Universität Kassel

Bauprojekte sollen besonderen Charakter der Hochschule widerspiegeln

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Universität Kassel am Holländischen Platz.
© Universität Kassel/Dario Lafferte

Ausgangslage

Nach ihrer Gründung als Gesamthochschule nahm die Universität zum Wintersemester 1971/72 ihren Lehrbetrieb mit rund 2.900 Studierenden auf. Die damaligen Standorte waren die ehemalige Hochschule für bildende Künste (heute Kunsthochschule), die Ingenieurschulen in Kassel (Wilhelmshöher Allee) und Witzenhausen, die Höhere Wirtschaftsfachschule und das „Aufbau- und Verfügungszentrum“ (AVZ) in Oberzwehren.

Die Universität Kassel umfasst heute elf Fachbereiche, darunter eine teilautonome Kunsthochschule, verfügt über 2.784 haupt- und nebenberuflich wissenschaftliche Mitarbeiter (davon 323 Professuren). 2013 lag die Zahl der Studierenden bei 22.691.

Während der Gründungsphase der Universität sah es zunächst so aus, als ob sich die bauliche Entwicklung an vergleichbaren Hochschul-Neugründungen der damaligen Zeit orientieren würde. Das hätte zwangsläufig zu einer Campus-Universität - vorzugsweise am Stadtrand - geführt. Dass der beabsichtigte Campus am Stadtrand letztlich doch nicht realisiert wurde, war ein Erfolg der Befürworter einer „Stadt-Universität“, die das ehemalige Gelände der Firma Henschel am Holländischen Platz als zentralen Standort durchsetzten.

Im Lauf ihrer späteren Entwicklung hat die Universität eine relativ uneinheitliche städtebauliche und architektonische Ausformung erfahren.

Bauliche Entwicklungsziele

Die Hochschulverwaltung der Universität Kassel beabsichtigt in den nächsten Jahren parallel zur ihrer programmatischen Neupositionierung die Erweiterung des bestehenden Campus-Geländes auf der Grundlage eines 2005 erarbeiteten Baustrukturkonzepts. Auslöser ist die geplante Aufgabe des Hochschulstandorts in Oberzwehren und die Verlagerung des Schwerpunkts der Naturwissenschaften an den Standort am Holländischen Platz. Dazu sind überzeugende städtebauliche, freiraumplanerische und hochbauliche Konzepte erforderlich, die erhaltenswerten Bestand und Neubauten in Einklang bringen. Der besondere Charakter der Universität soll auch im baulichen einen unverwechselbaren und Identität stiftenden Ausdruck finden.

Auf Grundlage des einen städtebaulichen Ideenteil und einen Realisierungsteil umfassenden Wettbewerbs wird der Ausbau des Campus-Geländes nun zügig umgesetzt. Die Erweiterung der Zentralmensa ist bereits abgeschlossen, der Neubau eines Hörsaal- und Campus-Centers sowie die Sanierungsvorhaben und der Neubau für den Fachbereich Architektur, Städtebau und Landschaftsplanung befinden sich derzeit im Bau. Mit den flankierenden Bauvorhaben des Studentenwerks (Studentenwohnheim und Kita) und der Stadt Kassel für einen „Science Park“ wird dem übergeordneten Ziel von HEUREKA – Konzentration und Vernetzung der wissenschaftlichen Einrichtungen und enge Verzahnung mit dem Stadtumfeld – in vorbildlicher Weise Rechnung getragen.

HEUREKA und Hochschulbauprogramme

Im Rahmen von HEUREKA ist ein Orientierungswert von rund 200 Millionen Euro (2007 geschätzter Bedarf) für bauliche Sanierungs- und Erweiterungsvorhaben vorgesehen.

Durch das Konjunkturpaket II des Bundes konnten der Universität Kassel für die energetische Ertüchtigung ihres Gebäudebestands zusätzliche Mittel in Höhe von 16,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Im Rahmen des Hochschulpakts 2020 (HSP 2020) werden der Universität Kassel insgesamt rund 16,6 Millionen Euro zusätzlich durch Bund und Land zur Verfügung gestellt, um die bauliche Infrastruktur kurzfristig den stark erhöhten Studierendenzahlen anzupassen.

Baufortschritt auf einen Blick

  • Anbau/Sanierung der Murhardschen Bibliothek
  • Umbau und Umnutzung Bibliotheksgebäude
  • Hörsaal- und Campus-Center
  • Neubau Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung
  • Holländischer Platz; Sanierung und Umbau Torhaus B
  • Sanierung und Umbau der ehem. Produktionshalle
  • Aufstockung eines Geschosses auf dem Gebäude Ingenieurwissenschaften (HSP 2020)
  • Neubau eines studentischen Lernzentrums / Lerncafés (HSP 2020)
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