Objekt: Ackerbürgerhaus in Spangenberg
Preisträger: Dr. Astrid und Ernst Wegener
Architekturbüro / Bauleitung: Eigenplanung in Kooperation mit Handwerksbetrieben
Preis: 3. Preis: 2000 €, Bronzeplakette und Urkunde
Votum der Jury: Die Jury wertete die Instandsetzung des Ackerbürgerhauses in Spangenberg als vorbildliches Beispiel für den Erhalt eines stadtbildprägenden Ensembles im ländlichen Raum Nordhessens. Die Instandsetzung des um 1700 erbauten Ackerbürgerhofs stehe für das Prinzip der liebevollen, kontinuierlichen Pflege und Reparatur sowie für das Leben im und mit dem Denkmal. Die Maßnahme sei vorbildlich und setze dem von Leerstand und Abriss geprägten Umfeld ein positives Beispiel entgegen. Sie stehe beispielhaft für die historische Wirtschafts- und Sozialstruktur vieler kleiner Städte und dokumentiere eine Lebensweise, in der städtisches Bürgerrecht und landwirtschaftliche Existenz eng miteinander verbunden waren.
Hintergrund: Dr. Astrid und Ernst Wegener haben das Anwesen seit 2016 in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden schrittweise saniert. Dabei war es ihr Ziel, so viel historische Bausubstanz wie möglich zu erhalten und Zeugnisse der Geschichte der seit dem 19. Jhdt. betriebenen Spedition ebenso zu erhalten wie die Spuren der nach dem Krieg einquartierten Flüchtlingsfamilien. Neben der Instandsetzung von Fachwerk, Fenstern und Sockelmauerwerk standen in Absprache mit den Denkmalbehörden die Sicherung der historischen Konstruktion sowie die behutsame Anpassung an heutige Wohnansprüche im Mittelpunkt. Dabei kamen traditionelle Handwerks- und Baumaterialien zum Einsatz. Sämtliche Fenster der 1970er Jahre wurden durch Holzsprossenfenster ersetzt, um das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes wiederherzustellen. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie privates Engagement zum Erhalt historischer Bausubstanz beitragen kann. „Fertig im allgemein gebräuchlichen Sinne wird unser Ackerbürgerhaus nie werden. Aber wiederbelebt haben wir das Haus schon längst. Familie und Freunde genießen die einzigartige Atmosphäre des einstigen Bauernhauses, in dem die Zeit ein Stückweit stehengeblieben zu sein scheint“, so Dr. Astrid und Ernst Wegener.