemaligen Marburger Brauerei, auf welchem aktuell der Forschungsbau für den Deutschen Sprachatlas entsteht.

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