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Profilierung des Hochschulstandorts Hessen

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Studierende in einem Hörsaal.
© fotolia / Michael Chamberlin

Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, Hessen zum Bildungsland Nummer 1 zu machen. Die Hochschulen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Zur nachhaltigen Stärkung und Profilierung des Hochschulstandorts Hessen verfolgt die Hessische Landesregierung seit 1999 eine klare Strategie, die sich in der Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenpaketes manifestiert.

  • Die Autonomie der Hochschulen steht im Vordergrund. Hessen hat sich mit dem TUD-Gesetz an die Spitze der Hochschulreform in der Bundesrepublik Deutschland gesetzt. Die Novellen des Hessischen Hochschulgesetzes bringen allen Hochschulen des Landes mehr Selbstständigkeit und ein hohes Maß an Gestaltungsspielraum. Mit der 4. Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes wurde den Hochschulen die Möglichkeit gegeben, auf freiwilliger Basis dem TUD-Gesetz beizutreten. Sie regelte außerdem die Umwandlung der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt in eine Stiftungsuniversität öffentlichen Rechts. Die 5. Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes trat am 1. Januar 2010 in Kraft. Mit der Gesetzesnovelle wurde der Prozess der Modernisierung und Qualitätssteigerung der Hochschulen konsequent fortgesetzt, der Ende der neunziger Jahre begonnen hat.
     
  • Am 18. Mai 2010 ist der in monatelangen intensiven Diskussionen mit den Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen erarbeitete Hochschulpakt 2011-2015, der mittlerweile dritte Pakt in Hessen, von allen zwölf staatlichen Hochschulen unterzeichnet worden. Darin sichert das Land den staatlichen Hochschulen ein Budget von jährlich mindestens 1,4 Milliarden Euro zu. Das ist das zweithöchste Hochschulbudget in der Geschichte des Landes Hessen. In wirtschaftlich sehr schwieriger Zeit erhalten die Hochschulen damit Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre. Der Hochschulpakt dokumentiert aber auch die Entschlossenheit der Landesregierung, selbst in Zeiten knapperer Mittel zu ihrer Verantwortung für die Hochschulen und die Modernisierung des Bildungslands Hessen zu stehen.
     
  • Das Hochschulbauprogramm HEUREKA mit einem Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro bis 2020 beinhaltet die umfassende Modernisierung der baulichen Infrastruktur an allen hessischen Hochschulstandorten gemäß einem von der Landesregierung mit der HIS GmbH und den Hochschulen gemeinsam entwickelten Masterplan. Ziel ist die Anpassung der baulichen Infrastruktur an die Anforderungen zukunftsweisender Forschung und Lehre.
     
  • Mit der Initiierung des Forschungsförderungsprogramms LOEWE setzt die Landesregierung einen deutlichen wissenschaftspolitischen Impuls zur Stärkung der hessischen Forschungslandschaft. Bis zum Ende dieser Legislaturperiode 2014 sieht das Forschungsförderungsprogramm LOEWE 410 Millionen Euro vor.
     
  • Der Hessische Hochschulpreis für „Exzellenz in der Lehre“ ist mit 325.000 Euro die höchstdotierte staatliche Ehrung dieser Art in Deutschland. Die Auszeichnung, für die das Land 250.000 Euro und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung weitere 75.000 Euro zur Verfügung stellen, würdigt die Entwicklung und die Umsetzung von zukunftsweisenden Lehrkonzepten und innovativen Prüfungsmethoden. Die Auslobung unterstreicht, welche Bedeutung die Landesregierung guter Lehre im Hochschulkontext zumisst.
     
  • Die Bündelung bisher über die Universitäten im Land verteilter „Orchideenfächer“ an jeweils einem Standort bedeutet einen konsequenten Ansatz zur nachhaltigen Existenzsicherung dieser Disziplinen in Hessen: In Marburg gibt es jetzt ein Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS), in Gießen ein Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) und in Frankfurt ein Interdisziplinäres Zentrum für Ostasienwissenschaften (IZO). Eine verstärkt interdisziplinäre Ausrichtung der neuen Zentren der kleineren geisteswissenschaftlichen Fächer wird zudem ihre Attraktivität für die Studierenden erhöhen.

Neben der Stärkung des Hochschulwesens unterstützt das Land den Aufbau von Berufsakademien. Sie vermitteln als Alternative zum Hochschulstudium und zur Berufsausbildung eine praxisorientierte, wirtschaftsnahe und wissenschaftsbezogene Ausbildung.

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