Zwei Forscherinnen im Labor

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

DFG unterstützt fünf Sonderforschungsbereiche an drei hessischen Hochschulen

Die Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Marburg haben erfolgreich Projekte eingeworben

Wiesbaden. Drei hessische Universitäten waren im Programm Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erfolgreich: Wie die DFG heute bekanntgab, wurden insgesamt fünf große Forschungsverbünde, an denen die Technische Universität Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Philipps-Universität Marburg beteiligt sind, in der aktuellen Bewilligungsrunde zur Förderung ausgewählt. Die DFG unterstützt die ausgewählten Verbünde mit bis zu rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr für die nächsten dreieinhalb Jahre. Zwei Projekte sind neue Sonderforschungsbereiche, für drei Projekte führt die DFG die Förderung weiter. Die ausgewählten Sonderforschungsbereiche bearbeiten Fragen aus der Membranforschung, Medizin, Chemie, Biochemie und aus den Materialwissenschaften. Die Förderung beginnt im Juli. Sonderforschungsbereiche zählen zu den wichtigsten und größten Forschungsförderformaten Deutschlands.

Erfolg ist auch Verdienst von LOEWE

„Mit insgesamt fünf bewilligten Sonderforschungsbereichen haben die hessischen Universitäten erneut unter Beweis gestellt, dass sie für leistungsstarke, exzellente Spitzenforschung stehen. Die Förderung ist auch Ausdruck konsequenter wissenschaftlicher Profilbildung der Universitäten, die wir vor allem mit unserem LOEWE-Programm unterstützen“, so Wissenschaftsminister Timon Gremmels. „Die fünf Sonderforschungsbereiche geben den Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Marburg Rückenwind für ihre laufenden Bewerbungen in der Exzellenzstrategie. Sie bewerben sich derzeit in zwei aussichtsreichen Verbünden um den Titel ,Exzellenzuniversität‘. Ich freue mich sehr über das gute Abschneiden aller Universitäten und gratuliere allen Beteiligten herzlich zu dem großen Erfolg.“

Mit Sonderforschungsbereichen fördert die DFG große Verbundprojekte der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fächerübergreifend zusammenarbeiten. Die Förderlinie soll exzellente Forschung im Verbund möglich machen sowie die Schwerpunkt- und Strukturbildung der antragstellenden Hochschulen stärken. Während ein klassischer Sonderforschungsbereich in erster Linie an einer Universität verortet ist, werden SFB-Transregios (TRR) von mehreren Hochschulen gemeinsam beantragt und getragen. Die DFG entscheidet zweimal im Jahr über die Förderung der Sonderforschungsbereiche.

Das sind die neuen Sonderforschungsbereiche

Folgende Sonderforschungsbereiche werden 2026 neu eingerichtet:

SFB 1767 Papier – Mit maßgeschneiderten Eigenschaften zu neuen Anwendungen, Technische Universität Darmstadt

Papier neu gedacht: Der interdisziplinäre Sonderforschungsbereich “Papier - Mit maßgeschneiderten Eigenschaften zu neuen Anwendungen”, der TU Darmstadt will Papier als nachhaltige Hightech-Plattform der Zukunft etablieren. Im Fokus stehen innovative Anwendungen wie papierbasierte Sensoren, leichte Konstruktionswerkstoffe und Soft-Robotik. Dafür erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Chemie, Materialwissenschaft und Ingenieurwesen systematisch das Zusammenspiel von Materialstruktur, Herstellungsprozessen und Eigenschaften. Ziel ist die Entwicklung funktionaler Papiere mit gezielt einstellbaren Eigenschaften, die für dieses Material neue Anwendungsperspektiven eröffnen.

TRR 440 smART: spezifisches mRNA Targeting, Goethe-Universität Frankfurt, Philipps-Universität Marburg

Der TRR 440 „Spezifisches mRNA Targeting (smART)“ der Universitäten Frankfurt und Marburg entwickelt chemische-biologische Werkzeuge, um jede Boten-RNA (mRNA) in Zellen präzise zu steuern und so die Proteinproduktion zu beeinflussen; ein Prozess, dessen Störungen Krankheiten auslösen kann. Das gezielte Targeting von mRNA erweitert die Möglichkeiten um Größenordnungen, mit dem Ziel breit einsetzbare Methoden zur Reparatur von Zellschäden und zur Funktionsverbesserung zu etablieren. Im Verbund mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 23 Arbeitsgruppen vereint das Konsortium interdisziplinäre Expertise in den Stärken Mikrobiologie und Strukturbiologie der beiden Partneruniversitäten, um dieses Ziel zu erreichen.

Diese Sonderforschungsbereiche werden verlängert

Folgende Verbundprojekte gehen 2026 in die nächste Förderphase:

SFB 1487 Eisen, neu gedacht!, Technische Universität Darmstadt

Im SFB 1487 „Eisen, neu gedacht!“ des Fachbereichs Chemie der TU Darmstadt werden in der 2. Förderperiode Strategien entwickelt, um die chemische Umgebung von Eisenatomen präzise zu verändern und so ihre Reaktivität und Eigenschaften gezielt zu steuern. Ziel ist es, Eisen als nachhaltige und kostengünstige Alternative zu seltenen, giftigen oder kritischen Metallen nutzbar zu machen. Die potenziellen Anwendungsfelder sind weitreichend: von der Katalyse für eine nachhaltige industrielle Produktion von Basischemikalien, zur Brennstoffzelle im Bereich Automotive, bis hin zu neuartigen magnetischen Materialien für Kühlsysteme und Windkraftanlagen.

SFB 1507 Proteinverbünde und Maschinerien in Zellmembranen, Goethe-Universität Frankfurt

Der SFB 1507 geht in die zweite Förderperiode und baut seine erfolgreiche Arbeit zur Erforschung komplexer Proteinmaschinen in Zellmembranen weiter aus, um deren fundamentale Bedeutung für die Zelle auf molekularer Ebene grundlegend zu verstehen. Durch die enge Vernetzung modernster Technologien – von hochauflösender Mikroskopie bis hin zu KI-gestützten Simulationen – entschlüsseln die am Verbund beteiligten 18 Teilprojekte und ein Kryo-Elektronenmikroskopie-Infrastrukturprojekt gemeinsam die universellen Bauprinzipien von Membranproteinen in verschiedensten Organismen. Im Zentrum des Interesses steht die Forschung an zellulärer Kompartimentierung – meisterhaft organisierte Reaktionsräume, die alle lebensnotwendigen Prozesse, wie Kommunikation und Transport, innerhalb der Zelle steuern.

SFB 1531 Schadenskontrolle durch das stroma-vaskuläre Kompartiment, Goethe-Universität Frankfurt

Der SFB 1531 untersucht, wie die Zellen des Stützgewebes von Herz, Gehirn und Blutgefäßen Gewebeschäden erkennt und Reparaturprozesse steuert. In der nächsten Förderperiode wird dieses Wissen auf das Vorliegen wichtiger Begleiterkrankungen wie Alterung, Diabetes/Metabolisches Syndrom und Bluthochdruck ausgeweitet, da diese die Schadensreaktion und die Heilung maßgeblich beeinflussen. Ziel ist es, zelluläre und übergeordnete Prinzipien der Schadensbegrenzung zu identifizieren, um Regeneration und Funktionswiederherstellung von Organen gezielt zu verbessern.

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