Objekt: Langwerther Hof in Eltville
Preisträger: Stefan Jökel und Peter Jökel
Architekturbüro: Dipl.-Ing. Stephan Dreier, 65611 Niederbrechen
Preis: 1. Preis 5.000 €, Bronzeplakette und Urkunde
Votum der Jury: Die Jury wertete die Instandsetzung des Langwerther Hofs in Eltville durch die Jökel GbR als vorbildliches Beispiel für den Erhalt eines stadtbildprägenden Ensembles durch eine Projektentwicklungsgesellschaft. Das Potential des sowohl für die Geschichte der Stadt als auch für das Erscheinungsbild der historischen Altstadt bedeutsamen Ensembles sei nachhaltig und effizient genutzt worden, um die künftige Stadtentwicklung positiv beeinflussen zu können. Die Instandsetzung des ehemaligen Kutschenhauses und des Lichtenstern´sches Palais stehe beispielhaft für die Bewahrung regionaler Stadtbau- und Handwerkskunst.
Hintergrund: Die heutigen Eigentümer erwarben das Ensemble 2018. Durch jahrzehntelangen Sanierungsstau, Leerstand und Feuchtigkeit waren bereits erhebliche Schäden an der erhaltenswerten Substanz entstanden. Besonders das ehemalige Kutschenhaus erforderte umfangreiche Eingriffe. Bei der Instandsetzung des Holztragwerks kamen ausschließlich Nadel- und Eichenholz aus Zweitverwendung zum Einsatz. Die historische Ausstattung wie Fenster, Türen, Treppen, Dielenböden und Teile der sogenannten „Hindenburg Tapete“ wurden aufwändig restauriert und konnten so erhalten werden. Innendämmungen aus Strohlehm und Schilfrohrplatten sowie zu Kastenfenstern ergänzte historische Fenster verbesserten den Wärmeschutz. Sämtliche Maßnahmen wurden eng mit den Denkmalbehörden und der Stadt Eltville abgestimmt. Trotz der hohen Kosten verfolgen die Eigentümer das Ziel, den Hof denkmalgerecht zu sichern, behutsam weiterzuentwickeln und so zeitgemäßen Wohnraum in dem historischen Ensemble zu realisieren und zukünftig auch Teile der Anlage der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Als wir den Langwerther Hof 2018 erwarben, war uns bewusst, welch große Verantwortung wir hiermit übernehmen und dass es sich dabei um eine Lebensaufgabe und darüber hinaus um eine Aufgabe für weitere Generationen handelt“, so die Eigentümer.