Wiesbaden. Wissenschaftsminister Timon Gremmels und Ministerpräsident Boris Rhein gratulieren Prof. Dr. Georg Nagel und Prof. Peter Hegemann (PhD) herzlich zum Medizin-Nobelpreis. Die beiden Deutschen haben die Auszeichnung gemeinsam mit dem Amerikaner Karl Deisseroth verliehen bekommen. Prof. Dr. Nagel hat einen Teil seiner Forschungslaufbahn in Hessen verbracht: Er promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt und war Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt. Dort forschte er zur Optogenetik. In Frankfurt begann also ein wesentlicher Teil der Arbeit, für die Nagel und Hegemann nun die höchste wissenschaftliche Auszeichnung bekommen haben.
Exzellenz und Nobelpreis
Wissenschaftsminister Timon Gremmels: „Herzlichen Glückwunsch an Prof. Dr. Georg Nagel und Prof. Peter Hegemann und zum Nobelpreis für Medizin! Ihre bahnbrechende Forschung zur Optogenetik zeigt eindrucksvoll, wie aus grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnissen weltweit wegweisende neue Möglichkeiten entstehen können. Prof. Dr. Nagel ist eng mit dem Forschungsstandort Frankfurt verbunden und haben dort wichtige Grundlagen für die gemeinsame preisgekrönte Forschung gelegt. Gerade heute ist diese Auszeichnung ein starkes Signal für die herausragende Qualität unserer Wissenschaftslandschaft: Erst am Freitag wurde die Rhein-Main-Universitäten-Allianz mit der Goethe-Universität Frankfurt und der TU Darmstadt als hessische Partnerinnen im Exzellenzverbund ausgezeichnet. Beides zeigt auf eindrucksvolle Weise, welches Potenzial in der Spitzenforschung in Hessen steckt.“
Medizin, die Leben verbessert
Ministerpräsident Boris Rhein sagt: „Ich gratuliere Peter Hegemann und Georg Nagel sehr herzlich zum Nobelpreis für Medizin. Ihre herausragenden Entdeckungen zur Optogenetik sind ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie aus exzellenter Grundlagenforschung bahnbrechende Erkenntnisse für Medizin und Gesellschaft entstehen können. Besonders freut mich, dass der Medizin-Nobelpreis durch die Forschungsaktivitäten der beiden Wissenschaftler auch ein Stück Hessen in sich trägt. Der Preis ist eine starke Ermutigung für den Wissenschaftsstandort Deutschland und ein Beleg für die Spitzenforschung in Hessen. Unsere hessische Spitzenforschung schafft die Voraussetzungen dafür, dass kluge Köpfe aus Wissenschaft und Medizin auch künftig neue Wege gehen und Erkenntnisse hervorbringen, die unser Leben verbessern.“
Über die Preisträger
Nagel und Hegemann erhalten den Medizin-Nobelpreis für ihre Entdeckungen in der Optogenetik. Das ist eine Methode, mit der sich Zellen – meist Neuronen – mithilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen. Sie kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe gezielt zelluläre Aktivität zu steuern. Die Optogenetik habe geholfen, neuronale Netzwerke zu identifizieren, die beispielsweise bei Depressionen, Angsterkrankungen, Demenz, Schizophrenie und Suchtverhalten beteiligt sind, so das Nobelpreis-Komitee. In der klinischen Medizin wenden Forschende diese Methode bereits an, um das Sehvermögen von Menschen mit Sehbehinderungen wiederherzustellen.