Objekt: Saalbau Fuldaer Hof in Fulda-Maberzell
Preisträger: Björn Helfrich
Architekturbüro: HfM Architektur und Energiedesign, 36037 Fulda
Preis: 2. Preis, 3.000 €, Bronzeplakette und Urkunde
Votum der Jury: Die Jury würdigte den Mut des Eigentümers, sich des ehemaligen Saalbaus angenommen und ihm nicht nur sein ursprüngliches Erscheinungsbild, sondern auch seine Bestimmung zurück gegeben zu haben. Björn Helfrich habe das Potential des 1903 erbauten Gebäudes erkannt und die Möglichkeiten der fachlichen Zusammenarbeit und der finanziellen Unterstützung durch die Denkmalbehörden in vorbildlicher Art und Weise genutzt. Dank des profunden Sanierungskonzeptes und der Unterstützung durch regionale Handwerksbetriebe sei es in beispielhaft gelungen, dem Gebäude sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurück zu geben und die für den ländlichen Raum seltenen Schablonenmalereien der 1920er Jahre zu erhalten.
Hintergrund: Der 1903 errichtete Saalbau ist ein bedeutendes Zeugnis des dörflichen Vereinslebens der Kaiserzeit. Seine besondere Bedeutung verdankt er der historischen Ausmalung des Kirchenmalers Hugo Pfister aus den 1920er Jahren sowie der Verbindung zum Künstler Franz Erhard Walther, dessen Familie den Saal erbauen ließ. Lange verborgen und durch Wassereinträge stark geschädigt, konnte die historische Leimfarbmalerei in Schablonentechnik durch das Engagement des heutigen Eigentümers gerettet werden. Nach einer umfassenden Dachsanierung wurde der Saal ab 2023 denkmalgerecht instandgesetzt. Die Restaurierung der Malereien erfolgte mit eigens hergestellten Materialien und Schablonen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege. Nach historischem Vorbild gegliederte Fenster und eine innovative Deckenheizung ermöglichen heute eine ganzjährige Nutzung. So wurde ein fast vergessener Ort wieder zu einem lebendigen Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Fulda-Maberzell. „Es galt, Lösungen neu zu erdenken, da weder Allgemeingültiges noch Standardisiertes anwendbar war. Auch den rechtlichen Anforderungen muss entsprochen werden, ohne die ursprüngliche Raum- und Gesaltungsiidee zu belasten – wir haben die Herausforderung angenommen und – wie wir finden – gemeistert“, so Helfrich.