Gebäude

Hessens Hochschulbauprogramm

Das Investitionsprogramms HEUREKA (Hochschul Entwicklungs- und Umbauprogramm: RundErneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre in Hessen) startete im März 2007. Nun geht es in die dritte Runde - und ist erfolgreicher denn je.

Das hessische Hochschulbauprogramm HEUREKA gibt den Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Kunsthochschulen mit dem Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro Planungssicherheit bis 2031. Dabei handelt es sich um eine Aufstockung des von 2021 bis 2026 laufenden Hochschulbauprogramms HEUREKA II um 250 Millionen Euro (HEUREKA II+) sowie um das Anschlussprogramm HEUREKA III mit weiteren 1,435 Milliarden Euro von 2027 bis 2031. Zusammen mit den seit 2008 aufgelegten Programmen HEUREKA I (bis 2020; 3 Milliarden Euro) und HEUREKA II (1 Milliarde Euro) wird damit ein Rekordvolumen von insgesamt rund 5,7 Milliarden Euro erreicht.

Neubauten und Bestandserhalt

Alle Hochschulen können somit prioritäre Projekte umsetzen. Zugleich wird ein Schwerpunkt auf die wichtige Sanierung im Bestand gelegt. Damit können vor allem die Hochschulen mit vielen alten Gebäuden weitere dringend nötige Bauvorhaben zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz und ihrer Nutzerfreundlichkeit vornehmen: In vielen vor 1985 errichteten Gebäudenist ein hoher Aufwand zur Anpassung an den Stand der Technik etwa bei Energieeffizienz, Barrierefreiheit und Brandschutz nötig. Daher setzt HEUREKA nun Schwerpunkte bei den Universitäten, die einen besonders hohen Anteil an alten und zudem auch an denkmalgeschützten Gebäuden haben. Die größten Beträge gehen daher an die Universitäten in Gießen, Marburg, Kassel und Darmstadt. Außerdem wird der Schwerpunkt von HEUREKA II auf den Kunst- und Musikhochschulen fortgeführt. 50 Millionen Euro werden als Rücklage für nötige Anpassungen eingeplant.

Geplante Vorhaben

Fortsetzung der Standortneuordnung und Verlagerung der Naturwissenschaften an den Holländischen Platz. Zusätzliche Mittel für einen weiteren Bauabschnitt der Naturwissenschaften sowie für die Fortsetzung der Sanierung der Kunsthochschule.

Schwerpunkt sind medizinische und naturwissenschaftliche Einrichtungen auf den Lahnbergen, der Neubau der Biologie, die Sanierung des Chemie-Altbaus für Physiologie sowie Mathematik und Informatik und der Neubau eines Rechenzentrums. Vor dem 500-jährigen Jubiläum der ältesten Universität protestantischer Gründung 2027 steht zudem die Sanierung historischer Bauten an.

Weitere Umsetzung des Masterplans für das Philosophikum; Investitionen in die Gebäudeinfrastruktur im Bereich Biologie/Life Sciences zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit.

Fortsetzung des Neubaus der Chemie auf dem Riedberg und Forschung und Lehre am medizinischen Campus Niederrad. Für den Neubau der Zentralbibliothek am Campus Westend werden außerhalb von HEUREKA zusätzliche 105 Mio. Euro aus dem Verkauf des alten Polizeipräsidiums zur Verfügung gestellt; für die Umsetzung des Großvorhabens sind zusätzliche Mittel nötig.

Die autonome TU musste 2016 eine Absenkung ihrer Bauraten hinnehmen, zugleich besteht erheblicher baulicher Bedarf im Bereich Ingenieur- und Naturwissenschaften. Mit den Mitteln wird eine Aufstockung möglich.

Die kleinste HAW verzeichnet einen hohen Studierendenaufwuchs und damit steigenden Raumbedarf. Prioritär geplant sind die Erweiterung des Zentralcampus und der Neubau eines Mehrzweckgebäudes mit Audimax.

Schwerpunkt ist der zentrale Campusbereich mit Mensaausbau, Sanierung der beiden Hochhäuser sowie ein Neubau für die Ingenieurwissenschaften und die Unterbringung des Fachbereichs Gesundheit in Gießen. In Friedberg soll prioritär ein Technologiezentrum mit Hörsaalflächen entstehen und die Mensa erweitert werden.

Der beengte Campus am Nibelungenplatz kann nur ausgebaut werden, wenn Neubauten mit größeren Flächen die Altbauten nach und nach ersetzen. Prioritär ist der Ersatzneubau des Gebäudes 8. Hinzu kommen ein Forschungsbau und weitere kleinere Projekte.

Der Campus Kurt-Schumacher-Ring soll sukzessive ausgebaut und erneuert werden, um bisher in gemieteten Gebäuden untergebrachte Einrichtungen am zentralen Standort anzusiedeln.

Erforderlich sind der Ausbau und die Sanierung des Campus Schöfferstraße in Darmstadt sowie die Sanierung des Campus Dieburg. Die Grundinstandsetzung denkmalgeschützter Gebäude in Dieburg für die Medienwissenschaften ist mit erheblichen Kosten verbunden.

Erforderlich sind die weitere Erneuerung, energetische Verbesserung und Ausbau der Infrastruktur. Priorität haben die Gewächshauserneuerung („Carbon Credit Greenhouse“), der Forschungsbau VITA sowie der Neubau einer Heizzentrale.

Die Mittel für den Neubau am Kulturcampus, die 2015 geplant wurden, reichen nach heutigem Kenntnisstand bei weitem nicht aus. Für das Schwerpunkt-Vorhaben aus dem HEUREKA II-Programm sind in der Fortschreibung weitere Mittel nötig.

Auch für den Neubau der HfG am Hafen in Offenbach müssen nach heutigem Kenntnisstand mehr Mittel als die 2015 innerhalb von HEUREKA II reservierten eingeplant werden.

Die Städelschule ist erst seit 2019 Hochschule des Landes. Prioritär ist Sanierung des Gebäudes Dürerstraße 24, das gemäß Übernahmevertrag an das Land übergeht. Alle anderen Liegenschaften sind gemietet. Eine mit anderen Hochschulen vergleichbare Strategie zur baulichen Entwicklung wird noch erarbeitet und ist voraussichtlich ein Thema für HEUREKA IV nach 2031.

Weitere Mittel für Infrastrukturprogramm

Wie im Hessischen Hochschulpakt vereinbart, erhalten die Hochschulen zudem von 2021 bis 2027 zusätzlich zu HEUREKA noch weitere bis zu 210 Millionen Euro für ein Infrastrukturprogramm im Rahmen des Zukunftsvertrages Studium und Lehre stärken (ZVSL-Infrastruktur) von Bund und Ländern, die sie vordringlich für die Sanierung von Lehr- und Lernflächen verwenden. Darüber hinaus unterstützt das 2018 aufgelegte Programm COME-Hochschulen (CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm) bis 2025 weiterhin die energetische Sanierung des Gebäudebestands der Hochschulen mit rund 200 Millionen Euro, wovon die Hälfte außerhalb von HEUREKA zusätzlich bereitgestellt werden.

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