Campus Lahnberge

Masterplan für Naturwissenschaften

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Modellfoto des im Bau befindlichen Neubaus für den Fachbereich Chemie auf den Marburger Lahnbergen.
Modellfoto des im Bau befindlichen Neubaus für den Fachbereich Chemie auf den Marburger Lahnbergen.
© Schuster Pechtold Schmidt Architekten, München

Ausgangslage

Die Öffnung der Universitäten in den 1960er Jahren zog auch in Marburg einen explosionsartigen Anstieg der Studierendenzahlen und umfangreiche Bauvorhaben nach sich. Da der Flächenbedarf moderner Naturwissenschaften in der Innenstadt beziehungsweise im Lahntal nicht zu erfüllen war, wurde ein großzügiger Campus auf den Lahnbergen geplant, aber nur teilweise realisiert. Die Mitte der 1960er Jahre begonnenen Instituts- und Klinikbauten auf den Lahnbergen folgten der Idee der Komposition von Einzelgebäuden in der Landschaft. Das so genannte „Marburger Bausystem“ hat das architektonische Erscheinungsbild dieses Campus maßgeblich geprägt. Das System hat aus heutiger Sicht allerdings gravierende Schwächen: Die hohe Anfälligkeit gegen Witterungseinflüsse und die existierenden Wärmebrücken wirken sich negativ auf den Energiehaushalt der Gebäude aus. Auch die Struktur der Grundrisse konnte die versprochene hohe Nutzungsflexibilität nicht gewährleisten.

Das großzügige Areal bietet damals wie heute in beeindruckender landschaftlicher Atmosphäre ausreichende Entwicklungsflächen für die Universität.

Bauliche Entwicklungsziele

Der Campus Lahnberge folgt einer sehr stringenten städtebaulichen Grundstruktur. Eingebettet in den sensibel geformten Landschaftsraum ist ein Universitätscampus entstanden, der seinesgleichen sucht. Es sollen in Zukunft neue Gebäude entstehen, die sowohl die Bedürfnisse moderner Wissenschaft hervorragend erfüllen, als auch ausreichenden Raum für fachübergreifende Kommunikation bieten und künftige Erweiterungspotentiale berücksichtigen.

Zu den zentralen gestalterischen Herausforderungen gehört es dabei, architektonische Lösungsansätze zu finden, die das bestehende Campusensemble städtebaulich und architektonisch nachhaltig stärken.

Daher hat die Universität gemeinsam mit dem Land Hessen einen Masterplan erarbeitet, um sämtliche perspektivischen Nutzungen planerisch aufnehmen und steuern zu können. Dieser bietet nunmehr die Grundlage für die bauliche Entwicklung und eine neue Chance für ein integriertes städtebauliches Konzept.

Die Erzeugung der notwendigen Identifikation mit dem Campusgebiet ist klares Ziel. Es soll ein lebendiges Gebiet für Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Besucher der Philipps-Universität entstehen.

Die Naturwissenschaften sollen Bauten erhalten, die den funktionalen Anforderungen moderner Naturwissenschaften in optimaler Weise genügen. Ein erster wesentlicher Baustein ist der kurz vor der Fertigstellung (2014) stehende Neubau für den Fachbereich Chemie. In unmittelbarer Nähe entsteht mit finanzieller Unterstützung des Bundes ein Zentrum für Tumor- und Immunbiologie. Ebenfalls wird derzeit das Zentrum für Synthetische Mikrobiologie (ZSM) in einer Schnellbauweise mit vorgefertigten Bauteilen auf dem Campus errichtet.

Im Rahmen eines dritten Neubauabschnitts der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH entstanden auf den Lahnbergen auch neue Forschungs- und Lehrflächen für den Fachbereich Medizin.

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