Bachelor- und Masterstudiengänge

Das Hessische Hochschulgesetz vom 14. Dezember 2009 (GVBl. I S. 666), zuletzt geändert durch Gesetz vom 27. Mai 2013 (GVBl. S. 218), sieht Bachelor und Master als Regelabschlüsse vor. In den Lehramtsstudiengängen, den medizinischen Studiengängen und in den Fächern Pharmazie und Rechtswissenschaft wird das Studium durch das Erste Staatsexamen abgeschlossen.

fotolia_10623703_s_coka.jpg

Studierende beim Lernen.
© Coka / Fotolia.com

Bachelor-/Masterstudiengänge
Dieses zweigliedrige Studiensystem ermöglicht den Studierenden, bereits nach drei bis vier Jahren den Bachelorgrad als ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss zu erwerben und eine Berufstätigkeit aufzunehmen. Die Studierenden können aber auch in einem ein- bis zweijährigen Masterstudiengang das erste Studium vertiefen, interdisziplinär erweitern oder sich spezialisieren. Zugangsvoraussetzung für einen Masterstudiengang ist immer ein berufsqualifizierender erster Hochschulabschluss (Bachelor, Diplom). Weitere Zugangsvoraussetzungen sind in der Prüfungsordnung für den jeweiligen Masterstudiengang geregelt.

Akkreditierungsverfahren
Die Qualität der Bachelor- und Masterstudiengänge wird in einem unabhängigen Akkreditierungsverfahren überprüft und mit dem Siegel des Akkreditierungsrats bestätigt. Dieser veröffentlicht eine Liste aller akkreditierten Studiengänge. Im Rahmen des Qualitätsmanagements der Hochschulen werden die Studiengänge außerdem in regelmäßigen Evaluationen überprüft.

Module und ECTS
Bachelor- und Masterstudiengänge sind modularisiert und unterliegen dem Leistungspunktsystem ECTS (European Credit Transfer System).
Durch die Modularisierung wird ein Studiengang in Module gegliedert. Jedes Modul enthält folgende Beschreibung:

• Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls,
• Lehrform,
• Voraussetzung für die Teilnahme,
• Verwendbarkeit des Moduls,
• Voraussetzungen für die Vergabe von Leistungspunkten,
• Leistungspunkte und Noten,
• Häufigkeit des Angebots von Modulen,
• Arbeitsaufwand und
• Dauer der Module.

Ein Modul kann ein Semester dauern, in besonderen Fällen aber auch zwei oder drei Semester. Es schließt mit einer studienbegleitenden Prüfung ab, für diese erhalten Absolventen eine Note sowie ECTS-Leistungspunkte. Mit den Leistungspunkten wird der zeitliche Aufwand der Studierenden bei der Bewältigung der Anforderungen eines Moduls ausgedrückt.
Für maximal 30 Stunden Arbeitsaufwand wird ein Creditpunkt vergeben. Dazu zählen die Teilnahme an Lehrveranstaltungen, deren Vor- und Nachbereitung, Praktika, Exkursionen, die Erarbeitung von Studienarbeiten und Seminarvorträgen, die Vorbereitungen der Prüfungen, die Anfertigung der wissenschaftlichen Hausarbeit und schließlich die Prüfungen selbst. Pro Semester werden in der Regel 30 ECTS-Leistungspunkte vergeben. Für einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang werden 180 Creditpunkte vergeben und für einen achtsemestrigen Bachelor-Studiengang 240 Creditpunkte. Für einen zweisemestrigen Masterstudiengang werden 60 und für einen viersemestrigen Masterstudiengang 120 Creditpunkte vergeben.
Die Leistungspunkte sollen den Studierenden den Wechsel der Hochschule und die Anerkennung von Modulen nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch in anderen Länder der EU erleichtern. Alle Hochschulen innerhalb der EU vergeben Leistungspunkte nach den gleichen Kriterien.

Prüfungsnoten
Nach bestandener Bachelor- oder Masterprüfung erhalten Studierende eine Abschlussnote. Darin werden die Noten für die einzelnen Modulprüfungen nach näherer Bestimmung der Prüfungsordnung zu einer Gesamtnote zusammengefasst.

Bachelor und Master in Hessen
Informationen zu Bachelor- und Masterstudiengängen in Hessen bieten die Internetseiten der einzelnen Hochschulen.
Allgemeine Informationen zu Bachelor- und Masterstudiengängen finden Sie auf den Seiten der Kultusministerkonferenz im Beschluss „Ländergemeinsame Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen“.