Objekt: Grafenscheune in Schlitz
Preisträger: Claudia und Hartmut Dietz
Architekturbüro: Bauplanungsbüro Karsten Kimpel, 36284 Hohenroda
Preis: 2. Preis 3.000 €, Bronzeplakette und Urkunde
Votum der Jury: Die Jury betonte die besondere städtebauliche Bedeutung der Grafenscheune für die Denkmalpflege und die Stadt Schlitz innerhalb eines geschützten Ensembles. Zudem würdigte sie die gelungene Umnutzung als beispielhaftes Projekt für die Schaffung dringend benötigten Wohnraums mit hoher Energieeffizienz in einer denkmalgeschützten Großscheune im ländlichen Raum. Die Jury sieht in dem Projekt daher nicht nur für die Region, sondern auch überregional eine große Bedeutung.
Hintergrund: Die Eigentümer haben das Kulturdenkmal Grafenscheune zu einem Mehrfamilienwohnhaus mit barrierefreien Wohnungen umgenutzt. Grundlage der Sanierung waren eine detaillierte Bestandsaufnahme, Schadenskartierung und 3D-Vermessung. Historische Feldbrandziegel wurden sorgfältig ausgebaut, gereinigt und wiederverwendet. Eine Haus-in-Haus-Konstruktion in Holzbauweise ermöglicht zeitgemäßen Wohnraum und verbessert zugleich Wärmeschutz und Raumklima. Mit Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und einer Photovoltaikanlage konnte der Effizienzstandard 55 EE erreicht werden. Die Sanierung zeigt beispielhaft, wie sich ein städtebaulich bedeutendes, historisches Scheunengebäude nachhaltig und ressourcenschonend umnutzen lässt, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren. „Die über 200 Jahre alte Grafenscheune am Schlitzer Schlosspark war für uns immer ein wunderschönes, prägendes Gebäude, das nur dann dauerhaft bewahrt bleiben kann, wenn es Teil des heutigen Lebens bleibt“, so Hartmut und Claudia Dietz. „Unser Ziel war deshalb die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum, um damit einen Beitrag zur Belebung der Schlitzer Innenstadt zu leisten.“