Hochschulreform

Hessisches Hochschulgesetz

Hessen setzt bei der Bildungspolitik auf Reformen, die die Autonomie der Hochschulen und ihre Leistungsfähigkeit stärken. Mit dem Hessischen Hochschulgesetz vom Sommer 2000 haben die Hochschulen effizientere Organisations- und Entscheidungsstrukturen erhalten. Auf der Basis von Wirtschaftsplänen und mit Hilfe der kaufmännischen Buchführung können die Hochschulen weitgehend eigenverantwortlich über ihre Budgets entscheiden.

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Das letzte Puzzlestück.
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Trotz schwieriger Haushaltslage hat die Landesregierung sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, die finanziellen Grundlagen der Hochschulen zu verbessern. Ein Hochschulpakt zwischen dem Land Hessen und den Hochschulen, Zielvereinbarungen und eine leistungsbezogene Mittelzuweisung stellen das bundesweit ehrgeizigste Projekt künftiger Hochschulfinanzierung dar.

Die Novellen des Hessischen Hochschulgesetzes bringen allen Hochschulen des Landes mehr Selbstständigkeit und ein hohes Maß an Gestaltungsspielraum. Mit der 4. Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes wurde den Hochschulen 2007 die Möglichkeit gegeben, auf freiwilliger Basis dem TUD-Gesetz beizutreten. Sie regelte außerdem die Umwandlung der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt in eine Stiftungsuniversität des öffentlichen Rechts.

Mit der 5. Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes von 2009 wird der Prozess der Modernisierung und Qualitätssteigerung der Hochschulen konsequent fortgesetzt, der Ende der 1990er Jahre begonnen hat.

Gesetz zur „Organisatorischen Fortentwicklung der Technischen Universität Darmstadt“ (TUD-Gesetz):

Hessen hatte sich mit dem am 26. November 2004 vom Landtag verabschiedeten TUD-Gesetz an die Spitze der Hochschulreform in der Bundesrepublik Deutschland gesetzt. Damit erhielt die Universität so viel Unabhängigkeit und Eigenverantwortung wie bis dahin keine andere Hochschule in Deutschland. Hessen startete damit ein Experiment, das zeigte, in welche Richtung die dringend notwendige Modernisierung des Hochschulwesens gehen musste, und wie Universitäten sich im verschärfenden Wettbewerb behaupten und aus eigener Kraft handeln können. Die Regelungen dienten nach ihrer Erprobung an der TUD als Grundlage für die Novellierung des Hochschulgesetzes 2009, während gleichzeitig der TUD im Jahr 2009 die Dienstherreneigenschaft übertragen wurde.

Lehrerbildung

Das Hessische Lehrerbildungsgesetz vom 29. November 2004 (GVBl. I S. 330), wurde zuletzt geändert durch Gesetz vom 27. Mai 2013 (GVBl. I S. 218). Es regelt gemeinsam mit der „Verordnung zur Umsetzung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes“ (HLbG-UVO) die Gestaltung der Lehramtsstudiengänge und der pädagogischen Ausbildung im Rahmen des Vorbereitungsdienstes (Referendariats). Darüber hinaus enthält es Regelungen für die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte sowie für die Personalentwicklung an den Schulen.

Schwerpunkte des Gesetzes sind die Pflicht zur regelmäßigen Fort- und Weiterbildung und eine Verstärkung von Praxisanteilen sowie erziehungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Veranstaltungen in den Lehramtsstudiengängen.