Startseite » Wissenschaft » Nachhaltiges Hessen » TU Darmstadt entwickelt Niedrigenergiehaus
Perfekte Energiebilanz

TU Darmstadt entwickelt Niedrigenergiehaus

Mit diesem wegweisenden Entwurf gewann die Technische Universität (TU) Darmstadt im Jahr 2009 bereits zum zweiten Mal den vom U.S. Energieministerium ausgeschriebenen renommierten Wettbewerb „Solar Decathlon“.

sd07_northwestperspective3_ls_0710xx.jpg

Das Niedrigenergiehaus der TU Darmstadt.
Das Niedrigenergiehaus der TU Darmstadt gewann den "Solar Decathlon" und den "Deutschen Holzbaupreis".
© Technische Universität Darmstadt / Fachbereich Architektur

Das Team der TU schlug erfolgreich weltweite Konkurrenz aus dem Feld, indem es die Aufgabe, ein nur durch Sonnenenergie betriebenes Haus mit etwa 70 Quadratmetern Grundfläche zu entwickeln und zu bauen, nach Meinung der Jury am besten löste. Als Beispiel für zukünftiges energiesparendes Wohnen fanden Wettbewerb und Sieger weltweit öffentliches Interesse. Die Jury attestierte eine „perfekte Energiebilanz“ und sprach „von einer Klasse für sich“. Der Wettbewerb gilt als "inoffizielle Weltmeisterschaft der Solarhäuser".

Umweltfreundliche Technik zur Energieerzeugung, thermische Trennung zwischen innen und außen und optimale Recyclequalitäten zeichnen den klar gezeichneten Entwurf aus. Dazu wurde auf den Einsatz unlösbarer Verbindungen verzichtet. Zudem wurde, soweit möglich, auf einheimische, nachwachsende Rohstoffe zurückgegriffen: von vornherein war das Haus als Holzbau konzipiert – einem Material, das den Vorzug hat, auch beim Verarbeiten nur wenig Energie zu erfordern. Das in drei Schichten nach dem Zwiebelprinzip aufgebaute Gebäude ist als Passivhaus klassifiziert; seine positiven Eigenschaften kommen indes in allen Klimazonen zum Tragen. Als „vorbildlichen Beitrag, der in seiner hölzernen Gesamtsicht Material, Ziele für zukünftiges Bauen und ästhetische Wirkung beispielhaft ineinandergreifen lässt“, würdigt der Deutsche Holzbaupreis 2009 das Niedrigenergiehaus. Der Preis wurde im Mai 2009 vom Bund Deutscher Zimmermeister an fünf Bauwerke vergeben und gilt in Deutschland als die wichtigste Auszeichnung für Gebäude aus Holz.

Das Haus ist für eine ständige und temporäre oder mobile Nutzung geeignet. Je nach Zahl der Nutzer sind bauliche Veränderungen erforderlich, die aufgrund der modularen Bauweise problemlos umzusetzen sind. „Wir geben mit unserem einzigartigen Haus eine Antwort auf die Zukunftsfrage, wie die Menschheit im 21. Jahrhundert, im Zeitalter im knapper werdender Ressourcen, wohnen wird“, sagte Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt.