Kann CO₂-armer Öko-Beton im großen Maßstab beim Bau von Bahnstrecken eingesetzt werden? Das testen die DB InfraGO und die Universität Kassel ab sofort in einem Pilotprojekt. In einem ersten Schritt wird der Spezialbeton für eine Stützwand südlich des ICE-Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe verwendet und in der Praxis getestet. Perspektivisch soll der Werkstoff dann auch bei anderen Bauvorhaben zum Einsatz kommen. Das Bundesverkehrsministerium finanziert das wegweisende Vorhaben, das die DB InfraGO, Universität Kassel und Ministerium heute (18. Juni) an der Universität in Kassel vorstellten.
„Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit der Universität Kassel. Zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium möchten wir Innovationen zum umweltfreundlichen Bauen bei der Bahn vorantreiben. Dazu gehört auch, dass wir den Einsatz in der Praxis erproben. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine Aufnahme solcher „CO₂-armen“ Betone in die technischen Regelwerke der DB zu schaffen“, sagte Ismail Ertug, Konzernbevollmächtigter der Deutsche Bahn AG für Hessen. Derzeit schließen technische Normen und DB-Regelwerke die Verwendung innovativer CO₂-armer Betone im Bahnbau für viele Anwendungsfälle aus. Um dies zu ändern, wird das Pilotvorhaben wissenschaftlich begleitet – unter anderem durch die Universität Kassel, das Bundesministerium für Verkehr, von Gutachtern und Ingenieuren sowie vom Eisenbahn-Bundesamt. Die DB InfraGO will mit dem Projekt nachweisen, dass die eingesetzten CO2-armen Betone den Anforderungen an Sicherheit, Dauerhaftigkeit und technische Umsetzbarkeit entsprechen. Die Ergebnisse sollen in die Weiterentwicklung der unternehmensinternen Regelwerke einfließen.