Chemie und Energie

Nachhaltiger Instituts-Neubau

Der Neubau des Chemie-Institutsgebäudes an der Philipps-Universität Marburg trägt nicht nur den Bedürfnissen von Forschung und Lehre Rechnung. Er ermöglicht auch die Umsetzung modernster ökologischer, nachhaltiger und wirtschaftlicher Systeme.

Der Chemie-Neubau der Philipps-Universität Marburg im Sonnenschein.
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Der Chemie-Neubau der Philipps-Universität Marburg im Sonnenschein.
© Philipps-Universität Marburg

Der Fachbereich Chemie der Philipps-Universität Marburg ist seit dem Wintersemester 2014/2015 im neuen Gebäude untergebracht. Die offizielle Eröffnung war im November 2014.

Die Ausschreibung des Projekts bot Gelegenheit, modernste ökologische, nachhaltige und wirtschaftliche Systeme umzusetzen. Der zur Realisierung anstehende, von SPS Architekten München gezeichnete Entwurf wurde auch deshalb ausgewählt, weil er Nachhaltigkeitsbelange umfassend berücksichtigt.

Das dreigeschossige Institutsgebäude besteht aus einem Längsbaukörper mit den Praktikumsräumen, an den zwei U-förmige Baukörper mit den Forschungsbereichen angedockt sind. Die Gebäudekonfiguration macht die funktionale Gliederung in Forschung und Lehre deutlich.

Der Entwurf sah ein nachhaltiges Energiekonzept vor, das durch die kompakte Bauform des Gebäudes und einem Fensterflächenanteil von etwa 50 Prozent der Fassadenfläche unterstützt wird.

Nachhaltige Baumaßnahmen

Ein umfassender Katalog an ökologischen, nachhaltigen und wirtschaftlichen Systemen wird realisiert und trägt den Erfordernissen der Nachhaltigkeit Rechnung:

  • Massive Bauelemente (Wandscheiben, Flachdecken) werden als Speichermasse eingesetzt; insbesondere dort, wo auf den Einzug einer Unterdecke verzichtet werden kann
  • Weitgehend natürliche Belichtung und Belüftung von Büroräumen, Aufenthalts- und Bewegungszonen, die funktionsbedingt keine Klimatisierung benötigen, einschließlich klimatisch günstige Nachlüftungsmöglichkeit (Nachtauskühlung)
  • Effiziente Ausnutzung von Tageslicht durch tageslichtgeführte Jalousien
  • Äußerer Sonnenschutz mit Einzel- und Zentralsteuerung
  • Präsenz-/bewegungsabhängige Beleuchtungssteuerung in Büros, Fluren und WC-Räumen und Zentraltastersteuerung für Putzlicht
  • Intensive Begrünung der Innenhöfe und extensive Begrünung von Flachdächern
  • DEC-Lüftungsanlagen mit Sorptionskühlung
  • Einsatz einer adiabaten Abluftkühlung zur Energierückgewinnung auch im Kühlfall
  • Präsenzbewegungsabhängige Lüftungssteuerung in Labor- und Nebenräumen
  • Drehzahlgeregelte Motoren von Ventilatoren und Pumpen
  • Schieberregelung und somit Volumenstromregelung der Digestorien
  • Einsatz eines Installations-BUS-Systems als integrierter Bestandteil der Gebäudetechnik
  • In den Laborebenen Verbund der Medien, der Zu- und Abluft zwischen den Schächten mit gleichem Kanal/Rohrquerschnitt bei Havarie oder Umbauten in Laboren (hohe Flexibilität)