Startseite » Wissenschaft » Nachhaltiges Hessen » Außergewöhnliches Gebäude mit innovativer Wärmeversorgung
Informations- und Besucherzentrum Grube Messel

Außergewöhnliches Gebäude mit innovativer Wärmeversorgung

Schon architektonisch setzt das neue Gebäude Zeichen: Indem es die Schichtung des Ölschiefers aufnimmt, macht das Besucher- und Informationszentrum die Faszination der Grube Messel und ihrer Fossilien sichtbar. Deutschlands erstes Weltnaturerbe wird damit deutlich aufgewertet und soll die einzigartige Fossilienfundstätte zum touristischen Anziehungspunkt machen.

wgm-besucherzentrum2012_01.jpg

Das Informations- und Besucherzentrum Grube Messel.
Das Informations- und Besucherzentrum Grube Messel.
© Grube Messel

Die äußere Gebäudeform bildet sich im Inneren ab: Die Besucher durchwandern sinnbildlich Erdschichten und bewegen sich in einem 870 Quadratmeter großen Raumgefüge, das keine Analogie zu herkömmlichen Gebäuden aufweist.

In den Außenanlagen sind unterschiedliche Themengärten als integrale Komponenten des Ausstellungskonzeptes umgesetzt: Maarvulkanismus/ Bohrungen, Regenwald und Klima, Evolution und Bio-/Geodiversität, ursprüngliche Pflanzenfamilien, Welten- und Expeditionsgarten sollen den Besuchern naturgetreue Erlebnisse bieten.

Mit Ausnahme der Themengärten wurden die umfangreichen Grünflächen extensiv gestaltet und an die bestehende Pflanzenwelt angepasst. Hierzu eignen sich insbesondere standortgerechte Bepflanzungen, die einen geringen Pflegeaufwand beanspruchen. Die Auswahl der Pflanzen orientierte sich an der Flora, die für Industriebrachen typisch und auf dem Gelände bereits vorgefunden wurde.

Die Wärmeversorgung wurde mittels oberflächennaher Geothermie (Erdwärmenutzung) sichergestellt. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe wurde dazu im Untergeschoss installiert. Sie entzieht über ein Erdsondenfeld mit 16 etwa 100 Meter langen Erdsonden dem Erdreich Wärme. Sonden und Pumpe können auch zur Kühlung des Gebäudes genutzt werden.